{"id":3505,"date":"2011-07-06T00:10:09","date_gmt":"2011-07-05T22:10:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandat.de\/de\/?p=3505"},"modified":"2011-07-06T00:10:09","modified_gmt":"2011-07-05T22:10:09","slug":"die-kurzfrist-falle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mandat.de\/de\/die-kurzfrist-falle\/","title":{"rendered":"Die Kurzfrist-Falle"},"content":{"rendered":"<p>Die Phrase, dass wir kurzfristig Resultate produzieren m\u00fcssten, weil wir langfristig alle tot seien, wird Keynes zugeschrieben. Lassen wir den Zynismus beiseite, k\u00f6nnen wir feststellen, dass es nat\u00fcrlich erforderlich ist, auch schnelle Resultate vorzuweisen und Powerziele zu verfolgen, die bereits kurzfristige Wirkung zeigen. Wenn wir dabei aber das langfristige Denken au\u00dfen vor lassen, haben wir uns in Sachen Wachstum keinen Gefallen getan.<\/p>\n<p><b>Quartalsdenken<\/b><\/p>\n<p>Den Gipfel der Kurzfristigkeit erfahren Unternehmen, die ausschlie\u00dflich in Quartalen denken. Verstehen wir uns richtig: Nat\u00fcrlich ist es f\u00fcr b\u00f6rsennotierte Unternehmen, die unter strenger Beobachtung der Anteilseigner und Analysten stehen, erforderlich, Quartalszahlen vorzulegen. Wer sich aber zum Ablieferer reduzieren l\u00e4sst und sich von Quartal zu Quartal rettet, hat mit Zitronen gehandelt, denn irgendwann r\u00e4cht sich diese Nicht-Strategie.<\/p>\n<p><b>Nach mir die Sintflut?<\/b><\/p>\n<p>Interessant ist, dass das vielfach kolportierte &#8222;Nach-mir-die-Sintflut&#8220;-Denken gar nicht so h\u00e4ufig vorhanden ist. Es sind h\u00e4ufig einfach ge\u00fcbte Praktiken, die dazu f\u00fchren, dass immer weiter das getan wird, was immer schon getan wurde, n\u00e4mlich das Vorlegen sch\u00f6ner Quartalszahlen. Welche internen Bem\u00fchungen dazu erforderlich sind, ist h\u00e4ufig sekund\u00e4r &#8211; dies sind ja &#8222;eh-da&#8220;-Aufw\u00e4nde.<\/p>\n<p><b>\u00dcberzeugung statt Erf\u00fcllung von Erwartungen<\/b><\/p>\n<p>Unternehmen m\u00fcssen sich keineswegs der Quartalsoptimierung hingeben. Ein konsequent gef\u00fchrter Dialog mit Shareholdern und Analysten, der Aufschluss \u00fcber die Strategie und die dahinter liegenden Ma\u00dfnahmen gibt, ein klarer Wachstumsplan, der verbindlich nachgehalten wird, kann Wunder wirken. Vorst\u00e4nde, die sich der M\u00fche unterzogen haben, diesen Dialog zu f\u00fchren, haben nahezu immer davon profitiert, weil sie aus der Kurzfrist-Falle herauskamen.<\/p>\n<p><b>Verbindlichkeit als Pflicht<\/b><\/p>\n<p>Die &#8222;Kehrseite&#8220; ist dann allerdings eine strenge Verbindlichkeit, unabh\u00e4ngig davon, ob versprochene Resultate eingehalten wurden, oder nicht. Offenheit, Transparenz, das Antizipieren von Ma\u00dfnahmen sind Pflicht. Wird hier &#8211; wissentlich oder unwissentlich &#8211; gepfuscht, wird ein Unternehmen gnadenlos abgestraft. Nicht jede Unternehmensf\u00fchrung will sich dieser Pflicht unterziehen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.<\/p>\n<p><b>Gesch\u00e4ftsbericht als Spiegel<\/b><\/p>\n<p>Es gibt einen ganz einfachen Weg, festzustellen, ob ein Unternehmen eine Wachstumsstrategie hat, oder nicht: Man lege die Gesch\u00e4ftsberichte mehrerer Jahre nebeneinander und lese die Vorworte des Aufsichtsrates und des Vorstandes. Werden Themenf\u00e4den weitergesponnen? Wird Bezug genommen auf Versprochenes und wird gespiegelt, was davon eingetreten ist? Profitabel wachsende Unternehmen tun dies vorbildlich. <\/p>\n<p>Wachstum ist eben kein Zufall.    <\/p>\n<p>(c) 2011, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Phrase, dass wir kurzfristig Resultate produzieren m\u00fcssten, weil wir langfristig alle tot seien, wird Keynes zugeschrieben. Lassen wir den Zynismus beiseite, k\u00f6nnen wir feststellen, dass es nat\u00fcrlich erforderlich ist, auch schnelle Resultate vorzuweisen und Powerziele zu verfolgen, die bereits kurzfristige Wirkung zeigen. 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