{"id":10672,"date":"2014-05-30T07:00:11","date_gmt":"2014-05-30T05:00:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandat.de\/de\/?p=10672"},"modified":"2014-05-30T07:00:11","modified_gmt":"2014-05-30T05:00:11","slug":"die-persoenliche-sicht-arbeitgeber-arbeitnehmer-beschaeftigte-auszubildende-alles-keine-zufallsbegriffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mandat.de\/de\/die-persoenliche-sicht-arbeitgeber-arbeitnehmer-beschaeftigte-auszubildende-alles-keine-zufallsbegriffe\/","title":{"rendered":"Die pers\u00f6nliche Sicht: Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Besch\u00e4ftigte, Auszubildende: Alles keine Zufallsbegriffe"},"content":{"rendered":"<p>Manchmal lohnt es sich, sprachlich genauer hinzusehen \u2013\u00a0oder hinzuh\u00f6ren, ganz nach Pr\u00e4ferenz \u2013, denn viele Begriffe sind meiner festen \u00dcberzeugung zufolge weder Zuf\u00e4lle noch ist deren Bedeutung im Bewusstsein der meisten Menschen pr\u00e4sent. Schauen wir einmal:<\/p>\n<ul>\n<li>Arbeitgeber: Ein Arbeitgeber gibt jemandem Arbeit. Ein \u00fcberholter Begriff. Der Einzige, der entscheidet, ob ein Unternehmen Arbeit hat, oder nicht, ist der Kunde. &#8222;Arbeitgeber&#8220; ist ein ideologisch gepr\u00e4gter Begriff.<\/li>\n<li>Arbeitnehmer: Ein Arbeitnehmer nimmt Arbeit (nat\u00fcrlich von einem Arbeitgeber). Er ist eher passiv (denn Nehmen setzt nat\u00fcrlich eine Aktion voraus, aber die Alternativen sind d\u00fcnn: Ich kann etwas nehmen, oder ich kann es lassen). Arbeitnehmer sind klassischerweise also abh\u00e4ngig von jemandem. Sie m\u00fcssen also besch\u00fctzt werden. Ein ideologisch gepr\u00e4gter Begriff.<\/li>\n<li>Besch\u00e4ftigte (ersatzweise auch &#8222;abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigte&#8220;): Einen wesentlich passiveren Begriff f\u00fcr Menschen, die eine Arbeit verantwortlich ausf\u00fchren sollen, kenne ich kaum. Auch ideologisch gepr\u00e4gt.<\/li>\n<li>Auszubildende: Fr\u00fcher waren es Lehrlinge. Ich fand den Begriff nicht schlecht und sah keinen \u00c4nderungsbedarf. &#8222;Auszubildende&#8220; sind auszubilden, nat\u00fcrlich wieder von jemandem, von dem sie abh\u00e4ngig sind. Und nat\u00fcrlich sind sie zu besch\u00fctzen. Ideologie ist hier im Spiel, nichts anderes.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir k\u00f6nnten fortfahren, aber es ist nicht n\u00f6tig, um meinen Punkt zu machen: Wir brauchen, wenn wir weiter erfolgreich wachsen wollen, ein neues Verst\u00e4ndnis der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Mitarbeitern (Mitarbeiter arbeiten \u00fcbrigens entgegen Besch\u00e4ftigten an dem Unternehmenserfolg mit). Wir brauchen eine Ent-Ideologisierung, was den Gewerkschaften und den anderen Lager-Bef\u00fcrwortern nicht passen d\u00fcrfte, aber es muss ausgesprochen werden. Wir m\u00fcssen wieder mehr Verantwortung auf den Einzelnen \u00fcbertragen und davon wegkommen, zu meinen, dass wir zwangsbegl\u00fcckt werden m\u00fcssen. Wir brauchen das Recht, Fehler zu machen, zu scheitern und das Recht etwas richtig zu machen und dramatischen Erfolg zu haben.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr brauchen wir aber keine Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Besch\u00e4ftigte, Auszubildende. Daf\u00fcr brauchen wir tolle Unternehmen, aktive, loyale, nach vorne denkende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Menschen, die etwas lernen wollen. Wir brauchen keine Ideologie in unserer Sprache.<\/p>\n<p>\u00a9 2014, <a href=\"http:\/\/www.mandat.de\/de\/menu\/ueberuns\/team\/prof-dr-guido-quelle\/\"> Prof. Dr. Guido Quelle<\/a>, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.***<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal lohnt es sich, sprachlich genauer hinzusehen \u2013\u00a0oder hinzuh\u00f6ren, ganz nach Pr\u00e4ferenz \u2013, denn viele Begriffe sind meiner festen \u00dcberzeugung zufolge weder Zuf\u00e4lle noch ist deren Bedeutung im Bewusstsein der meisten Menschen pr\u00e4sent. 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