{"id":6047,"date":"2012-07-25T09:00:29","date_gmt":"2012-07-25T07:00:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandat.de\/de\/?p=6047"},"modified":"2012-07-25T09:00:29","modified_gmt":"2012-07-25T07:00:29","slug":"servicewuste-deutschland-und-es-gibt-sie-doch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mandat.de\/de\/servicewuste-deutschland-und-es-gibt-sie-doch\/","title":{"rendered":"Servicew\u00fcste Deutschland? Und es gibt sie doch!"},"content":{"rendered":"<p>Die gute Nachricht vorab: Ebenso einfach, wie man sich durch eigentlich selbstverst\u00e4ndliches Verhalten (P\u00fcnktlichkeit, H\u00f6flichkeit, Zuverl\u00e4ssigkeit) als Person differenzieren kann, kann sich ein Unternehmen durch Antizipieren von Kundenbed\u00fcrfnissen, Eingehen auf den Kunden und Verzicht auf egoistische Selbstoptimierung differenzieren.<\/p>\n<p>Hier sind Worst Practices, die ich vor kurzem auf einer Reise erlebt habe:<\/p>\n<p>Ich erreichte das Hilton Hotel im Frankfurter Flughafen erst sp\u00e4t am Abend, was auch avisiert worden war. Obwohl ich Diamond Member bin, wurde mir kein Upgrade angeboten. Die Fenster der Suite, die ich gebucht hatte, wiesen auf einen innenliegenden Bauk\u00f6rper, der sich ca. einen oder zwei Meter von der einen der beiden Fensteranlagen entfernt \u00fcberraschend darbot. Die zweite Unverst\u00e4ndlichkeit, f\u00fcr meine Begriffe. Ich hatte keine Zeit zu verlieren, da ein Klient und ich ein abendliches Meeting vereinbart hatten, so verzichtete ich auf eine Reklamation.<\/p>\n<p>Unser Meeting ging bis ca. 0.30 Uhr, am n\u00e4chsten Morgen musste ich einen sehr fr\u00fchen Flieger bekommen. Um 05.59 Uhr betrat ich die Lobby, um festzustellen, dass es ein Early Bird Croissant Fr\u00fchst\u00fcck gab. L\u00f6blich. Leider war es nach meinem Auschecken um 06.01 Uhr vollst\u00e4ndig abgebaut &#8211; dass es ein regul\u00e4res Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fcr Diamond Member gab, habe ich erst sp\u00e4ter erfahren. Schade.<\/p>\n<p>Hungrig hastete ich zum Lufthansa Schalter, nahe des Hotels, um mein Gep\u00e4ck schnell aufzugeben. Das Resultat zeigt das folgende Foto:<\/p>\n<div id=\"attachment_6048\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"\/wp-content\/uploads\/IMG_2173.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6048\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-6048\" title=\"IMG_2173\" src=\"\/wp-content\/uploads\/IMG_2173-300x225.jpg\" alt=\"Einsamkeit am Lufthansa Checkin\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6048\" class=\"wp-caption-text\">Einsamkeit am Lufthansa Checkin<\/p><\/div>\n<p>Einsamkeit &#8230; Leere &#8230; Offenbar ist es ungew\u00f6hnlich, dass Lufthansa-Passagiere ihr Gep\u00e4ck morgens um 6 Uhr in der N\u00e4he des Hotels aufgeben m\u00f6chten. Schade.<\/p>\n<p>Eigentlich dachte ich, es w\u00e4ren nun genug \u00dcberraschungen f\u00fcr einen Tag, der eigentlich noch gar nicht begonnen hatte, zumindest nach meiner Zeitrechnung. Aber die Dame am Lufthansa-Schalter in der Haupthalle schaffte doch noch ein weiteres Highlight. Nachdem ich ihr mein Flugziel nannte und meine Kreditkarte gegeben hatte, begann der folgende Dialog:<\/p>\n<p>Lufthansa-Mitarbeiterin (LH): &#8222;Auf welcher Maschine sind Sie denn gebucht?&#8220;<br \/>\nIch (ungehalten): &#8222;Wei\u00df ich nicht.&#8220;<br \/>\nLH: &#8222;Ich m\u00fcsste das wissen.&#8220;<br \/>\nIch: &#8222;Stimmt, finde ich auch: Sie m\u00fcssten das wissen. Sollten Sie mir das nicht sagen?&#8220;<br \/>\nLH: &#8222;Wie war Ihr Name?&#8220;<br \/>\nIch: &#8222;Wieso schauen Sie nicht auch die Kreditkarte, die vor Ihnen liegt?&#8220;<br \/>\nLH: &#8222;Es gibt eine Maschine um 7.10 und eine um 8.50.&#8220;<br \/>\nIch: &#8222;Und?&#8220;<br \/>\nLH: &#8222;Auf welcher sind Sie?&#8220;<\/p>\n<p>Mir platzte fast der Kragen, als mir klar wurde, dass die Mitarbeiterin mehr Arbeit mit ihrer Computermaske haben musste, wenn sie mich namentlich zu suchen hatte, als wenn ich ihr bereits eine feste Uhrzeit sagte. Ich gab ihr zu verstehen, dass ich das nicht unter Kundenfreundlichkeit verst\u00fcnde und zog mit meinem Ticket, das dann doch &#8218;mal ausgestellt wurde, meiner Wege &#8211; zum n\u00e4chsten Caf\u00e9, weil ich erst einmal einen Espresso brauchte. Ich wei\u00df schon, weshalb ich lieber mit Singapore Airlines auf der Langstrecke unterwegs bin &#8230;<\/p>\n<p>Fazit: Kundenfreundlichkeit, HIneinversetzen in den Kunden und Antizipation seiner Bed\u00fcrfnisse bringen per Sekunde einen enormen Wettbewerbsvorsprung.<\/p>\n<p>Der guten Ordnung halber sei erw\u00e4hnt, dass sich das Hilton am Frankfurter Airport inzwischen aufmerksam mit meiner Unzufriedenheit, die ich in der per E-Mail zugestellten Zufriedenheitsbefragung zum Ausdruck brachte, auseinandergesetzt hat und sich um mich als Kunden bem\u00fchte.<\/p>\n<p>Ihr <a href=\"\/menu\/ueberuns\/team\/prof-dr-guido-quelle\/\">Guido Quelle<\/a><\/p>\n<p>(c) 2012, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gute Nachricht vorab: Ebenso einfach, wie man sich durch eigentlich selbstverst\u00e4ndliches Verhalten (P\u00fcnktlichkeit, H\u00f6flichkeit, Zuverl\u00e4ssigkeit) als Person differenzieren kann, kann sich ein Unternehmen durch Antizipieren von Kundenbed\u00fcrfnissen, Eingehen auf den Kunden und Verzicht auf egoistische Selbstoptimierung differenzieren. 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