{"id":10757,"date":"2014-06-06T21:25:40","date_gmt":"2014-06-06T19:25:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandat.de\/de\/?p=10757"},"modified":"2014-06-06T21:25:40","modified_gmt":"2014-06-06T19:25:40","slug":"ein-ganz-normaler-pfingstfreitag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mandat.de\/de\/ein-ganz-normaler-pfingstfreitag\/","title":{"rendered":"Ein ganz normaler Pfingstfreitag"},"content":{"rendered":"<p>Pfingstfreitag, 6. Juni 2014<\/p>\n<p>0:20 Uhr: Ich sitze in einem Taxi in Hamburg auf dem R\u00fcckweg von einem \u00fcberaus kurzweiligen Dinner in den Mozartstuben mit zwei sehr gesch\u00e4tzten Gespr\u00e4chspartnern. Ist sp\u00e4t geworden.<\/p>\n<p>0:45 Zur\u00fcck in meiner Suite im RadissonBlu am Flughafen Hamburg. Kurze Wege sind nachher wichtig.<\/p>\n<p>1:45 Schlafen. Nicht ganz drei Stunden bis zum Wecker. Das ist wenig.<\/p>\n<p>4:35 Wecker nochmal auf schlummern stellen. Ist das fr\u00fch.<\/p>\n<p>4:44 Nochmal neun Minuten schlummern. Alles im Puffer eingeplant.<\/p>\n<p>5:29 Aufschrecken. Gro\u00dfer Mist. Wecker wohl ausgeschaltet. Sch&#8230;ade. Der Flug geht um 6:15 Uhr und 30 Minuten vor Abflug schlie\u00dft der Check-In.<\/p>\n<p>5:29 plus eine Sekunde: Vollgas. Aber richtig Vollgas. Gut, dass alles bereitliegt und der Koffer schon fast komplett gepackt ist. Z\u00e4hneputzen, rasieren, frischmachen.<\/p>\n<p>5:40 Im Durchflug durch die Lobby \u201eSchicken Sie mir die Rechnung zu!\u201c \u2013 \u201eNein, das geht nicht, erst brauche ich Ihre Kreditkarte nochmal\u201c. Super, ausgebremst. Also: Rechnung zahlen. Ich habe ja Zeiiit.<\/p>\n<p>5:41 Rasend zum Flughafen. Ist ja nur \u00fcber die Stra\u00dfe. Gut, dass ich gestern schonmal geschaut habe, wo ich hin muss. Intuition? K\u00f6nnte sein. Los, schneller, gib Gas, Mann!<\/p>\n<p>5:43 Rasiert, akurat gekleidet \u2013 gut, etwas au\u00dfer Atem \u2013 am Air Berlin-Schalter. Aha: 10.000 Leute vor mir. Um Viertel vor Sechs??? Geht nicht anders: Unter den Absperrungen durch: \u201eMein Flug geht gleich, wie kann ich einchecken?\u201c<\/p>\n<p>5:45 Am Spezialschalter, die Air Berlin-Dame wird mich einchecken. Dann die Systemmeldung: Der Check-In f\u00fcr den Flug wurde soeben geschlossen. Telefonische Nachfrage durch die freundliche Mitarbeiterin im Air Berlin-Backoffice. Gl\u00fcck gehabt: Einchecken wird \u2013 trotz Gep\u00e4cks &#8211; nochmal erm\u00f6glicht. Das war knapp.<\/p>\n<p>5:48 Habe \u2013 wie immer \u2013 ein Fast Lane-Ticket f\u00fcr die Security. Ein Gl\u00fcck. Aber: Nat\u00fcrlich piepst es. Durchsuchung. Was hat da gepiepst? Meine Brille???<\/p>\n<p>5:53 Ich rase zum Gate. Selbstverst\u00e4ndlich ist es das aller-allerhinterste Gate im Block C. Nat\u00fcrlich. <\/p>\n<p>5:55 Am Gate. Barcode von der Bordkarte auf den Leser. Bordkarte nicht akzeptiert. Sitz 3F sei belegt. Ja klar, mit mir. Gleich. Nee, nee. Neue Bordkarte. Neuer Sitz. <\/p>\n<p>5:58 Uhr Sitz 7B, Mittelsitz. Super. Air Berlin bietet keine Business Class auf dem Flug an und ich darf in der Mitte sitzen. Das ist genau mein Lieblingsplatz, zwischen fremden Leuten. Fein.<\/p>\n<p>5:59 Ich frage die Stewardess, ob sie noch einen Gang- oder Fensterplatz frei hat. Sie wei\u00df es nicht, wird mich aber ansprechen, wenn sie es wei\u00df. Gut.<\/p>\n<p>6:00 Uhr. Ich sitze auf 7B. Positiv denken: Habe Sport gemacht, nette Menschen kennengelernt, mein Trolley hat jetzt ein Hochgeschwindigkeits-Zertifikat und ich werde planm\u00e4\u00dfig in M\u00fcnchen sein. Wahrscheinlich.<\/p>\n<p>6:20 Kurz vor dem Start: Sitz 7C rechts neben mir bleibt frei. Sehr gut. Die Stewardess meint, das h\u00e4tte sich ja gut gef\u00fcgt. Stimmt. R\u00fcberr\u00fccken, jetzt wird&#8217;s gem\u00fctlich. Mein urspr\u00fcnglicher Platz 3F ist im \u00dcbrigen frei geblieben. Das war der Platz, f\u00fcr den ich eine Bordkarte hatte, die erneuert werden musste. Das verstehe, wer will.<\/p>\n<p>6:25 Ab geht&#8217;s. Take off.<\/p>\n<p>6:45 Die Stewardessen fragen jeden Fluggast, ob er ein Rosinenbr\u00f6tchen oder eine Laugenstange zum Getr\u00e4nk m\u00f6chte. Jeden. Man h\u00f6rt es dauernd. Manche der Gefragten \u00fcberlegen l\u00e4nger, obwohl sie die Frage schon zehnmal geh\u00f6rt haben m\u00fcssen. Variationen der Frage machen es nicht leichter: <\/p>\n<p>6:47 Auf die Frage &#8211; zur Abwechslung gestellt &#8211; &#8222;&#8230; und welchen Snack m\u00f6chten Sie?&#8220; fragt der Typ vor mir: \u201eHm, Snack? Was gibt&#8217;s denn?\u201c Gegenwartsklarheit, mein Freund, Gegenwartsklarheit. Mir lag es auf der Zunge: \u201eSteak mit Salat oder einen Shrimpscocktail, dazu einen Dom Perignon.\u201c (Vermutlich h\u00e4tte der Typ entgegnet, dass das nichts f\u00fcr den fr\u00fchen Morgen w\u00e4re). Die Stewardess ist wesentlich geduldiger und sagt \u201eRosinenbr\u00f6tchen oder Laugenstange\u201c. Das ist ein Job zum Testen des eigenen Freundlichkeits- und Geduldspolsters.<\/p>\n<p>7:00 Uhr ein Rosinenbr\u00f6tchen, einen Tee und ein Wasser sp\u00e4ter sieht die Welt schon ganz gut aus. Warum trinken eigentlich alle Tomatensaft &#8211; nat\u00fcrlich mit Salz und Pfeffer?<\/p>\n<p>7:25 Landung p\u00fcnktlich in M\u00fcnchen. Bremsen funktionieren prima: Meine Brille schie\u00dft vom Sitz in den Gang und mein lang werdender Arm in Verbindung mit einer Ausreizung der sicherheitsgurtbedingt geringen K\u00f6rperreichweite verhindern die Rutschreise der Brille Richtung Cockpit. Hiergeblieben!<\/p>\n<p>7:30 am Gep\u00e4ckband: Ob der Koffer noch mitgekommen ist? W\u00e4re nicht schlecht, denn darin sind Auswertungsberichte des Mandat Growth Indicators, deren Inhalte ich sehr gerne in ein paar Stunden mit dem Top-Management eines \u00f6sterreichischen Unternehmens besprechen m\u00f6chte. Das ist n\u00e4mlich der Grund f\u00fcr die Reise &#8230;<\/p>\n<p>7:32 Ah, News! Das Gep\u00e4ck kommt laut Anzeige &#8222;in 13 Minuten&#8220;. Das ist ein Viertel der Reisezeit von Hamburg nach M\u00fcnchen. Die haben objektiv Beratungsbedarf hier.<\/p>\n<p>7:40 &#8230; und sie meinen das ernst mit den 13 Minuten. Macht ja nichts, ich habe Geduld und vor allem Zeiiiit. Bin ja blo\u00df um 10 Uhr bei einem Klientenunternehmen in \u00d6sterreich verabredet. Mit der gesamten Unternehmensf\u00fchrung. Ich habe also Zeiiiit.<\/p>\n<p>7:41 &#8230;<\/p>\n<p>7:42 &#8230;<\/p>\n<p>7:43 &#8230;<\/p>\n<p>7:44 Mein Koffer!! &#8230; und unbesch\u00e4digt. Donnerwetter. Sogar eine ganze Minute zu fr\u00fch.<\/p>\n<p>7:50 Sechs Minuten sp\u00e4ter bin ich am Sixt Diamond Schalter. Es lohnt sich immer, den bequemsten Status bei einem Dienstleister zu haben, den man bekommen kann. Pfingstferien stehen vor der T\u00fcr, unten bei der &#8222;normalen&#8220; Sixt-Vermietung wird der B\u00e4r los sein. Hier oben bei Sixt Diamond ist Ruhe. Nur ein Kunde vor mir.<\/p>\n<p>7:52 Der Typ hat aber wiederum auch die Ruhe gepachtet. Marke Valium. Jetzt f\u00e4ngt er an, mit der Sixt-Mitarbeiterin zu plaudern. Ich greife ein. Schluss jetzt.\u00a0Wo ist mein Auto?<\/p>\n<p>7:57 Sixt ist super und ich habe mein Auto. Die Mitarbeiterin sagt, heute ist &#8222;Hau-Raus-Tag&#8220; bei Sixt. Statt eines normalen BMW 5ers bekomme ich einen M550xd touring. Es gibt keine Zuf\u00e4lle: Das Auto ist eines von zweien, das f\u00fcr mich als neues Auto in einigen Wochen in Frage kommt. Heute habe ich also sozusagen 500 Kilometer Probefahrt. Nicht schlecht.<\/p>\n<p>7.59 Gep\u00e4ck ins Auto, Sakko aufh\u00e4ngen, Ziel-Adresse ins Navi eingeben, Sitz einstellen, iPhone koppeln. Erster Telefontermin ist um 8:00 Uhr und das ist &#8230;<\/p>\n<p>&#8230; jetzt: 08:00 Uhr. Keiner nimmt ab. Schade.<\/p>\n<p>08:10 Das Auto ist prima. Geht ab wie Schmitz&#8217;s Katze.<\/p>\n<p>08:13 Telefontermin nochmal versuchen. Diesmal klappt&#8217;s.<\/p>\n<p>09:00 Telefontermin beendet und einem Klienten ma\u00dfgeblich geholfen. Dabei ordentlich Kilometer auf freier Bahn geschafft. Bin kurz vor \u00d6sterreich. Klare Sicht, blauer Himmel, strahlende Sonne, Berge. Faszinierend. Ein Geschenk.<\/p>\n<p>09:10 Noch rasch bei Tank &amp; Rast ein Pickerl kaufen. Asfinag versteht keinen Spa\u00df bei Mautprellung. F\u00fcr einen Espresso reicht die Zeit nicht, schade. Krawatte auf dem Parkplatz binden, Autofenster sind prima Spiegel.<\/p>\n<p>09:50 Anne rasch bitten, den Klienten zu informieren, dass es bei mir 15 Minuten sp\u00e4ter wird. Ich kann es nicht \u00e4ndern. Das war die Koffer-Wartezeit &#8211; der Schuldige ist somit gefunden, was ja bekanntlich die Hauptsache ist.<\/p>\n<p>10:15 Ich rolle auf den Hof des Klientenunternehmens. Wir haben den Mandat Growth Indicator dort eingesetzt. Heute ist das von allen mit Spannung erwartete Abschlussgespr\u00e4ch mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung.<\/p>\n<p>12:00 Uhr. Meeting erfolgreich zu Ende. Exakt in der Zeit. Bemerkenswerte Erkenntnisse erlangt. Der Mandat Growth Indicator ist wirklich ein grandioses Werkzeug. Noch Mittagessen mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung in der Kantine.<\/p>\n<p>12:40 Abfahrt zur\u00fcck nach M\u00fcnchen. Will dringend den Pfingstverkehr vermeiden. Mal schnell die letzten Ziele im Navi checken, vielleicht ist der Sixt-Abgabeplatz am Flughafen M\u00fcnchen dabei. Fehlanzeige, aber: drei Nightclubs und ein FKK Club in Augsburg und M\u00fcnchen. &#8222;Da wei\u00dfte Bescheid&#8220;, wie man bei uns im Ruhrgebiet sagt. <\/p>\n<p>12:45 Der 550 Diesel h\u00f6rt sich an, wie ein Gro\u00dfer. Kunstst\u00fcck, mit 381 PS, drei Turbos und einem speziellen Sounddesign f\u00fcr den Innenraum. Drehmoment hat der Bursche auch.<\/p>\n<p>14:25 Tankstelle M\u00fcnchen Flughafen. Eingeblendete Restreichweite mit der Tankf\u00fcllung: 25 Kilometer. Gut, ja, ein bisschen knapp, aber: Ich bin blendend durchgekommen.<\/p>\n<p>14:33 Erkenntnis: Auch ein Diesel kann 13 Liter im Schnitt brauchen. Eine knappe Tankf\u00fcllung auf knapp 500 Kilometer. Spa\u00df hat&#8217;s gemacht.<\/p>\n<p>14:40 Fahrzeugabgabe bei Sixt. Der Kunde vor mir spricht mit der Sixt Mitarbeiterin, w\u00e4hrend er in beiden Ohren wei\u00dfe Ohrh\u00f6rer hat, die zu einem iPhone f\u00fchren, das sinnlos\u00a0\u00a0auf der Theke liegt. Unh\u00f6flich ist das charmanteste Wort, das mir dazu einf\u00e4llt. D\u00e4mlich sieht es n\u00e4mlich obendrein aus, unglaublich d\u00e4mlich sogar, als z\u00f6ge das iPhone an dem Mann. Der Clou aber: Der Kerl verl\u00e4sst einfach verkabelt den Counter, das iPhone auf dem Tresen. Ich: &#8222;Das iPhone!&#8220; Er checkt es bevor die Schwerkraft die Regie \u00fcbernimmt, sagt &#8222;ich wei\u00df&#8220; und geht. Bl\u00f6dmann, ein &#8222;Danke&#8220; h\u00e4tte es auch getan. <\/p>\n<p>14:45 Der Sixt Dame sage ich, dass ich jetzt gerade leider keine Ohrst\u00f6psel zur Hand h\u00e4tte und ohne diese mit ihr reden wolle, ob das ginge? Sie lacht. Was die dort wohl so erleben? Wieder herrlich bequem: Das Auto habe ich auf einem der VIP Pl\u00e4tze abgestellt, jetzt den Schl\u00fcssel abgeben, noch rasch interessehalber die genaue Farbe des Fahrzeugs erfragen: &#8222;Carbonschwarz&#8220; &#8211; sieht in der Sonne aus wie Blau -, sch\u00f6ne Pfingsten w\u00fcnschen und &#8211; Zack &#8211; im Terminal sein.<\/p>\n<p>14:50 Germanwings-Schalter. Zu sp\u00e4t ist bl\u00f6d, aber manchmal ist zu fr\u00fch auch bl\u00f6d. Mein Flug nach Dortmund geht um 17:25 Uhr und die Check-In-Mannschaft kommt erst zwei Stunden vor Abflug, wie mich die privat telefonierende Informations-Dame belehrt. Macht ja nichts, warten ist ja eine meiner St\u00e4rken. Gar kein Problem. Ganz easy. Etwas mehr als eine halbe Stunde, was ist das schon? Pah! Locker. Einfach irgendwo hinsetzen. Ich warte gern!!<\/p>\n<p>14:55 Hinsetzen? Denkste. Der Flughafen ist ein bisschen mehr als proppenvoll. \u00dcber-proppenvoll also. Ich gehe zum Schalter und schreibe diesen Text auf meinem iPhone. Auf die iPhone-Tipp-Idee w\u00fcrde ich sonst echt nicht kommen. V\u00f6llig absonderlich. Was man so macht &#8230;<\/p>\n<p>15:19 Action? Just als ich dies schreibe kommt ein Mitarbeiter der Flughafengesellschaft, nennen wir ihn Heinz, an meinem Schalter vorbei. Aber eben nur vorbei. Ich sehe ihm sein Arbeitslust-Level an: die Mundwinkel folgen konsequent der Schwerkraft und der Rest folgt einem klaren Muster. Ruhig, Brauner, ruhig. <\/p>\n<p>15:20 Heinz kommt, stellt seinen Rucksack ab, geht wieder. Kommt wieder, nestelt am Bordkartendrucker herum und ein metallisches Ger\u00e4usch, das von einem auf den Boden fallenden Metallteil aus dem Drucker stammt, sagt mir, das ist nicht gut. Heinz verteilt Formulare an zwei Schaltern und &#8230; geht wieder. Warum? Ist die Schlange noch nicht lang genug? <\/p>\n<p>15:23 Ah, Heinz muss erst Germanwings-kompatibel werden und kommt folglich ein paar Minuten sp\u00e4ter mit Bonbons wieder, die offenbar zum Check-in geh\u00f6ren. Verstehe. Wichtig. Mensch, Heinz, lass mich rein, bitte, ich gehe auch ohne Bonbons.<\/p>\n<p>15:30 Einige Minuten sp\u00e4ter bin ich eingecheckt. Wieder eher als andere, weil Heinz den Priority Schalter bedient. Es lohnt sich. Seine Kollegin an dem anderen Schalter, nennen wir sie Helga, kommt jetzt auch und faucht als erstes (nach &#8222;Hallo Heinz&#8220;, &#8222;Gr\u00fca\u00df&#8216; Di&#8216;, Helga&#8220;) die Passagiere an, die schon ein Gep\u00e4ckst\u00fcck auf die Waage gelegt haben: &#8222;Noch nichts drauflegen!&#8220; Jawoll, zu Befehl!<\/p>\n<p>15:39 Erw\u00e4hnte ich eigentlich schon, dass der Flughafen ein wenig voll mit Pfingsturlaubern ist? Ein Gl\u00fcck: Wieder eine Fast Lane am Security Check (es piept nichts, wo ist der Unterschied zu heute Morgen, au\u00dfer, dass ich es jetzt \u00fcberhaupt nicht eilig habe?), dann ab in die Europa Lounge, Priority Pass macht&#8217;s m\u00f6glich. <\/p>\n<p>15:40 Klimaanlage, Kaffee, Wasser, Ruhe. Au\u00dfer der Dame am Empfang und mir sind noch f\u00fcnf Leute in der Lounge. Herrlich. Jetzt muss nur noch der Flieger p\u00fcnktlich sein.<\/p>\n<p>15:45 Zum zweiten Mal heute Mails checken. \u00dcberschaubar. Pfingstfreitag eben. Da kommt nichts mehr.<\/p>\n<p>16:00 Uhr Den freundlichen Autoverk\u00e4ufer bei Mercedes anrufen: ich entscheide mich Dienstag zwischen BMW und Mercedes.<\/p>\n<p>16:15 Kurze Terminabstimmung per Mail mit JCI Dublin \u00fcber einen Vortrag von mir dort im November<\/p>\n<p>16:45 Eineinhalb Dutzend kleine Salamis und Hackfleischb\u00e4llchen sp\u00e4ter: Raus aus der Lounge. Ab zum Gate.<\/p>\n<p>16:50 Warten. Endlich einmal warten. Hach. Boarding ist um 16:55. Das klappt nie im Leben.<\/p>\n<p>17:05 Oha, ein bekanntes Gesicht, blo\u00df 10 Minuten zu sp\u00e4t: Heinz kommt mit Schwung und gibt &#8211; voll energiegeladen &#8211; sofort Gas: &#8222;Kann losgehen&#8220;. Auf &#8222;Meine Damen und Herren, Ihr Germanwings-Flug nach Dortmund ist nun zum Einsteigen bereit an Gate D3, bitte &#8230;&#8220; haben wir heute mal verzichtet und leider auch auf die Boarding-Reihenfolge. Hey Heinz, wie sieht&#8217;s aus mit Priority Boarding? Das ist n\u00e4mlich einer der Vorteile eines bemerkenswert \u00fcberteuerten Tickets. <\/p>\n<p>17:06 Heinz, darauf von mir angesprochen: &#8222;Achso ja, haha.&#8220; Gut, dass er nicht &#8222;ja-ja&#8220; gesagt hat, denn was \u201eja-ja\u201c hei\u00dft, wissen wir ja seit Werner. Immerhin: Pfingstfreitag und ich sitze p\u00fcnktlich im Nachmittagsflieger. Nicht schlecht. Hinsetzen, Platz 3F, noch rasch ein paar Termine auf dem Rechner aktualisieren, Buch raus, lesen.<\/p>\n<p>17:32 Take-off, nahezu exakt 12 Stunden nach meinem spontanen Tagesstart. Eigentlich kann jetzt nichts mehr schiefgehen. Der Blick nach drau\u00dfen lohnt: es ist einer dieser wenigen Tage, an denen man aus 10.000 Metern H\u00f6he bis auf den Boden sehen kann. Ein Genuss. Adlerperspektive statt Ameisenperspektive.<\/p>\n<p>17:35 Erstmal &#8218;was essen. Brotzeit American Style, Cola. Wieso hei\u00dft eigentlich etwas automatisch &#8222;American&#8220;, wenn ein bisschen gebratener Speck dabei ist? Lecker.<\/p>\n<p>18:25 Landung in Dortmund. Brille kann diesmal nicht eigenst\u00e4ndig fliegen, sie ist verstaut: Auf der Nase. Der Mensch ist ein lernendes Wesen &#8230; Die Crew fliegt jetzt noch einmal nach M\u00fcnchen und noch einmal zur\u00fcck nach Dortmund. Ist ein bisschen wie Busfahren. Und dabei immer gleich freundlich bleiben.<\/p>\n<p>18:37 Am Gep\u00e4ckband. Warten. Ist klar. Wartezeitverk\u00fcrzung durch nettes Gespr\u00e4ch mit einem Leser des Mandat Growthletters, der mich anspricht. Immer sch\u00f6n, nette Menschen zu treffen. Koffer kommt. Ab zum Taxi.<\/p>\n<p>18:44 Taxi. Begeistert ist der Fahrer von der kurzen Fahrt, dem Gesichtsausdruck zu folgen, nicht. Das k\u00fcmmert mich aber schon lange nicht mehr. &#8222;Kennen Sie die Adresse?&#8220; &#8211; &#8222;Ja&#8220;. Warum muss ich dann keine 5 Minuten sp\u00e4ter den Weg beschreiben? Mann, Mann. <\/p>\n<p>18:50 Dass wir an der Bahnschranke das Ende des G\u00fcterzugs sehen und nicht warten, buche ich allerdings auf die Habenseite. Ich stehe hier regelm\u00e4\u00dfig l\u00e4nger. Muss wohl \u00f6fter das Taxi nehmen.<\/p>\n<p>18:57 Ankunft zuhause. Taxi zahlen, um kurz darauf festzustellen, dass entweder der Taxifahrer oder die &#8222;Gep\u00e4ckexperten&#8220; An irgendeinem Flughafen einen Koffergriff unbrauchbar gemacht haben. Nat\u00fcrlich ist der Taxifahrer weg und es ist kein Nachweis m\u00f6glich. Macht ja nichts. Das ist eine sch\u00f6ne, entspannende Bastel- und Reparaturaufgabe, das mag ich am liebsten. Falsch: Ich kann es nicht ausstehen. <\/p>\n<p>19:00 Uhr Unangenehme Dinge soll man sofort tun, also ran an die Aufgabe. Allerdings bringt auch die unverz\u00fcgliche Bewaffnung mit einer Kombizange (ich bin immer noch im Anzug) nicht den gew\u00fcnschten Erfolg. Das muss wohl Rimowa am Dienstag irgendwie richten. Koffer ins Haus, duschen, umziehen, auspacken ab auf die Terrasse, Beine hoch.<\/p>\n<p>19:35 Uhr Und? Wie war der Tag? Ein ganz normaler Pfingstfreitag. Let&#8217;s call it a day.<\/p>\n<p>\u00a9 2014, <a href=\"http:\/\/www.mandat.de\/de\/menu\/ueberuns\/team\/prof-dr-guido-quelle\/\"> Prof. Dr. Guido Quelle<\/a>, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.***<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pfingstfreitag, 6. Juni 2014 0:20 Uhr: Ich sitze in einem Taxi in Hamburg auf dem R\u00fcckweg von einem \u00fcberaus kurzweiligen Dinner in den Mozartstuben mit zwei sehr gesch\u00e4tzten Gespr\u00e4chspartnern. Ist sp\u00e4t geworden. 0:45 Zur\u00fcck in meiner Suite im RadissonBlu am Flughafen Hamburg. Kurze Wege sind nachher wichtig. 1:45 Schlafen. Nicht ganz drei Stunden bis zum [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[35],"tags":[111,341,527,549,694,771,801,874,959,976,1125,1356,1401,1405,1409,1493,1559,1565,1667,1716,1718,1778,1797,1800,1838,1902,2048,2224,2437,2448,2482,2517],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/mandat.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10757"}],"collection":[{"href":"https:\/\/mandat.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/mandat.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mandat.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mandat.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10757"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/mandat.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10757\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/mandat.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10757"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/mandat.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10757"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/mandat.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10757"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}