{"id":3697,"date":"2011-08-24T01:11:57","date_gmt":"2011-08-23T23:11:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandat.de\/de\/?p=3697"},"modified":"2011-08-24T01:11:57","modified_gmt":"2011-08-23T23:11:57","slug":"der-irrtum-wissensmanagement","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mandat.de\/de\/der-irrtum-wissensmanagement\/","title":{"rendered":"Der Irrtum &#8222;Wissensmanagement&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Viele Unternehmen setzen in Sachen Wachstum auf vermeintlich naheliegende Dinge. Einige dieser Dinge entwickeln sich zu einem regelrechten &#8222;Hype&#8220; und eines davon ist &#8222;Wissensmanagement&#8220;.<\/p>\n<p><b>Wissen l\u00e4sst sich nicht managen<\/b><\/p>\n<p>Die Absicht ist positiv: Unternehmen wollen daf\u00fcr Sorge tragen, dass das Wissen, das im Unternehmen besteht, nicht verloren ist, wenn Mitarbeiter abends nach Hause gehen, oder das Unternehmen gar verlassen. So weit, so gut. Der Versuch indes, Wissen zu formalisieren und in Datenbanken zu speichern, wie es viele Beratungsunternehmen anraten, schl\u00e4gt regelm\u00e4\u00dfig fehl. Wissen l\u00e4sst sich n\u00e4mlich nicht managen. \u00c4hnlich wie der Zeit ist es dem Wissen egal, was wir mit ihm machen. Es k\u00fcmmert sich nicht.<\/p>\n<p><b>Die eigentliche Absicht<\/b><\/p>\n<p>Statt die Modewelle &#8222;Wissensmanagement&#8220; zu surfen, sind Unternehmen besser beraten, ihr Wissen zu materialisieren, um Wachstum zu erzeugen. M\u00f6glichkeiten dazu bestehen unter anderem darin, Checklisten zu erzeugen, Verfahren zu beschreiben, Positionspapiere zu verfassen oder gar Marken oder Patente zu kreieren, die dazu f\u00fchren, dass das Wissen nicht nur materialisiert, sondern auch gesch\u00fctzt ist. Das Aufschreiben sogenannten &#8222;Wissens&#8220; in Datenbanken, die mit hohem Aufwand erstellt wurden und gepflegt werden m\u00fcssen, springt zu kurz. Dies hilft in der Regel nur dem IT-Berater, der die Datenbank erarbeitet und pflegt.<\/p>\n<p><b>Wikis als Allheilmittel?<\/b><\/p>\n<p>Auch die modernere Form der &#8222;Wissensspeicherung&#8220; in unternehmensinternen Wikis ger\u00e4t an eine Grenze, n\u00e4mlich die der Akzeptanz. Ist h\u00e4ufig noch eine gewisse Euphorie in der Best\u00fcckung eines Wikis zu beobachten, f\u00fchrt das operative Gesch\u00e4ft doch schnell dazu, dass die Wiki-Inhalte nicht gepflegt werden und damit veralten. Einmal ganz abgesehen von der tats\u00e4chlichen Nutzung und der Anzahl der Nutzer. <\/p>\n<p><b>Die Akzeptanz des Unperfekten<\/b><\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns damit abfinden, dass sich das Wissen eines Unternehmens nicht vollst\u00e4ndig abbilden l\u00e4sst. Wir m\u00fcssen das Unperfekte akzeptieren. Immer, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verl\u00e4sst, geht auch ein wenig Wissen verloren. Haben wir das einmal erkannt, stellen wir fest, dass Perfektion auch hier gar nicht notwendig ist &#8211; meist ist die Unternehmung so robust, dass der Wissensverlust schnell kompensiert werden kann. <\/p>\n<p><b>Die informelle Weitergabe<\/b><\/p>\n<p>Unternehmen, die Wissensmanagement etwas entspannter betreiben und dennoch erfolgreich wachsen, setzen &#8211; zus\u00e4tzlich zu den oben genannten Materialisierungsm\u00f6glichkeiten &#8211; auf eine nicht-greifbare Komponente, n\u00e4mlich die informelle Weitergabe unternehmenswichtigen Wissens von einem Mitarbeiter zum n\u00e4chsten. &#8222;Wir machen das hier folgenderma\u00dfen &#8230;&#8220; leitet oft die Wissensweitergabe ein. <\/p>\n<p>Erfolgreich wachsende Unternehmen haben erkannt, dass sie diese Form der Weitergabe f\u00f6rdern m\u00fcssen, z. B. durch Patenschaften, Prozess-Ownerships und durch das Bewusstsein, dass auch vermeintliche Selbstverst\u00e4ndlichkeiten mitunter keine solchen sind. Auf eines verlassen sich erfolgreich wachsende Unternehmen jedenfalls nicht: Auf die IT als Hoheit \u00fcber Wissen und Unwissen. Sagen Sie das Ihrem &#8222;Wissensmanagement-Berater&#8220; bei n\u00e4chster Gelegenheit.<\/p>\n<p>Ihr <a href=\"\/menu\/ueberuns\/team\/prof-dr-guido-quelle\/\">Guido Quelle<\/a><\/p>\n<p>(c) 2011, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Unternehmen setzen in Sachen Wachstum auf vermeintlich naheliegende Dinge. Einige dieser Dinge entwickeln sich zu einem regelrechten &#8222;Hype&#8220; und eines davon ist &#8222;Wissensmanagement&#8220;. 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