{"id":19502,"date":"2019-03-22T07:00:56","date_gmt":"2019-03-22T06:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mandat.de\/de\/?p=18216"},"modified":"2019-03-22T07:00:56","modified_gmt":"2019-03-22T06:00:56","slug":"deutsche-bank-plus-commerzbank-noch-keine-gute-idee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mandat.de\/de\/deutsche-bank-plus-commerzbank-noch-keine-gute-idee\/","title":{"rendered":"Wenn aus 1 plus 1 nicht einmal 2 wird: Deutsche Bank plus Commerzbank \u2013 noch keine gute Idee"},"content":{"rendered":"<h4>Das Wachstumspotenzial von Fusionen<\/h4>\n<p>Was wird nicht alles im Vorfeld einer m\u00f6glichen Fusion fabuliert. Ein gro\u00dfes, neues Unternehmen wolle man schmieden, wettbewerbsf\u00e4hig bleiben oder (wieder) werden, nicht zu vergessen, die \u201eSynergien\u201c, die sich ergeben. Nicht selten reagieren die M\u00e4rkte auf Fusionsank\u00fcndigungen mehr oder minder euphorisch, oft eher als Reflex.<\/p>\n<p>Viele Fusionen bleiben, wenn sie denn \u00fcberhaupt stattfinden deutlich \u2013 teilweise sogar existenzbedrohend deutlich \u2013\u00a0hinter den Erwartungen zur\u00fcck. Die Synergien treten nicht ein, weil es sie entweder gar nicht gibt oder weil die Potenziale, die gehoben werden durch andere Ma\u00dfnahmen wieder zunichte gemacht werden und das Gesch\u00e4ftsmodell fehlt nicht selten v\u00f6llig, weil man sich nur auf Gr\u00f6\u00dfe und das Prinzip Hoffnung fokussiert. Weder das eine noch das andere ist ein belastbares Fundament f\u00fcr erfolgreiches Wachstum.<\/p>\n<h4>Aktuelles Beispiel: Deutsche Bank und Commerzbank.<\/h4>\n<p>Diesem Vorhaben fehlt derzeit die notwendige Bedingung f\u00fcr eine am Markt erfolgreiche Fusion mit Wachstumspotenzial, n\u00e4mlich das Gesch\u00e4ftsmodell. Aus zwei schwachen Unternehmen wird nicht ein starkes und wenn Fusionsdruck aus dem Berliner Regierungsviertel ausge\u00fcbt wird, ist das nicht unbedingt ein Vorteil, denn hier wird das Wort \u201eEgo\u201c zu oft gro\u00df und die wirtschaftsstrategische Kompetenz zu h\u00e4ufig klein geschrieben. Brauchen wir wirklich eine marktbedeutende, gro\u00dfe deutsche Bank?<\/p>\n<p>So stellen wir derzeit also fest, dass noch nicht erkennbar ist, wo der Kundenvorteil einer solchen Fusion liegt \u2013 Kunstst\u00fcck, denn es gibt ihn schlicht nicht. Wir beobachten auch, dass \u00fcber Synergien fantasiert wird, was die Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen nat\u00fcrlich schon auf die Barrikaden treibt und was dazu f\u00fchrt, davon d\u00fcrfen wir valide ausgehen, dass sich alle Mitarbeiter in beiden Instituten dar\u00fcber Gedanken machen ob und in welcher Weise sie selbst von einer Fusion betroffen sein werden.<\/p>\n<h4>Grundsatzfragen und Sinnhaftigkeit<\/h4>\n<p>Ganz unabh\u00e4ngig davon, ob die Szenarien eintreten, kosten diese Gedanken und Gespr\u00e4che erhebliche Wachstumspunkte am Markt, denn wenn man die eigene wirtschaftliche Existenz bedroht sieht, ist einem das Hemd n\u00e4her als der Rock, man ist schlicht nicht so leistungsf\u00e4hig. Zudem d\u00fcrfen wir davon ausgehen, dass das Hauen und Stechen erst richtig beginnt, wenn die Tinte unter einem m\u00f6glichen Vertrag trocken ist, das kennen wir als Berater aus Post-Merger-Integration-Projekten, also Projekten, die nach der \u00dcbernahme von Unternehmen oder nach Fusionen den Integrationserfolg sicherstellen sollen, sehr gut.<\/p>\n<p>Nicht genug damit. J\u00fcngst wird bereits kolportiert, die Zusammenlegung der IT w\u00fcrde ein Verm\u00f6gen kosten. Jetzt sind wir endg\u00fcltig im abgrundtiefen \u201eWie\u201c einer Fusion, bevor das \u201eOb\u201c \u00fcberhaupt auch nur ann\u00e4hernd gekl\u00e4rt ist.<\/p>\n<p>Dieses \u201eOb\u201c, die Grundsatzfrage der Sinnhaftigkeit der Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank muss aber zun\u00e4chst gekl\u00e4rt werden und die Antwort darf <strong>nur<\/strong> positiv sein, <strong>wenn ein Kundenvorteil entsteht, der zu gesundem, profitablen Wachstum f\u00fchrt<\/strong>. Wenn Kosten\u00fcberlegungen oder gar politische \u00dcberlegungen dominieren, ergibt sich marktwirtschaftlich daraus noch kein Sinn. Man kann sich das Wachstum nicht ersparen \u2013 im doppelten Wortsinn. Die handelnden Beteiligten sollten also zun\u00e4chst \u00fcber die Marktstrategie sprechen und sich ohne Sch\u00f6nf\u00e4rberei \u00fcberlegen, ob sie durch eine Fusion wirklich Marktvorteile erzeugen. Wenn nur Kostenvorteile erzeugt w\u00fcrden, st\u00fcnde das fusionierte Unternehmen in wenigen Jahren wieder vor einem Scherbenhaufen, aber dann ist in Deutschland niemand mehr zum Fusionieren am Markt. <strong>Es bedarf nicht des Addierens, es bedarf der intelligenten Neukonfiguration<\/strong>.<\/p>\n<p>Eines noch: Die Politik m\u00f6ge sich aus den Diskussionen idealerweise heraushalten, denn Politik und Staat haben noch nicht nachgewiesen, dass sie auch gute Unternehmer sind.<\/p>\n<p>Ihr und Euer<\/p>\n<p>Prof. Dr. Guido Quelle<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mandat.de\/de\/wp-content\/uploads\/people-3303828_1920.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-18217 alignnone\" src=\"https:\/\/www.mandat.de\/de\/wp-content\/uploads\/people-3303828_1920.jpg\" alt=\"\" width=\"677\" height=\"443\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a id=\"post-preview\" class=\"preview button\" href=\"https:\/\/www.mandat.de\/de\/?p=18216&amp;preview=true\" target=\"wp-preview-18216\">Vorschau<span class=\"screen-reader-text\"> (Link \u00f6ffnet in neuem Tab\/Fenster)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wachstumspotenzial von Fusionen Was wird nicht alles im Vorfeld einer m\u00f6glichen Fusion fabuliert. 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