{"id":6998,"date":"2013-01-09T08:00:09","date_gmt":"2013-01-09T07:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandat.de\/de\/?p=6998"},"modified":"2013-01-09T08:00:09","modified_gmt":"2013-01-09T07:00:09","slug":"ceo-tipp-des-monats-januar-2013-starre-compliance-regeln-oder-angemessenheit-sie-entscheiden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mandat.de\/de\/ceo-tipp-des-monats-januar-2013-starre-compliance-regeln-oder-angemessenheit-sie-entscheiden\/","title":{"rendered":"CEO Tipp des Monats Januar 2013: Starre Compliance Regeln oder Angemessenheit? Sie entscheiden."},"content":{"rendered":"<p>Vor kurzem habe ich dem Sprecher der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung eines namhaften Unternehmens mein Buch \u201eProfitabel wachsen\u201c mit einer pers\u00f6nlichen Widmung gesendet, weil ich meine, dass das Buch dem Unternehmen helfen kann. Wer beschrieb mein Erstaunen, als das Buch mit einer Notiz retourniert wurde, die besagte, dass die Mitarbeiter des besagten Unternehmens generell keine Geschenke annehmen d\u00fcrften. Wohlgemerkt, unterzeichnet vom Sprecher der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, dem Adressaten.<\/p>\n<p>Dies ist ein wunderbares Beispiel f\u00fcr mangelndes Gef\u00fchl f\u00fcr Angemessenheit. Selbst dann, wenn die Regel f\u00fcr ein 39,95-Euro-Buch wirklich Bestand haben sollte, h\u00e4tten mehrere bessere Optionen bestanden. Hier sind vier:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Adressat h\u00e4tte uns einen Scheck \u00fcber 39,95 Euro schicken oder um eine Rechnung bitten k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Er h\u00e4tte den Betrag spenden und mich dar\u00fcber informieren k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Er h\u00e4tte das Buch f\u00fcr eine unternehmensinterne Tombola ausloben k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Er h\u00e4tte das Buch in die unternehmenseigene Bibliothek stellen k\u00f6nnen, damit m\u00f6glichst viele Mitarbeiter einen Nutzen davon haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dieser Adressat hat sich aber daf\u00fcr entschieden, mir das gewidmete Buch, das ich in der festen \u00dcberzeugung gesendet habe, dass es ihm helfen w\u00fcrde, an mich zur\u00fcckzusenden. Ich nehme das nicht pers\u00f6nlich, finde es aber v\u00f6llig \u00fcber das Ziel hinausgeschossen. Wenn Compliance-Regeln die Angemessenheit nicht mehr ber\u00fccksichtigen, wenn sie statt dessen die Mitarbeiter \u2013 bis hin zur Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung \u2013 von Entscheidungen freistellen, das Urteilsverm\u00f6gen also gar nicht mehr fordern, sind diese Regeln Ausdruck einer gedankenlosen B\u00fcrokratie. Glaubt wirklich jemand, dass Beratungsmandate im Wert von ein paar Hunderttausend Euro wegen eines gesendeten Buches vergeben werden? Ich bitte Sie, bleiben wir doch ernst.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00fcssen Regeln durchgezogen werden, wenn sie einmal aufgestellt wurden, das ist nicht mein Punkt. Mein Punkt ist, dass die Regel in diesem Fall \u2013 und in vielen weiteren mir bekannten F\u00e4llen \u2013 unsinnig ist. Die Vermittlung von Angemessenheit, die intensive unternehmensinterne Diskussion \u00fcber \u201erichtig\u201c und \u201efalsch\u201c, die Vermittlung der F\u00e4higkeit fallweise Entscheidungen aus einem gesunden Ethik- und Moralverst\u00e4ndnis heraus zu treffen, ist eine wesentliche F\u00fchrungsaufgabe. Zu h\u00e4ufig wird mit einer unternehmensweiten Compliance schlicht alles erschlagen. Den Mitarbeitern \u2013 erneut: bis hin zur Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung \u2013 werden Entscheidungen abgenommen, \u00fcber die es besser gewesen w\u00e4re, zu diskutieren.<\/p>\n<p>Compliance ist ein wichtiges Thema. Verzichten Sie aber darauf, Ihre Mitarbeiter zu entm\u00fcndigen. Sorgen Sie lieber f\u00fcr einen gesunden Dialog dar\u00fcber, was das Unternehmen als richtig oder falsch ansieht. Dieser aktive Dialog, der st\u00e4ndig aufrechterhalten werden muss, sorgt daf\u00fcr, dass im Unternehmen auch in anderen F\u00e4llen als dem der vermeintlichen Geschenkannahme, bessere Entscheidungen getroffen werden, weil sie eine ganzheitlichere Sicht enthalten. Lassen Sie sich nicht von B\u00fcrokraten einreden, alles m\u00fcsse verboten werden. Halten Sie dagegen, dass Sie es mit m\u00fcndigen Erwachsenen zu tun haben, die ein Recht darauf haben, dar\u00fcber zu sprechen, was im Unternehmen geschehen soll und was nicht. Das Recht auf aktive Entscheidungen enth\u00e4lt auch die Pflicht zur Urteilsfindung. Diese beiden Faktoren sind wesentliche S\u00e4ulen eines Wachstumsdenkens.<\/p>\n<p>(c) 2013, <a href=\"\/menu\/ueberuns\/team\/prof-dr-guido-quelle\/\"> Prof. Dr. Guido Quelle<\/a>, Mandat Managementberatung GmbH<\/p>\n<p><em>Der CEO-Tipp des Monats ist Auszug aus dem monatlich erscheinenden Mandat Growthletter, der kostenfrei bezogen werden kann: <a title=\"Anmeldung Mandat Growthletter\" href=\"\/menu\/veroeffentlichungen\/mandat-growthletter\/mandat-growthletter-anmeldung\/\">Anmeldung<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Die aktuelle Ausgabe <a title=\"Mandat Growthletter laden\" href=\"\/menu\/veroeffentlichungen\/mandat-growthletter\/mandat-growthletter-aktuelle-ausgabe\/\">ist hier zum Download verf\u00fcgbar (PDF, ca. 3 MB) <\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor kurzem habe ich dem Sprecher der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung eines namhaften Unternehmens mein Buch \u201eProfitabel wachsen\u201c mit einer pers\u00f6nlichen Widmung gesendet, weil ich meine, dass das Buch dem Unternehmen helfen kann. 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