{"id":9517,"date":"2013-11-15T15:13:59","date_gmt":"2013-11-15T14:13:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandat.de\/de\/?p=9517"},"modified":"2013-11-15T15:13:59","modified_gmt":"2013-11-15T14:13:59","slug":"sieben-strategische-herausforderungen-des-lebensmittel-einzelhandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mandat.de\/de\/sieben-strategische-herausforderungen-des-lebensmittel-einzelhandels\/","title":{"rendered":"Sieben strategische Herausforderungen des Lebensmittel-Einzelhandels"},"content":{"rendered":"<p>Wie bereits im Jahr 2012 halte ich auch im Wintersemester 2013\/2014 die Vorlesung &#8222;Strategy Consulting&#8220; an der SRH Hochschule f\u00fcr Logistik und Wirtschaft in Hamm \/ Westfalen. Zusammen mit meinen hochengagierten, motivierten Studierenden haben wir gestern sieben (strategische) Herausforderungen f\u00fcr den Lebensmittel-Einzelhandel erarbeitet. Hier sind sie:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Balance zwischen Wertigkeit und Preis schaffen.<\/strong><br \/>\nEine immer h\u00f6here Wertigkeit der Produkte, durch mehr Regionalit\u00e4t aus entsprechend nicht-industrieller Herkunft, immer mehr &#8222;\u00d6ko&#8220;, &#8222;Bio&#8220;, &#8222;fair&#8220; haben ihren Preis. Genau der Preis ist es aber, der gerade im umk\u00e4mpften deutschen Lebensmittel-Einzelhandel eine wesentliche Rolle bei der Kaufentscheidung spielt. Ein Umdenken der Kunden, das zu deutlich h\u00f6heren Ausgaben pro Einkauf f\u00fchren w\u00fcrde, bedarf eines l\u00e4ngeren Zeitraums. In der Zwischenzeit ist der Handel gefordert, die Balance zwischen Wertigkeit und Preis zu halten. Daher wird sich auch das Sortiment weiterhin eher ausdehnen, um den Konsumenten die Chance zu geben, preisg\u00fcnstige Produkte und gleichzeitig ausgew\u00e4hlt Bio, fair, \u00d6ko, regional zu kaufen.<\/li>\n<li><strong>Qualit\u00e4t der Beratung und damit zusammenh\u00e4ngende Kosten<\/strong><br \/>\nNicht nur die Beratung selbst im Handel ist es, die zunehmend gefragt ist &#8211; besonders auch in M\u00e4rkten wie \u00d6sterreich -, sondern auch das Gespr\u00e4ch im Markt kann kaufentscheidend und frequenzentscheidend sein. Ein nicht-messbarer Faktor, der allerdings, will man ihm Rechnung tragen, mit sehr wohl messbaren Kosten, n\u00e4mlich Personalkosten unterf\u00fcttert werden muss. Bis zu welchem Grad sind diese Investitionen lohnend? Der Blick darauf lohnt auf jeden Fall.<\/li>\n<li><strong>Logistik-Anforderungen<\/strong><br \/>\nViele H\u00e4ndler tun es heute schon, noch mehr werden es tun m\u00fcssen, wollen sie den wachsenden Lieferdienst-Bestrebungen etwas entgegensetzen. Lieferdienste profitieren vor allem davon, dass routinem\u00e4\u00dfig das gleiche bestellt wird und sie in der Lage sind, die Logistik effizient zu organisieren. Was tut der LEH? Vier K\u00e4sten Fachinger in den dritten Stock zu tragen ist auch durch 1 Euro Aufpreis nicht abzupuffern. Der LEH ben\u00f6tigt eine Antwort auf die Frage nach der Lieferung.<\/li>\n<li><strong>Eigenmarke vs. Unternehmensmarke<\/strong><br \/>\nRewe beispielsweise positioniert seine gleichnamige Eigemarke zunehmend. Wie konturiert die Unternehmensmarke REWE die Produktmarke &#8222;Rewe&#8220;, vor allem auch in Bezug auf &#8222;Ja!&#8220;? Wie ist die \u00fcberhaupt die Zukunft von &#8222;Ja!&#8220;? Wird &#8222;Rewe Bio&#8220; ein eigenst\u00e4ndiges Leistungsversprechen halten? Wof\u00fcr wird die Unternehmensmarke k\u00fcnftig stehen? Bleibt es bei der Symbiose zwischen Discount und Rewe am gleichen Standort? Antworten hierauf m\u00fcssen aus strategischer Sicht gegeben werden.<\/li>\n<li><strong>Regionalit\u00e4t vs. Internationalit\u00e4t<\/strong><br \/>\nZahlreiche LEH setzen auf die oben bereits beschriebene Regionalit\u00e4t. Was aber, wenn der Kunde sich daran gew\u00f6hnt hat, dass die Tomaten auch im Winter frisch sind, dass es Flugmango gibt und dass Erdbeeren weitaus kein Sommerobst mehr sind? Wird weiterhin beides angeboten? Das regionale Sortiment und das internationale? Wie wird hier Wirtschaftlichkeit dauerhaft erzeitl, auch angesichts absehbar steigender Transportkosten, verbunden mit dem Unwillen, f\u00fcr die Produkte mehr zu bezahlen und der zunehmenden Aufmerksamkeit der Konsumenten auf fair trade? Eine strategische Herausforderung.<\/li>\n<li><strong>Der richtige Filialtyp<\/strong><br \/>\nDer LEH hat sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Filialtypen es geben soll, ob jeder Filialtyp erforderlich und ob udn wenn ja auf welche Weise die einzelnen Filialtypen zum profitablen Wachstum beitragen. Bei hoher Unterschiedlichkeit von Filialtypen (z. B. hat Billa in \u00d6sterreich vier Filialtypen, die z. T. sehr unterschiedlich sind) ist dies eine gro\u00dfe F\u00fchrungsherausforderung.<\/li>\n<li><strong>Convenience als Trendfrage<\/strong><br \/>\nDer Faktor &#8222;Zeit&#8220; wird immer wichtiger. Welche Antworten liefert der LEH auf den zunehmenden Bedarf nach attraktiven Convenience-Angeboten? Der lieblos zusammengestellte, bereits gewaschene Salat, den wir fr\u00fcher als &#8222;Convenience&#8220; bezeichnet haben, gen\u00fcgt nicht mehr. Wie wird der &#8222;Convenience&#8220;-Gedanke weitergedacht?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Sind dies alle strategischen Herausforderungen des LEH? Nein, aber es sind sieben valide Dinge, \u00fcber die in LEH-Unternehmen nachgedacht werden soll. Dass hier noch erhebliches Potenzial besteht, sehen wir t\u00e4glich in den M\u00e4rkten.<\/p>\n<p>Welche Erg\u00e4nzungen sehen Sie? Kommentieren Sie hier oder schreiben Sie mir.<\/p>\n<p>Vielen Dank an Frauke Barfues, Marc Borgmann, Henrik Brieke, Christoph Gerling, Lars Henkemeier, Jens Mielke, Vembi Noverli und Julianna Siman f\u00fcr die Inspiration f\u00fcr und Diskussion \u00fcber diesen Beitrag.<\/p>\n<p>(c) 2013, <a href=\"\/menu\/ueberuns\/team\/prof-dr-guido-quelle\/\"> Prof. Dr. Guido Quelle<\/a>, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bereits im Jahr 2012 halte ich auch im Wintersemester 2013\/2014 die Vorlesung &#8222;Strategy Consulting&#8220; an der SRH Hochschule f\u00fcr Logistik und Wirtschaft in Hamm \/ Westfalen. Zusammen mit meinen hochengagierten, motivierten Studierenden haben wir gestern sieben (strategische) Herausforderungen f\u00fcr den Lebensmittel-Einzelhandel erarbeitet. Hier sind sie: Balance zwischen Wertigkeit und Preis schaffen. 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