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Film ab – Impressionen vom 17. Internationalen Marken-Kolloquium

Wir haben für Sie die schönsten Momente des 17. Internationalen Marken-Kolloquiums mit persönlichen Statements der Referenten und lebhaften Einblicken hinter die Klostermauern in nur fünf Minuten zusammengefasst und wünschen Ihnen jetzt viel Freude damit:

Klicken Sie einfach auf das Bild oder nutzen Sie diesen Link: https://youtu.be/vQQHDtp6TKA


„Marke – Neues wagen”

So lautet der Titel für das 18. Internationale Marken-Kolloquium 2021. Wenn Sie das Internationale Marken-Kolloquium 2020 als Gelegenheit zur Weiterentwicklung der eigenen strategischen Ziele und Ihrer Unternehmensmarke nutzen möchten, ergreifen Sie jetzt die Gelegenheit und melden Sie sich in unserem Onlineshop an – aktuell noch mit Frühbucher-Vorteil in Höhe von 500 Euro.

Wir freuen uns auf Sie am 9. und 10. September 2021 – wie immer im Kloster Seeon.

Herzlichst,
Ihr

Prof. Dr. Guido Quelle

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 441: Zielklarheit, Dankbarkeit und noch einiges anderes

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 441: Zielklarheit, Dankbarkeit und noch einiges anderes

Donnerstag, 1. Oktober 2020, kurz vor 9 Uhr: Zurück von einer Tour mit dem Reisemobil zur Deutschen Leonberger Clubschau – Open Air, mit strengem Corona-Hygienekonzept – sitze ich am Schreibtisch und erinnere mich daran, dass ich noch einen – diesen – Wochenstart zu verfassen habe, damit Vanessa ihn für Montag zum Versand vorbereiten kann. Hm, worüber schreibe ich? Was ist mir aufgefallen? Themen gibt’s genug, also schreibe ich über das „streckende“ Produkt? Über die Frage, was man tun muss, um so zu erscheinen, wie man gesehen werden möchte? Mit beiden Themen sind Erlebnisse verbunden.

Halt, welches Datum ist heute? Der 1. Oktober. Kurze Denkpause. Heute vor dreißig Jahren begann mein Weg bei und mit Mandat. Heute vor dreißig Jahren, an einem Montag, trat ich meinen Dienst als studentische Hilfskraft an, total gespannt darauf, was mir bei Mandat begegnen würde. Die Zusage für die Stelle hatte ich just ein paar Tage zuvor erhalten.

Dreißig Jahre, 10.958 Tage, mehr als mein halbes Leben lang arbeite ich für und mit Mandat. Ich habe Dutzende Kolleginnen und Kollegen kommen und gehen sehen, bin den Weg Studi, Berater, Geschäftsführer, Gesellschafter, Alleingesellschafter gegangen und habe im letzten Jahr erste Anteile abgegeben, um gemeinsam mit meinen Kollegen Linda und Fabian sicherzustellen, dass Mandat weitere Gesellschafter bekommt, die dafür sorgen, dass Mandat stets top leistungsfähig ist. Wir haben heute ein Team, das ich mir besser kaum wünschen könnte. Dreißig, drei, null, Jahre …

Aber, wollen wir nicht zu sentimental werden. Was ist mein Punkt? Ich habe auf diesem Weg als Berater zahlreiche Job-Angebote bekommen, von Klienten und von Headhuntern. Es waren stets hochdotierte und hochinteressante Jobs als Bereichsleiter, Geschäftsführer, Vorstand und ich habe all die Angebote immer wieder – nach reiflichem Überlegen und Austausch mit meiner Frau – höflich dankend abgelehnt, stets mit dem Hinweis, ich sei bei Mandat „noch nicht fertig“. Manche meiner Freunde fragten mehr oder weniger direkt, ob ich noch alle Tassen im Schrank hätte.

Jawohl, hatte ich, und zwar sehr geordnet. Mir war glockenklar, dass ich bei und mit Mandat meine eigenen Ziele wesentlich besser verfolgen können würde, als anderswo. Ich wollte nämlich frei arbeiten, ohne große Zwänge, wollte konzeptionell und umsetzend direkt mit Klienten arbeiten, wollte ein eigenes Unternehmen entwickeln, wollte promovieren, Hochschullehrer werden, ehrenamtlich arbeiten und wollte – im übertragenen Sinne – niemanden fragen müssen, ob ich Urlaub bekommen kann. Die Selbstbestimmtheit des Handelns, das war mir enorm wichtig. Überdies war Mandat eine ganze Weile lang von mir allein abhängig, mein Weggang hätte das Ende des Unternehmens bedeutet.

Heute sind viele meiner damaligen Ziele erreicht, ich habe natürlich neue, die gehören aber nicht hierher, darüber kann ich dann in dreißig Jahren schreiben, ich hoffe, Sie lesen dann noch mit – oder lassen es sich vorlesen. Ich blicke heute auf eine starke Mannschaft, auf gemeinsam gelebte Werte, auf viele, viele Klientenunternehmen, die in der Zusammenarbeit mit uns noch erfolgreicher geworden sind, als sie es schon waren, auf Dutzende und Aberdutzende O-Töne, Video-Statements und Briefe, die Auskunft darüber geben, wie zufrieden unsere Klienten mit uns waren und sind. Ich blicke heute darauf, dass wir stolz auf all unsere Klienten sind.

Das macht mich dankbar.

Was nehmen wir also heute mit in Sachen Wachstum? Ein paar bekannte Dinge, die aber gar nicht oft genug benannt werden können: Klarheit (die viele gar nicht haben!) über den eigenen Antrieb ist der stärkste Motor, es bedarf dringend der Zielklarheit, um Entscheidungen bewusst zu treffen und gelegentlich einmal dankbar auf das Geschaffene zu schauen, ohne sich dabei „abzufeiern“, ist wichtig, um das große Ganze im Auge zu behalten.

Sie alle, die Sie diesen Wochenstart lesen, sind Teil der Mandat-Wachstumsgemeinschaft. Für Sie alle tun wir das. Ihnen und Euch allen eine gute Woche! – und nächsten Montag gibt’s wieder etwas noch Fachlicheres …

Ihr und Euer

 

Guido Quelle

 

 


Die Frage der Woche:

„Wie schätzen Sie die Zielklarheit Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insgesamt ein? “

Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

 

In der letzten Woche haben wir gefragt: “Unser Unternehmen ist in Sachen Kundenservice…”

Ihre Antwort:

  • extrem schnell und verlässlich. – 82 %
  • durchschnittlich. – 18 %
  • verbesserungswürdig. – 0 %
  • stark verbesserungswürdig. – 0 %

 

Balance


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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 412: Außer Dienst

Wachstums-Wochenstart

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 412: Außer Dienst

Ich muss immer schmunzeln, wenn ich hinter dem Namen einer Person die Bezeichnung „a. D.“ (außer Dienst) sehe. „Bundespräsident a. D.“, „Staatssekretär a. D.“, „Bundesminister a. D.“ Ja, interessanterweise taucht diese Bezeichnung sehr häufig bei (ehemaligen) Politikern, aber auch bei Vertretern der Justiz auf („Oberstaatsanwalt a. D.“) Natürlich ist die Bezeichnung richtig und die Abkürzung gibt es ja auch aus gutem Grund, und vielfach wird der Zusatz ja auch von den Medien in einem Bericht oder unter einem Foto verwendet, aber die Frage, die ich mir stelle ist, ob sich eine Person tatsächlich über die Vergangenheit definiert. Ich finde, das ist nicht der Fall. Wenn jemand sich als ehemaliger Staatsekretär, als ehemaliger Vorstandsvorsitzender, als ehemaliger … denken Sie sich etwas aus – vorstellt, frage ich mich, ob die Person mit der aktuellen Situation nicht zufrieden ist, ob es wirklich erforderlich ist, sich mit ehemaligen Errungenschaften, Positionen, „Schulterstreifen“ vorzustellen.

Wohlgemerkt: Das ist kein Vorwurf, davon bin ich weit entfernt, aber Positionen sind vergänglich, die Person aber bleibt, unabhängig von der Position. Mich interessiert die Person. Das ist auch immer eine Leitlinie bei uns, bei Mandat: Uns interessieren die Personen, unabhängig von der Position, doch das ist eine andere Geschichte.

Aus Wachstumssicht sind vor allem die Gegenwart und die Zukunft entscheidend. Das gilt nicht nur für Unternehmen, sondern auch für uns alle. Über die Maßen die Vergangenheit zu bemühen bedeutet, dass wir uns nicht mit voller Energie um die Zukunft kümmern können, das ist doch schade.

In unseren Beratungsmandaten werden uns von unseren Klienten oft stolz Erfolge der Vergangenheit vorgestellt. Es sind tatsächlich oft erstaunliche Erfolge dabei und wir freuen uns sehr darüber, dass diese erreicht wurden. Für die Zukunft haben solche Erfolge aber stets nur eine sehr eingeschränkte Bedeutung. Erstens ist das Erinnerungsvermögen der Menschen sehr begrenzt und zweitens ist ein Erfolg immer eine Momentaufnahme. Nur wenige werden sich daran erinnern, dass wir bei Mandat 2018 Innovator des Jahres waren, dass wir seinerzeit den Ausbildungspreis der Dortmunder Wirtschaft bekommen haben, dass wir es maßgeblich waren, die einen unserer Klienten seinerzeit zum Deutschen und Europäischen Logistikpreis geführt haben – im selben Jahr.

Was sollen wir jetzt auf unsere Visitenkarten schreiben? „Innovator des Jahres a. D.“? „Ehemaliger Ausbildungspreisgewinner“?

Nein, lassen Sie uns einen Erfolg aus Wachstumssicht als das sehen, was er ist: Eine Anerkennung, ein Kurzzeitzustand, ein Energieniveau, das eine Plattform für weiteres bietet, ein Moment der Freude. So viel, aber mehr nicht. Lassen Sie nicht zu, dass wir uns über das definieren, was wir einmal waren.

„Außer Dienst“? Gibt’s bei uns nicht.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Wie begehen Sie Erfolge?“ Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

In der letzten Woche haben wir gefragt: „Finden Sie Ihre Wachstumsstrategie ist …?“
Ihre Antwort:

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 411: Der Beschleunigungsstreifen und die Strategie

Wachstums-Wochenstart

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 411: Der Beschleunigungsstreifen und die Strategie

Es ist schon dunkel, ich bin auf der Bundesstraße auf dem Weg nach Hause. Die Straßen sind relativ frei es halten sich fast alle an die Geschwindigkeitsbeschränkung von 60 km/h. Das nächste Kreuz ist das zur Schnellstraße, die mich nach Hause führt. Ich setze den Blinker und biege ab. Vor mir ein Fahrzeug, das ebenfalls blinkend auf die Schnellstraße abbiegt. Wir verlassen die Bundesstraße mit 60 km/h und fahren auf die Zufahrtrampe, danach auf den Beschleunigungsstreifen – mit 60 km/h. Autos rauschen an uns mit deutlich über 100 km/h vorbei. Das Fahrzeug vor mir beschleunigt nicht nur nicht, sondern der Fahrer blinkt und zieht in Seelenruhe auf die rechte Hauptspur der zweispurigen Schnellstraße – mit 60 km/h. Zu Beginn der Beschleunigungsmöglichkeit wurden 120 km/h als Höchstgeschwindigkeit ausgewiesen; Irrtum ausgeschlossen.

Erste Fahrzeuge hinter uns müssen bremsen, manche weichen auf die linke Spur aus. Das besagte Fahrzeug beschleunigt unbeeindruckt langsam, obwohl es längst auf „Mitschwimmgeschwindigkeit“ sein könnte. Ich arrangiere mich irgendwie und sehe zu, dass ich nicht auch ein Verkehrshindernis werde und mich schnellstmöglich aus der potenziell gefährlichen Szenerie entferne. Wieder mal gutgegangen – für alle.

Nächste Szene: Ich fahre auf der Autobahn, rechte Spur, es geht zügig voran. Weiter vorn sehe ich ein Fahrzeug rechts blinken, offenbar will der Fahrer die nächste Ausfahrt nehmen, es ist noch reichlich Platz. Der Abstand verkürzt sich aber jäh und deutlich, weil der Fahrer des vorausfahrenden Fahrzeugs bereits die Geschwindigkeit lange vor Beginn des Verzögerungsstreifens deutlich verringert und bremst. Mit geschätzten 60 oder 70 km/h geht es dann für ihn auf den Verzögerungsstreifen, ich habe die Möglichkeit, auf die mittlere Spur auszuweichen. Wieder einmal staunend setze ich meine Fahrt fort.

Beschleunigungsspur, Verzögerungsstreifen. Erinnern Sie sich an die Fahrschule, an Ihren Fahrunterricht? Ich erinnere mich sehr gut, trotzdem es über 35 Jahre her ist, denn ich hatte einen sehr guten Fahrlehrer. Die Beschleunigungsspur nutzt man, um auf die Geschwindigkeit zum Mitschwimmen zu gelangen, den Verzögerungsstreifen nutzt man, um die Geschwindigkeit so zu verringern, dass man gut in die Ausfahrt gelangt. Auf der Beschleunigungsspur wird beschleunigt, auf dem Verzögerungsstreifen verzögert. Klar, oder?

Das passiert aber regelhaft nicht. Genauso sieht es auch in vielen Unternehmen aus: Dinge, die eigentlich ganz anders beabsichtigt waren, wie man an den Begriffen ablesen kann, werden uminterpretiert. Die „Strategie“ gerät zur hektisch-reaktiven, operativen Auf- und Abfahrt, das „Vertriebscontrolling“ gerät zum reinen Informationsmedium, die „Wachstumsinitiative“ gerät zu einem neuen Begriff für das unveränderte operative Geschäft. Das „Strategiemeeting“? Eine Rechtfertigungsveranstaltung der Fachbereiche, die beabsichtigte Dinge nicht auf die Reihe bekommen haben.

Schauen Sie einmal auf die Begriffswelt Ihres Unternehmens, denn Sprache ist nicht nur Ausdruck des Denkens, sondern sie prägt auch das Denken und Handeln. Wenn Sie mit Ergebnissen nicht zufrieden sind, schauen sie sehr genau nach, wo Begriffe uminterpretiert wurden, wo Mitarbeiter sich ihre eigenen Regeln, ihre eigene Wahrheit geschaffen haben. Schauen Sie sehr genau nach, wo Mitarbeiter unbedacht oder gar eigennützig handeln. Sie werden staunen, welches Potenzial hier verborgen liegt.

Sorgen Sie dafür, dass auf dem Beschleunigungsstreifen wieder beschleunigt und auf dem Verzögerungsstreifen wieder verzögert wird. Dann läuft es auch auf Ihrer Wachstumsautobahn bedeutend wirksamer.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Finden Sie Ihre Wachstumsstrategie ist …?“ Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

In der letzten Woche haben wir gefragt: „Wenn Sie an die Anzahl der in Ihrem Unternehmen laufenden Projekte denken. Finden Sie …?“
Ihre Antwort:

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 410: „Das machen wir auch noch“

Wachstums-Wochenstart

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 410: „Das machen wir auch noch“

„Wer kann das Projekt übernehmen?“ – Eine Standardfrage, ersetzen Sie gegebenenfalls „Projekt“ durch „Maßnahme“. Irgendwer muss es machen, irgendwer muss doch die prächtige neue Idee realisieren. Irgendwer findet sich in der Regel auch. Meist sind es diejenigen, die ohnehin schon alle Hände voll zu tun haben und nicht diejenigen, die noch Luft im System hätten.

Der Nachteil: Die Engagierten, diejenigen, die immer wieder „Hier“ rufen, diejenigen, die ohnehin schon allerhand zu tun haben, müssen das neue Projekt, die neue Maßnahme irgendwie unterbringen, anderenfalls haben alle mit Zitronen gehandelt, denn es entsteht eine Scheinsicherheit: Jemand hat die Aufgabe übernommen, alle nehmen an, dass es laufen wird, aber nichts wird laufen, oder etwas anderes wird hinten herüberfallen, weil das verfügbare Zeitbudget bereits gefüllt ist.

Was also tun? Wenn wir neue Projekte bei unseren Klienten starten, eine neue Wachstumsinitiative ins Leben rufen (auf die die Mitarbeiter auch nicht zwingend warten), sprechen wir stets über eine von zwei Möglichkeiten (vorausgesetzt die in Rede stehende Person hat nicht noch die besagte Luft im System) und wir bringen eine Erleichterung mit ein.

Möglichkeit Nummer 1: Die Person, die die neue Aufgabe übernimmt, lässt andere Aufgaben dafür weg. Der Dialog muss legitim sein.

Möglichkeit Nummer 2: Die Person optimiert bestehende Aufgabe nachdrücklich. Das ist meist leichter möglich, als gedacht.

Die beiden Optionen mögen auf der Hand legen, werden aber nicht immer diskutiert. Die Frage: „Wie schaffen wir den Raum?“ muss gestellt werden dürfen. Und nun kommt der Kniff, der das Initiieren einer neuen, auch größeren Wachstumsinitiative radikal erleichtert: Sie muss so konfiguriert werden, dass sie unmittelbaren Bezug zum Tagesgeschäft hat. Das schafft Akzeptanz und sorgt dafür, dass objektiv eine geringere Belastung entsteht. All diejenigen Projekte, die wir begleiten, folgen dieser Regel, denn niemand wartet darauf, dass ein neues Projekt kommt. Naja, fast niemand.

Also schauen Sie bei den nächsten Zusatzaufgaben, was weggelassen, was optimiert werden kann und wie das Neue unmittelbar ans Tagesgeschäft angebunden werden kann. Sie werden wesentlich bessere Resultate erzielen, als wenn Sie sagen „Und das machen wir auch noch. Wer kann’s tun?“

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Wenn Sie an die Anzahl der in Ihrem Unternehmen laufenden Projekte denken. Finden Sie …?“ Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

In der letzten Woche haben wir gefragt: „Wie zufrieden sind Sie mit der Veränderungsbereitschaft Ihres Unternehmens?“
Ihre Antwort:

Sehr, wir gehen Veränderungen gerne und offensiv an – 24%
Ganz okay, fast alle machen mit – 40%
Wir ernten oft Widerstände – 20%
Veränderungen sind den meisten bei uns ein Gräuel – 16%

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 409: Es gibt immer etwas zu meckern

Wachstums-Wochenstart

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 409: Es gibt immer etwas zu meckern

Anfang des Jahres gab es eine bislang noch unterbeachtete Meldung: Das Großherzogtum Luxemburg wird im Rahmen eines verkehrspolitischen Großprojekts den öffentlichen Nahverkehr gebührenfrei anbieten. Jawohl, gebührenfrei. Für zehntausende Pendler aus Belgien, Deutschland, Franzosen und natürlich für die Luxemburger Bürgerinnen und Bürger.

Man braucht keine Fahrkartenautomaten mehr, die im Zweifel unverständlich (zumindest in den meisten Verkehrsverbünden) oder defekt sind oder nicht wechseln oder keine Farbe aufs Ticket drucken, Fahrkartenschalter können geschlossen werden, die Kontrolleure können sich sinnvollen Aufgaben zuwenden, die Fahrgäste von außerhalb müssen sich nicht mehr darüber Gedanken machen, ob sie das richtige Ticket gezogen haben und ganz, ganz sicher werden mehr Menschen mit den „Öffis“ fahren als zuvor.

Eine tolle Idee.

Meint man.

Wenn man genauer hinschaut, findet man – egal ob in den sozialen Medien oder an anderen Stellen – immer wieder Stimmen wie solche (jeweils sinngemäß): „Ja, aber die Kapazität der Öffis ist doch heute schon an der Grenze, wie soll das denn gehen, wenn noch mehr Menschen mitfahren?“, „Jaaaa, in Luxemburg, das ist ja auch ein kleines Land“, „Klar, Luxemburg, die haben ja auch das Geld dafür“, … Ich könnte die Liste fortsetzen.

Mir sträuben sich immer die Nackenhaare bei solchen Kommentaren. Hier sind die Fakten: Luxemburg ist staugeplagt, Luxemburg ist auf Pendler angewiesen, Luxemburg wächst wie möglicherweise kein zweites Land in Europa, Luxemburg ist ungefähr so groß wie meine Heimatstadt, Dortmund.

Was in Luxemburg geht, geht auch woanders, da braucht man gar nicht passiv-aggressiv oder offensiv-aggressiv zu maulen. Man kann Kapazitäten addieren, man kann immer justieren, ja, man kann sogar wieder Gebühren einführen, wenn das Modell scheitert. Aber sie probieren es immerhin.

Mir geht es gar nicht so sehr um die – zugegebenermaßen subjektiv gute – Idee, den ÖPNV kostenlos zu machen. Was mich ärgert ist, dass jede Idee erstmal mit einem „Naja“ oder „geht nicht, weil …“ belegt wird. Das ist nicht anders, als in Unternehmen.

Hier ist ein Mittel, das ich Ihnen ans Herz legen möchte, falls es Ihnen im Unternehmen mitunter auch so geht, wenn Sie etwas verändern wollen. Sagen Sie nächstes Mal folgendes:

„Wir probieren es trotzdem und ich zähle auf Sie.“ Punkt, Schweigen. Das ist keine Frage.

Veränderungen brauchen Mut und das Selbstbewusstsein, dass nichts für die Ewigkeit sein muss.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Wie zufrieden sind Sie mit der Veränderungsbereitschaft Ihres Unternehmens?“ Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

In der letzten Woche haben wir gefragt: „Wie würden Sie Ihre digitalen Angebote für Ihre Kunden einschätzen?“
Ihre Antwort: „Verbesserungsbedürftig“ sagten 79% und „Ganz okay“ denken 21%. Keine der befragten Personen wählte die Antwortmöglichkeit „Weit vorne“.

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 408: Von wegen „digital ist besser”

Wachstums-Wochenstart

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 408: Von wegen „digital ist besser“

Vor nicht einmal zwei Wochen, unterwegs mit dem Wohnmobil auf der Rückfahrt nach Hause, es ist dunkel geworden, Zwischenhalt an einem Stellplatz in Wetzlar. Die Absicht, rasch die Gebühren von acht Euro pro 24 Stunden zu begleichen, wird durch einen Mangel an Kleingeld und einen nicht wechselnden Automaten ausgebremst. Aber, halt! Digitale Zahlmöglichkeit, es muss nur der Code für die Parkzone ins Handy eingegeben werden, der Rest steht an der Seite der nicht bargeldwechselnden Zahlsäule. Wunderbar, ich liebe digitale Lösungen.

Aber: Der Blick auf jene Säulenseite ernüchtert. Es muss eine App heruntergeladen werden und zwecks dessen sind direkt zahllose Park-Apps aufgeführt. Kein Problem, das iPhone ist eh‘ immer am Mann. Also, los, welche App? Hmmmm, aus der Vielfalt wähle ich eine vertrauenserweckende App von der Telekom. QR-Code ist abgebildet, Kamera drauf, los geht’s mit dem Download.

Nicht.

Der QR-Code ist zu verschwommen und zu klein, nicht lesbar. Also den Appstore aufgemacht, die App gesucht, herunterladen.

Nicht.

Der Store will ein Passwort. Wieso das? Ich habe doch Face-ID, Gesichtserkennung, für den Apple Store aktiviert. Ich versuche es nochmal, nehme die Mütze ab, aber der Store will ein Passwort. Ich gebe ein Passwort ein. Falsch. Ich gebe es nochmal ein. Falsch. Ich gehe entnervt zurück zum Wohnmobil, bevor ich zum dritten Mal ein falsches Passwort eingebe und zücke dort meinen Rechner, irgendwo muss das Passwort doch sein. Ah, ja, hier geschützt, gesehen, gefunden, eingegeben. Sofort wird die gewünschte App geladen. Na, geht doch. Zurück zur Säule, schnell den Zonencode eingeben.

Nicht.

Vor den Zahlungsvorgang hat die Telekom die Registrierung gesetzt. Name, Vorname, Mailadresse, Handynummer, Kennzeichen des Fahrzeugs, Push-Präferenzen. Geht’s noch, Freunde?? Jetzt aber, Kreditkartennummer eingeben und dann los. Komisch, es geht nicht. Warum? Ah! Akzeptiert werden Visa und Master. Ich möchte aber mit Amex zahlen. Das geht nicht. Es ist kalt, es ist dunkel, ich stehe an dieser bescheuerten Säule und will nur unsere Parkgebühren entrichten. Ich nestele an meiner Geldbörse, finde meine Visa, gebe alle Daten noch einmal ein. Nun aber: Den Code der Station eingeben. Gesagt, getan. Das System identifiziert die Nummer als Postleitzahl irgendwo in Russland und zeigt mir bei der Gelegenheit auch direkt auf einer Karte an, wo ich mich augenscheinlich befinde: In der tiefsten Pampa in der russischen Föderation.

Ich schäume.

… und lösche meine sämtlichen Daten und die App. Stümper, alle miteinander. Ich schaue erneut auf die Säule, die Bargeld frisst, aber kein Bargeld wechselt und vermutlich eine versteckte Kamera irgendwo beinhaltet. Hier, eine App, bei der man sich nicht registrieren muss, die auch PayPal und Amex akzeptiert. Ich öffne den Appstore, das Passwort weiß ich ja nun – brauche es aber nicht, denn Face-ID funktioniert auch mit Mütze tadellos. Aha, vermutlich kann sich jeder vor die Kamera stellen. Die App wird geladen, alles nochmal, Name, Mail, Kennzeichen, die ganze Litanei. Jetzt den Zonencode eingeben.

Es funktioniert. Der Parkvorgang wurde gestartet.

Gestartet? Jawohl, man muss ihn aktiv beenden. Ja, sind die denn von allen guten Geistern verlassen? Wenn ich das Beenden vergesse, zahle ich jeden Tag Parkgebühren? Nein, nein, alle zwei Stunden kann eine Erinnerung per SMS (15 Cent) oder per Mail empfangen werden, dass noch ein Parkvorgang läuft. Leute, das ist ja eine tolle Lösung.

Nicht.

Der Gipfel der digitalen Lösung ist allerdings, dass die App vorschlägt, dass man ein Schild herunterlädt und – Achtung – ausdruckt und ins Autofenster legt, damit die Betreiber wissen, dass hier digital bezahlt wurde. Ich sehe dieses mikroskopisch kleine, auszudruckende Schild und das kleine Scherensymbol und frage mich, warum ich nicht einfach in die nächste Kneipe gegangen bin und mir einen Zehner habe wechseln lassen. Nach dem Verfassen dieses Textes werde ich also den an Bord befindlichen Drucker aufbauen, das Schild auf dem Rechner noch einmal herunterladen, es ausdrucken und ins Fenster legen. Was für ein super digitaler Prozess.

Nachdem Sie hoffentlich ein wenig Freude an dieser wahren Begebenheit hatten, denken Sie einmal über Ihr Geschäft nach: Wo sind digitale Prozesse eingeführt, die nicht zu Ende gedacht wurden? Denken Sie daran: Ein schlechter Prozess, digitalisiert, ist ein schlechter digitaler Prozess.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Wie würden Sie Ihre digitalen Angebote für Ihre Kunden einschätzen?“ Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

In der letzten Woche haben wir gefragt: „Wenn Sie der Qualität Ihrer Unternehmensstrategie eine Schulnote geben, welche ist dies?“
Ihre Antwort: 1: 19%; 2: 38%; 3: 19%; 4: 12%, 5: 12%, 6: 0%.

„Und wie steht es um die Umsetzungsqualität dieser strategischen Überlegungen?“
Ihre Antwort: 1: 0%; 2: 25%; 3: 50%; 4: 19%, 5: 6%, 6: 0%.

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 407: Nachdenken und entscheiden

Wachstums-Wochenstart

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 407: Nachdenken und entscheiden

Ich stelle zunehmend fest, dass Menschen, aber auch Unternehmen, sich in einer Ablenkungsfalle befinden. Die Vielfalt der Informationen, über die wir heute verfügen, überfordert sowohl manche Individuen als auch manche Unternehmen derart, dass sie in eine Handlungsstarre verfallen, anstatt Dinge einfach zu tun. Es wird stattdessen noch eine weitere Option recherchiert und noch eine und noch eine, anstatt die Ärmel hochzukrempeln und einfach etwas auszuprobieren, einen Weg zu verfolgen.

Wir leben in einer Zeit, die durch eine extreme Vielfalt gekennzeichnet ist. Was Segen ist, kann auch Fluch sein, wenn nämlich diese Vielfalt, diese enorme Fülle von Angeboten und Optionen dazu führt, dass wir nicht mehr in die Wirkungsebene kommen. Wollen wir wachsen – persönlich wie unternehmerisch – kommen wir aber nicht umhin, uns zu entscheiden, auch wenn dies bedeutet, manch eine Option nicht weiter zu verfolgen. Wachstum lebt von Entscheidungen und von Weglassen.

Auch unseren Klienten, sämtlich Geschäftsführer, Vorstände oder Unternehmer, unterstützen wir regelhaft und nachdrücklich dabei, sich regelmäßig über strategische Absichten im Klaren zu werden, statt einfach nur opportunistisch Gelegenheiten wahrzunehmen. Dies bedeutet im Klartext: Wir sorgen dafür, dass die Unternehmensführung sich methodisch und inhaltlich mit der eigenen Strategie auseinandersetzt, sich Ziele setzt und diese konsequent verfolgt. Eine Kunst besteht dabei darin, die Ziele nicht auf einer Meta-Ebene zu belassen („Wir wollen jedes Jahr um 10 Prozent wachsen“, „Wir wollen eine marktbeherrschende Position in xy einnehmen“), denn das ist alles „Schwulst“, das sind Alibi-Ziele. Es bedarf des sehr konkreten Formulierens einer strategischen Richtung, die operativ unterfüttert wird.

Ein Trainer sagte mir einmal, dass entscheiden auch bedeuten würde, sich von etwas zu verabschieden. Ich sehe das genauso. Die Entscheidung fällt dabei umso leichter, je erstrebenswerter die Ziele sind, die man erreichen möchte. Und – siehe oben – um die Ziele zu kennen, muss man gemeinsam nachdenken, auch wenn diese Zeit nicht mit Umsatz hinterlegt und scheinbar unproduktiv ist.

Wer in der Wunderwelt der Vielfalt herumirrt, wer das Gefühl hat, vieles begonnen, aber nichts zu Ende gebracht zu haben oder zu bringen, wer meint, dass er nicht schnell genug vorankommt, ist gut beraten, sich und sein (Nicht-) Handeln selbst zu hinterfragen.

Die Kernfrage dabei: „Haben wir uns in der Unternehmensführung hinreichend präzise auf den Weg und die Schritte auf diesem Weg verabredet, sind wir daher glockenklar, was wir tun und was wir lassen und sind wir verbindlich genug, das auch umzusetzen?“

Wie sieht’s bei Ihnen aus? Sie müssen es mir ja nicht sagen, aber die Antwort sollte Ihnen eine Richtung geben. Unsere aktiven Klienten kann ich dabei ausnehmen, sie sind alle auf einem guten Weg.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Wenn Sie der Qualität Ihrer Unternehmensstrategie eine Schulnote geben, welche ist dies? Und wie steht es um die Umsetzungsqualität dieser strategischen Überlegungen?“ Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

In der letzten Woche haben wir gefragt „Sind Sie der Meinung, Ihre Meetings könnten produktiver sein?“ Ihre Antwort: „Ja“ sagten 82%, „Nein“ meinen 18%.

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 406: „Ich habe mich geirrt”

Wachstums-Wochenstart

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 406: „Ich habe mich geirrt“

Einer der stärksten Sätze die ich kenne ist „Ich habe mich geirrt“ – oder eine beliebige Variante davon. Der Satz zeigt Größe, er zeigt, dass sich jemand mit etwas auseinandergesetzt hat und er trägt der Tatsache Rechnung, dass Irren – richtig – menschlich ist.

Zu häufig wird an Dingen festgehalten, weil man meint, eine einmal eingenommene Position nicht gesichtswahrend wieder verändern zu können. Dabei muss man gar nicht den schon viel zu oft gehörten Satz „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“ bemühen, der hier zu lapidar erscheint. Es ist ganz einfach: Wenn sich neue Erkenntnisse ergeben, muss man seine Position überprüfen. Wir erleben in der Politik häufig leider ganz andere Dinge: Es wird an Vorhaben wider besseren Wissens und wider der Faktenlage festgehalten, weil es erstens nicht gesichtswahrend möglich erscheint, die Position zu verändern und weil es zweitens nicht in den partei-ideologischen Rahmen passt. Das Ergebnis: Zweifelhafte Lösungen und, nein, ich widerstehe jetzt der Versuchung, Beispiele aus der aktuellen politischen Gemengelage zu nennen.

Denn auch in Unternehmen – und das ist ja die Welt, in der wir bei Mandat täglich zuhause sind – erleben wir es immer wieder, dass Positionen wider besseren Wissens nicht aufgegeben, sondern, im Gegenteil, noch weiter ausgearbeitet werden. Man muss doch irgendwie beweisen können, dass man Recht hatte, obwohl man ahnt, dass das nicht der Fall ist.

Im Übrigen geht es gar nicht um „richtig“ oder „falsch“. Es geht um Wachstum, um Fortschritt, um gesundes Weiterentwickeln. Das wird gern vergessen und das Unternehmen wird verwendet, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Das ist unlauter. Fairerweise muss man sagen, machen es einem die Gesprächspartner auf der anderen Seite auch nicht immer leicht. Ein „Haben wir doch immer schon gesagt!“ auf ein „Ich habe mich geirrt“ ist einfach eine ganz besonders dumme und tadelnswerte Reaktion. Einfach mal nichts sagen und auf der neuen Situation aufsetzen, das muss auch möglich sein.

Neulich in einem strategischen Arbeitstreffen sagte einer der Beteiligten am Tisch, dass er seine Position, die er im letzten Meeting bezogen und auch vehement verteidigt hatte, sorgfältig überdacht habe und nun zu der exakt gegengesetzten Meinung – zu der Meinung aller anderen – gelangt sei. Er habe sich von den Fakten überzeugen lassen.

Starke Worte.

Die Runde versicherte sich sachlich über die neue Position, als Berater lobten wir diese Offenheit ausdrücklich und wir diskutierten auf neuem Niveau weiter. So wird Wachstum wesentlich erleichtert.

Identifizieren Sie Rechthaberpositionen in Ihrem Unternehmen. Adressieren Sie diese Themen konkret. Lassen Sie nicht zu, dass Ideologie oder Eitelkeit Ihr Wachstum determiniert. Jedes Arbeitstreffen, jedes Meeting ist eine Gelegenheit dazu.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Sind Sie der Meinung, Ihre Meetings könnten produktiver sein?“ Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

In der letzten Woche haben wir gefragt „Wie stehen Sie zur Bonpflicht?“ Ihre Antwort: „Finde ich gut“ sagten 15%, „Ärgert mich“ meinen 79% und „Ist mir egal“ sagten 6%.

 

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© 2019, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.
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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 405: „Beleg dazu?”

Wachstums-Wochenstart

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 405: „Beleg dazu?“

Neulich, im Flugzeug, auf dem Weg nach München, früh, sehr früh, am Morgen: „Was möchten Sie essen oder trinken?“ – „Ich hätte gerne die Laugenstange, einen Kaffee mit Milch und ein stilles Wasser.“ – „Gern.“ Es kam das Bestellte. Die Flugbegleiterin tippte danach in ihr mobiles Endgerät die Einzelheiten ein.

Dann kam sie, die unvermeidliche Frage:

„Beleg dazu?“

Ich, genervt: „Nee, danke“. Dann, nach kurzem Stutzen: „Wozu eigentlich? Ich muss doch gar nichts bezahlen.“ – „Das ist davon unabhängig. Der Bon weist Null Euro aus, aber ich muss Sie das fragen und ich muss den Bon auch drucken, ich kann das nicht vermeiden.“ Sprach’s, druckte den Bon, schaute mich an, ich schüttelte den Kopf, sie zuckte mit den Schultern, warf den Bon weg und schob den Trolley weiter.

Die Frage „Beleg dazu?“, seit Anfang des Jahres millionenfach gestellt, hat das Potenzial, zum Unwort des Jahres zu werden. Die Bonpflicht ist eine Farce. Sie ist der Sieg der Mittel über den Zweck. Sie ist das perfekte Beispiel, dass etwas nicht vom Ziel rückwärts, sondern von einer vermeintlich nicht zufriedenstellenden Situation vorwärts gedacht wurde. Hätte man rückwärts gedacht, wäre man auf die Frage gekommen, was man benötigt, um eine (noch) höhere Sicherheit zu erlangen, dass bei Kassenvorgängen keine Manipulation, sprich Steuerhinterziehung, erfolgt (was übrigens in Flugzeugen natürlich an der Tagesordnung ist – Ironie Ende). Die Antwort wäre nicht gewesen: „Einen Bon“ und der Vortrag, dass das in anderen Ländern üblich sei, ist ein sehr, sehr lahmer Vortrag.

Man wäre darauf gekommen, Belege elektronisch zu speichern, von mir aus vorher vom Kunden freizugeben, was auch immer, aber die Antwort „einen Bon drucken“ ist eine totale Fehlleistung. Im Übrigen gibt es bereits elektronische Lösungen, es ist also nicht einmal Raketenwissenschaft. Man könnte darüber sprechen, die Kassen noch manipulationssicherer zu machen, als sie schon sind. Bereits heute muss man schon erhebliche kriminelle Energie entwickeln, um die Kasse zu manipulieren.

Eine ganze Branche – der gesamte Einzelhandel – wird unter Generalverdacht gestellt. Nicht schlecht.

Das ist nicht Wachstum, wie wir es verstehen, den Vorschlag „einen Bon drucken“ hätten Sie von uns nicht gehört, wir hätten uns mit Ihnen etwas Schlaueres einfallen lassen und das dann auch zu Ende durchgeführt. Nein, das ist keine Schlaubergerei, das tun wir in vergleichbaren Fällen jeden Tag mit unseren Klienten.

Für diejenigen von Ihnen, die nicht mit uns arbeiten, ist eine erste Arbeitshilfe die folgende: Wenn es an die Lösung eines Problems geht, stellen Sie immer – immer! – erst die Frage nach dem Ziel. Das tun Sie schon? Wunderbar. Dann sollten Ihre Mitarbeiter diese Methode auch kennen. Die Lösungen werden stets besser, im Sinne gesunden profitablen Wachstums.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

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In der letzten Woche haben wir gefragt „Haben Sie ein wirksames Verfahren eingerichtet, um sicherzustellen, dass all Ihre wichtigen Themen stets auf der Spur sind?“ Ihre Antwort: „Ja“ sagten 75% und „Nein“ meinen 25%.

 

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