{"id":3559,"date":"2011-07-14T19:01:13","date_gmt":"2011-07-14T17:01:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandat.de\/de\/?p=3559"},"modified":"2011-07-14T19:01:13","modified_gmt":"2011-07-14T17:01:13","slug":"europas-wachstum-wo-ist-die-vision","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mandat.de\/de\/europas-wachstum-wo-ist-die-vision\/","title":{"rendered":"Europas Wachstum &#8211; Wo ist die Vision?"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin ein Europa-\u00dcberzeugter. Es gibt meines Erachtens nur wenige echte Alternativen zu einer Europ\u00e4ischen Union und ich finde den Gedanken faszinierend, aus ehemals sich singul\u00e4r optimierenden Staaten etwas zu bilden, das ein gr\u00f6\u00dferes Ganzes ergibt, ohne die jeweiligen Herk\u00fcnfte und Identit\u00e4ten zu vernachl\u00e4ssigen \u2013 vielleicht werden die Unterschiede sogar zur St\u00e4rke.<\/p>\n<p><b>Das irrige Bild<\/b><\/p>\n<p>Diejenigen, die die \u201eVereinigten Staaten von Europa\u201c vor Augen haben und dabei m\u00f6glicherweise auch auf Parallelen zu den \u201eVereinigten Staaten von Amerika\u201c reflektieren, springen allerdings auf einen v\u00f6llig falschen Zug auf. Denn genau die unterschiedlichen Herk\u00fcnfte und gewachsenen Kulturen, die unterschiedlichen Sichten auf den gleichen Sachverhalt und nicht zuletzt auch die Tatsache, dass viele dieser Staaten in ihrer Historie Kriege mit- und gegeneinander gef\u00fchrt haben, macht deutlich, dass der Vergleich zwischen den USA und den \u201eUSE\u201c \u00fcberhaupt nicht funktioniert.<\/p>\n<p><b> Die echte St\u00e4rke \u2013 und einige Engp\u00e4sse<\/b><\/p>\n<p>Das ist auch gar nicht notwendig, k\u00f6nnten wir in Europa doch aus echten eigenen St\u00e4rken Kraft sch\u00f6pfen und die Vielfalt zum hohen Gut erheben. Die einzelnen Staaten haben so vieles beizutragen, dass wir aus den \u201eBest Practices\u201c hohen Gewinn erzielen k\u00f6nnten, wenn \u2013 ja, wenn \u2013 wir nicht dauernd damit besch\u00e4ftigt w\u00e4ren, das nationale Ego zu befriedigen. <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich d\u00fcrfen Staaten ihr eigenes nationales Interesse nicht v\u00f6llig aus den Augen verlieren, aber muss denn immer das Prinzip gewinnen? Oder der Proporz? Darf es nicht auch ein wenig \u00f6fter die Vernunft sein, die als Erste durchs Ziel geht?<\/p>\n<p>Im Augenblick ist der Blick auf die europ\u00e4ische Einheit nat\u00fcrlich durch die Schuldenkrise einiger Mitgliedsl\u00e4nder getr\u00fcbt, aber ich bin sicher, dass die EU daraus gest\u00e4rkt hervorgehen kann, wenn die richtigen Ma\u00dfnahmen getroffen werden und nicht das Prinzip \u201eHoffnung\u201c schon hinreichend f\u00fcr gewisse Ma\u00dfnahmen ist. Lassen wir den Blick aber weiter gehen, \u00fcber das derzeitige operative Tun hinaus: <\/p>\n<p><b>Die (fehlende) Vision<\/b><\/p>\n<p>Was der EU heute v\u00f6llig fehlt, ist eine gemeinsame Vision. Eine Vision, verstanden als m\u00f6glichst greifbares, konkretes, erstrebenswertes, wenn auch vielleicht nie erreichtes Bild einer gemeinsamen Zukunft, ist aber eine der Grundbedingungen f\u00fcr Wachstum. Ohne Vision ger\u00e4t Wachstum zum Zufall. Das kann auch funktionieren, ist aber schon auf Unternehmensebene gef\u00e4hrlich, auf Staaten(verbund)ebene fahrl\u00e4ssig. Wir brauchen eine gemeinsame Vision und das ist etwas, woran die Staats- und Regierungschefs schnellstens arbeiten sollten, wenn sie ihre Schuldenpatienten verarztet haben. Die dann \u00fcberdies erforderlichen Schritte zu einer (mindestens teilweisen) gemeinsamen Wirtschafts- und Verteidigungspolitik (ohne eine aufgebl\u00e4hte Verwaltung) machen erst  Sinn, wenn die Vision verabschiedet ist. Dann kann Europa auch weiterhin eine Erfolgsgeschichte sein. <\/p>\n<p>Ihr <a href=\"\/menu\/ueberuns\/team\/prof-dr-guido-quelle\/\">Guido Quelle<\/a><\/p>\n<p>(c) 2011, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin ein Europa-\u00dcberzeugter. Es gibt meines Erachtens nur wenige echte Alternativen zu einer Europ\u00e4ischen Union und ich finde den Gedanken faszinierend, aus ehemals sich singul\u00e4r optimierenden Staaten etwas zu bilden, das ein gr\u00f6\u00dferes Ganzes ergibt, ohne die jeweiligen Herk\u00fcnfte und Identit\u00e4ten zu vernachl\u00e4ssigen \u2013 vielleicht werden die Unterschiede sogar zur St\u00e4rke. 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