{"id":18565,"date":"2019-06-17T07:00:11","date_gmt":"2019-06-17T05:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mandat.de\/de\/?p=18565"},"modified":"2019-06-17T07:00:11","modified_gmt":"2019-06-17T05:00:11","slug":"mandat-wachstums-wochenstart-nr-373-der-irrtum-von-verena-bahlsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mandat.de\/de\/mandat-wachstums-wochenstart-nr-373-der-irrtum-von-verena-bahlsen\/","title":{"rendered":"Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 373: Der Irrtum von Verena Bahlsen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.mandat.de\/de\/banner-wachstums-wochenstart\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-16696 alignleft\" src=\"https:\/\/www.mandat.de\/de\/wp-content\/uploads\/Banner-Wachstums-Wochenstart-300x97.jpg\" alt=\"\" width=\"644\" height=\"208\" \/><\/a>Die aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden viel zitierte Rede von Verena Bahlsen vor einigen Wochen weist aus Wachstumssicht einen ganz wesentlichen Irrtum auf, den ich auch in vielen meiner Vortr\u00e4ge herausarbeite. Es handelt sich um einen grunds\u00e4tzlichen Irrtum, der \u2013 wenn man die Augen \u00f6ffnet \u2013 landein, landaus zu beobachten und der f\u00fcr Wirtschaft und Gesellschaft gleicherma\u00dfen gef\u00e4hrlich ist.<\/p>\n<p>Frau Bahlsen fragt sich und die Zuh\u00f6rer in ihrer Rede, was Wachstum solle, wohin man denn immer wachsen wolle, warum Wirtschaft immer auf Wachstum zielen solle, warum Strategien immer auf Wachstum ausgerichtet sein m\u00fcssten. Sie stellt in ihrer Rede den Sinn von Wachstum in Frage, um dann, gleich darauf, zu artikulieren, dass Wirtschaft f\u00fcr sie bedeute, \u201euns als Gesellschaft voranzubringen\u201c. Das wiederum stimmt.<\/p>\n<p>Und genau hier haben wir das Dilemma und den Irrtum: Wachstum wird \u2013 selbst in der Wirtschaft, selbst in Unternehmenslenkungen \u2013 zu oft singul\u00e4r gleichgesetzt mit quantitativem Ergebniswachstum. Es wird gleichgesetzt mit einem \u201eMehr des ewig Gleichen\u201c. Schnell und plakativ kommt man dann zu der Erkenntnis, dass es das doch wohl nicht sein k\u00f6nne, dass man sich die Sinnfrage stellen m\u00fcsse, dass man doch damit irgendwann ans Ende von Wachstum kommen m\u00fcsse. Ist Wachstum vielleicht doch \u201eb\u00f6se\u201c?<\/p>\n<p>Nein, das ist es nicht. Erstens: Wachstum ist unabdingbar. Wer nicht w\u00e4chst, stirbt oder wird mindestens von dem \u00fcberholt, der wachsen will. Man sage mal einem Startup, es solle aufh\u00f6ren, zu wachsen, das ist schlicht surreal. Zweitens: Wachstum ist nicht reduziert auf die letzte Zeile der Gewinn-und-Verlustrechnung. Die wirtschaftlichen Resultate sind das Ergebnis des vorangegangenen (idealerweise sinnvollen) Handelns. Es geht also um sinnvolles Wirtschaften, inhaltlich und finanziell. Drittens: Wachstum entsteht durch Innovation und diese dient dazu, die Menschen voranzubringen, die \u201eGesellschaft voranzubringen\u201c, wie Verena Bahlsen es formuliert.<\/p>\n<p>Wachstum ist etwas Positives, etwas Gutes. Wenn aber selbst Menschen in einer hochgradig verantwortlichen Wirtschaftsposition es in Frage stellen, bekommen wir ein ernsthaftes gesellschaftliches Problem, weil wir zu der Ansicht gelangen k\u00f6nnten, wir k\u00f6nnten uns ausruhen, wir k\u00f6nnten einfach so in den Tag hinein trudeln, es w\u00fcrde sich schon irgendwie richten. Das wird es nicht.<\/p>\n<p>Wir leben derzeit (noch) in einem zuvor ungeahnten Luxus, der den klaren Blick f\u00fcr das, was an der Reihe ist, zu verstellen geeignet ist. Wof\u00fcr den Blick aber sch\u00e4rfen m\u00fcssen ist: Wir wachsen und wir brauchen ein ganzheitlicheres Verst\u00e4ndnis von Wachstum, ein Verst\u00e4ndnis, das sich \u00fcber Inhalte definiert, nicht singul\u00e4r \u00fcber Ergebniswachstum; ein Wachstum, das sich auch damit besch\u00e4ftigt, wie es von Ressourceninanspruchnahme entkoppelt sein kann. Was \u00fcberhaupt nicht hilfreich ist, ist dieses plakative und bei Sozialromantikern sehr gern geh\u00f6rte oberfl\u00e4chliche Gerede von dem grunds\u00e4tzlich b\u00f6sen Wachstum. Richtiger ist, Wachstum mit dem Voranbringen der Wirtschaft und der Gesellschaft (wieder) st\u00e4rker zu verbinden. Wachstum muss wieder in der Gesellschaft ankommen, das ist auch die dreizehnte These meines Wachstumsmanifests (von der im \u00dcbrigen einige meinen, sie sollte die erste These werden).<\/p>\n<p>Nehmen wir die Herausforderung an. \u00dcberzeugen wir die, die dieses Wachstumsverst\u00e4ndnis ganz offensichtlich noch nicht haben. Wir sind keine Opfer, wir sind die Gestalter.<\/p>\n<p>Auf eine gute Woche!<\/p>\n<p>Ihr und Euer<br \/>\nGuido Quelle<\/p>\n<p><em>Um jeden Montagmorgen automatisch mit einem Wachstumsimpuls in eine erfolgreiche Woche zu starten, registrieren Sie sich f\u00fcr unseren kostenfreien Mandat Wachstums-Wochenstart in unserem Onlineshop: <\/em><a href=\"https:\/\/www.mandat.de\/de\/shop\/Mandat-Wachstums-Wochenstart\/Anmeldung-zum-Mandat-Wachstums-Wochenstart.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Wachstums-Wochenstart abonnieren<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00a9 2019, <a href=\"http:\/\/www.mandat.de\/de\/menu\/ueberuns\/team\/prof-dr-guido-quelle\/\">Prof. Dr. Guido Quelle<\/a>, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.<br \/>\n\u00a9 Jogger: 456750597_anyaberkut <a href=\"http:\/\/www.istockphoto.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">istock.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden viel zitierte Rede von Verena Bahlsen vor einigen Wochen weist aus Wachstumssicht einen ganz wesentlichen Irrtum auf, den ich auch in vielen meiner Vortr\u00e4ge herausarbeite. 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