{"id":8970,"date":"2013-08-06T09:50:40","date_gmt":"2013-08-06T07:50:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandat.de\/de\/?p=8970"},"modified":"2013-08-06T09:50:40","modified_gmt":"2013-08-06T07:50:40","slug":"washington-post-bezos-und-wachstum-was-wir-lernen-konnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mandat.de\/de\/washington-post-bezos-und-wachstum-was-wir-lernen-konnen\/","title":{"rendered":"Washington Post, Bezos und Wachstum: Was wir lernen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p>Der vielleicht bemerkenswerteste Satz im Rahmen des Verkaufs der Wahsington Post an den Privatmann Jeff Bezos stammt aus einem Brief von Donald Graham, dem Vorstandsvorsitzenden des Konzerns: &#8222;Das Zeitungsgesch\u00e4ft hat nicht aufgeh\u00f6rt, Fragen aufzuwerfen, auf die wir keine Antworten haben.&#8220; So wird Graham auf FAZ.net heute Morgen zitiert.<\/p>\n<p>Abgesehen davon, dass ich es respektabel finde, wenn eine Konzernleitung eingesteht, keine Antworten mehr auf die anstehenden Fragen zu haben, sind hier Lehren daraus, f\u00fcr alle diejenigen von uns, die sich mit Wachstum auseinandersetzen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die anderen: &#8222;Das Zeitungsgesch\u00e4ft&#8220; kann keine Fragen aufwerfen. Es sind nicht die anderen. Man ist als Washington Post Teil &#8222;des Zeitungsgesch\u00e4fts&#8220;. Man kann, darf, soll und muss es mitgestalten. Chance verpasst durch Abstraktion auf &#8222;das Zeitungsgesch\u00e4ft&#8220;.<\/li>\n<li>Die Zielgruppe: Es gibt durchaus Zeitungen, die erfolgreich agieren. Was, also, ist fehlerhaft konfiguriert worden? Welche Rolle spielen die Leser? Sterben sie aus, wie es bei manchen Zeitungen der Fall ist? Hat man vers\u00e4umt, die Zielgruppe weiterzuentwickeln? Offenbar.<\/li>\n<li>Die Marke: Die Marke wurde damit einhergehend nicht zeitgem\u00e4\u00df weiterentwickelt. Dass so etwas auch in konservativen Unternehmen der Branche funktioniert, macht die FAZ deutlich vor. Obwohl bei der FAZ um jede noch so geringe Ver\u00e4nderung gerungen wird (was Sinn ergibt!), wird beispielsweise das Online-Business und auch das bezahlte Online-Business konsequent weiterentwickelt, ohne die hohe redaktionelle Qualit\u00e4t zu verlieren.<\/li>\n<li>Die Mitarbeiter: Es ist nicht die Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden, Antworten auf die Fragen &#8222;des Zeitungsgesch\u00e4fts&#8220; zu finden, zumal die Washington Post, wie es hei\u00dft, zuletzt nur noch 14% des Konzernumsatzes repr\u00e4sentierte. Aber es ist die Aufgabe der Mitarbeiter, eine Zeitung weiterzuentwickeln. Dazu geh\u00f6rt das Miteinander zwischen Redaktion, mit dem Bedarf &#8211; im Falle der Washington Post &#8211; des hohen Qualit\u00e4tsniveaus, aber dazu geh\u00f6ren auch Mitarbeiter, die sich mit der strategischen und taktischen Positionierung besch\u00e4ftigen und die mit der Redaktion entsprechend ringen. Ganz offenbar gab es hier erhebliche Defizite.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Probleme der Washington Post liegen in der Vergangenheit, nicht so sehr in der j\u00fcngeren Zeit. Die Bremsen des Unternehmens liegen innen, nicht au\u00dfen. Es wurde vers\u00e4umt, ein Unternehmen, eine Traditionsmarke, gezielt weiter zu entwickeln und es wurde vers\u00e4umt zu akzeptieren, dass Wandel, Fokus und Weglassen wesentliche Treiber f\u00fcr profitables Wachstum sind.<\/p>\n<p>(c) 2013, <a href=\"\/menu\/ueberuns\/team\/prof-dr-guido-quelle\/\"> Prof. Dr. Guido Quelle<\/a>, Mandat Managementberatung GmbH<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der vielleicht bemerkenswerteste Satz im Rahmen des Verkaufs der Wahsington Post an den Privatmann Jeff Bezos stammt aus einem Brief von Donald Graham, dem Vorstandsvorsitzenden des Konzerns: &#8222;Das Zeitungsgesch\u00e4ft hat nicht aufgeh\u00f6rt, Fragen aufzuwerfen, auf die wir keine Antworten haben.&#8220; So wird Graham auf FAZ.net heute Morgen zitiert. 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