Mandat Wachstums-Wochenstart® Nr. 510: Fragen Sie nach!

Mandat Wachstums-Wochenstart® Nr. 510: Fragen Sie nach!

Interview auf einem deutschen TV-Sender. Eine Politikerin wird zu einem irritierenden Sachverhalt interviewt.

  • Interviewerin: „Nun ermittelt ja die Staatsanwaltschaft, was sagen Sie dazu?“
  • Politikerin: „Der Sachverhalt ist ja lange bekannt, der Missstand wurde schadenfrei korrigiert. Dass die Staatsanwaltschaft jetzt ermittelt, liegt in der Natur der Sache, sie muss das tun.“
  • Interviewerin: „Sie kandidieren in Ihrer Partei in Kürze für ein prominentes Amt. Meinen Sie, dass diese Sache Ihnen Steine in den Weg legt?“
  • Politikerin: „Der Sachverhalt ist ja lange bekannt, der Missstand wurde schadenfrei korrigiert. Dass die Staatsanwaltschaft jetzt ermittelt, liegt in der Natur der Sache, wir werden die Ergebnisse abwarten.“
  • Interviewerin: „Die Wellen schlagen ja immer sehr hoch bei solchen Dingen. Was entgegnen Sie denen, die Politikern vorhalten, sie würden sich selbst Vorteile verschaffen?“
  • Politikerin: „Ich kann es nur nochmal wiederholen: Der Sachverhalt ist ja lange bekannt, der Missstand wurde schadenfrei korrigiert. Dass die Staatsanwaltschaft jetzt ermittelt, liegt in der Natur der Sache, sie muss das tun.“

Nein, das war nicht wortwörtlich, aber in der Sache richtig wiedergegeben. Mir geht es weder um den Sachverhalt, noch um die Partei, sondern ums Prinzip: Dreimal die gleiche Antwort auf unterschiedliche Fragen.

Wissen Sie, was mich am meisten dabei ärgert? Mich ärgert nicht so sehr die Politikerin, die mantramäßig immer das gleiche gesagt hat, weil sie vermutlich von Beratern den Rat bekommen hat, dass sie immer das gleiche sagen solle. Mich ärgert am meisten, dass die Interviewerin nicht nachgebohrt hat, dass sie die Politikerin hat davonkommen lassen mit so einem Quatsch, mich ärgert das kolossal. Die Interviewerin hat ihren Job besonders schlecht gemacht und die Politikerin konnte ihre Punkte am Ende doch noch machen: Indirekt auf den politischen Gegner schimpfen und ihre Partei in den Vordergrund stellen.

Nein, wir können uns nicht zurücklehnen, so bequem machen wir es uns bitte nicht, denn in zahlreichen Boardrooms geht es genauso zu. Statt Sparringspartner für den Vorstand zu sein, diesen gegebenenfalls auch zu „grillen“, gerät der Aufsichts- oder Beirat zum Abnickverein. Statt das Projektteam herauszufordern, ist der Projektleiter froh, nicht selbst Arbeit zu bekommen und hält sich zurück. Statt über qualitative Vertriebsziele zu sprechen, gibt sich der Vertriebsleiter mit irgendwie-Verkäufen zufrieden. Statt sich mit dem Projektteam zu reiben, freundet sich der Berater mit dem Team an.

Schluss mit der Kuschelei. Wir müssen mehr nachfragen. Wir müssen den Mut haben, der Sache nachzugehen. Würde die Polizei so ermitteln, käme nie etwas dabei heraus.

Wir sind nicht die Polizei, aber wir alle haben eine Verantwortung und ein Teil dieser Verantwortung liegt darin, andere nicht mit billigen Phrasen „davonkommen“ zu lassen. Wir müssen nachfragen!

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

 


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© 2022, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.
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Mandat Wachstums-Wochenstart® Nr. 509: Achtung: Die Welt von morgen

Mandat Wachstums-Wochenstart® Nr. 509: Die Welt von morgen

Wissen Sie, was ein großer Fehler ist, wenn man über „Wachstum“ spricht? Vielleicht sogar der größte Fehler – neben der bewussten oder unbewussten, teilweise ideologisch gewollten Fehlleitung, dass man Wachstum nur mit „Mehr des ewig Gleichen“ gleichsetzt?

Der vielleicht größte Fehler ist, dass man versucht, die Welt von morgen aus der Sicht von heute zu erklären.

Ich las jüngst in einem sehr guten Beitrag in der F.A.Z.* etwas über die Weiterentwicklung von Chips – nein, nicht die aus der Tüte … – und war enorm angetan davon, wie sehr unsere damaligen Annahmen zu Zeiten meines Informatik-Studiums über Bord geworfen worden sind. Damals war aus fachlicher Sicht ganz klar, dass irgendwann die Komprimierungsmöglichkeiten auf einem Chip ausgeschöpft sein werden, weil die einzelnen Leitungen, so mikroskopisch klein sie auch sind, zu nah aneinander liegen, so dass Störströme von einer Leitung zur anderen überspringen (genauer: kriechen) würden. Es war glasklar: Irgendwann kommt die Chipverkleinerung an ihre Grenzen.

Das Gegenteil ist der Fall.

Der erste Vorläufer des Chips im Jahr 1958 bestand aus vier Transistoren und vier Kondensatoren und hatte die Größe einer Büroklammer, so ist es im Artikel zu lesen. Heute sprechen wir über mehrere Milliarden Transistoren auf einem Chip und Abständen von sieben Nanometern (also sieben Millionstel Millimetern). Damit müsste doch langsam die Grenze erreicht sein, oder?

Nein, das ist sie nicht. Die Großen der Branche haben sich aufgemacht, die kleinsten Details noch kleiner zu machen. Künftig sollen 50 Milliarden Transistoren (also etwa sechs- bis siebenmal mehr Transistoren, als es Menschen auf der Erde gibt) auf Briefmarkengröße Platz haben. Die Strukturgrößen: zwei Nanometer. Dafür bedarf es einer besonderen dreidimensionalen Technologie. In zehn Jahren soll die Serienreife erreicht sein.

Zwei Dinge sind besonders interessant an diesem Wachstumsbeispiel, das uns zeigt, dass wir die Welt von morgen nicht aus dem Heute erklären können: Erstens bestehen die Gesetze der Physik fort, die Kriechströme sind immer noch real, aber man hat einfach die Technologie verändert, welche die physikalischen Gesetze respektiert, aber deren Auswirkungen umgeht. Zweitens soll die neue Architektur 75 Prozent weniger Energie verbrauchen als die heutigen (Smartphone-) Chips. Soviel zur Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch.

Das ist Wachstum. Die Welt von morgen können wir nicht mit dem Blick auf das, was wir heute haben, erklären, geschweige denn schaffen. Wir müssen schauen und wissen, wohin wir wollen und die Mittel schaffen, dieses Morgen zu erreichen. Sie kennen uns: Erst kommt das WAS, dann das WIE.

Lassen Sie sich den Wachstumsgedanken nicht ausreden. Vertrauen in unsere Fähigkeiten gehört untrennbar zu dieser Welt von morgen dazu.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

 


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Mandat Wachstums-Wochenstart® Nr. 508: Achtung: Gefahr, passen Sie auf!

Mandat Wachstums-Wochenstart® Nr. 508: Achtung: Gefahr, passen Sie auf!

Ist Ihnen das auch aufgefallen? Es vergeht kein Tag, an dem nicht Dutzende Politiker, Meinungsführer, Verbände, Medien oder sogenannte Experten vor irgendetwas warnen oder alternativ irgendwelche neuen Regelungen, Vorschriften und Gesetze fordern. Meiner Wahrnehmung zufolge steigt die Warn- und Forderungskurve rapide an. Es mag sich dabei um selektive Wahrnehmung handeln, sicher auch durch die Corona-Pandemie verstärkt sein, aber mir fiel dies bereits vor „Corona“ sehr unangenehm auf.

Warum ist das so?

Wer warnt, kann hinterher sagen: „Siehst Du, habe ich doch gesagt“ oder „Ein Glück, dass es nicht so schlimm gekommen ist“. Wer nicht warnt, war eben dumm, nicht umsichtig genug, blind für doch offensichtliche Gefahren. Außerdem: Wenn man etwas Schlimmes annimmt und es wird dann nicht so schlimm, ist das doch toll.

Ist es nicht.

Als Geschäftsführer sind wir heute schon in der Situation, dass wir wahrscheinlich irgendetwas falsch machen, dass wir irgendeine Datenschutz-, Arbeits-, Infektionsschutz-, Steuer-, Compliance- oder sonstige Verordnung übersehen und unwissentlich dagegen verstoßen. Es erscheint unmöglich, alles richtig zu machen. Wir leben damit, handeln nach bestem Wissen und Gewissen und gemäß der gebotenen Sorgfalt und das ist auch gut und richtig so, aber wir handeln eben und warten nicht auf die nächste Gefahr. Würden wir uns nämlich permanent damit beschäftigen, den Warnern, Mahnern, Gefahrensehern zuzuhören, kämen wir nicht weiter.

In unserem kürzlich zu Ende gegangenen Mandat Jahres-Kick-off 2022, unserer jährlichen 3-tägigen Startklausur, haben wir uns voll darauf fokussiert, was in 2022 geschehen wird. Wir haben nicht alle Eventualitäten abgeklopft, nicht alle Risiken überprüft, nicht alle Gefahren durchdekliniert, nicht alle Schwierigkeiten herausgearbeitet. Wir haben uns darauf konzentriert, was sein soll und sein wird und wir haben beschrieben, wie wir zu den von uns gewünschten Zielen kommen wollen.

Genau das rate ich Ihnen heute auch – und dieser Rat korrespondiert mit zwei Aspekten, die ich im Wochenstart immer wieder erwähne, nämlich mit gesundem Menschenverstand („common sense“, oder, für unsere österreichischen Leser „Hausverstand“) und einem gesunden Urteilsvermögen: Ignorieren Sie die Mahner, Schwarzseher, Gefahrenbeschreiber. Ja, auch in Ihrem Unternehmen. Kommentieren Sie sie nicht, ignorieren Sie sie. Zeigen Sie stattdessen auf, wohin die Reise geht, völlig egal, ob unterwegs Gefahren lauern oder nicht. Eine gute Vorbereitung ist wichtig, aber Übervorsicht führt zu Stillstand.

Wachstum entsteht durch Bewegung, nicht durch lautes Mahnen oder aktives Zuwarten.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

 


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Mandat Wachstums-Wochenstart® Nr. 507: Das kannst Du Dir gar nicht vorstellen

Mandat Wachstums-Wochenstart® Nr. 507: Das kannst Du Dir gar nicht vorstellen

 

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass vieles von dem, was andere zu Ihnen sagen, mehr über Ihre Gesprächspartner aussagt, als über Sie? Ein Klassiker: „Ich habe [irgendwas] erlebt. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, [jetzt kommt irgendwas, was man sich vermeintlich nicht vorstellen kann].“

Doch, ich kann mir das sehr gut vorstellen, habe ich schon oft gedacht. Entweder, weil ich schon in einer vergleichbaren Situation war, oder weil meine Grundintelligenz dazu ausreicht, mir das ohne große Mühe vorstellen zu können.

Ein anderer Klassiker: „Mensch, das ist doch unglaublich schwer [ein Buch neben der eigentlichen Arbeit zu schreiben, zahlreiche Ehrenämter auszuüben trotz eines hochanspruchsvollen Berufs, viele verschiedene Rollen miteinander zu verbinden].“ Nein, es ist nicht schwer, es fällt mir sogar leicht, aber Dir fällt es vielleicht schwer, Dir das vorzustellen.

Das kennen Sie, oder?

All diesen Klassikern ist gemein, dass sie Annahmen des „Senders“ darstellen, also desjenigen, der die Aussage trifft. In Wirklichkeit sagt der „Sender“ also mehr über sich aus – dass er sich eine solche Situation nicht hat vorstellen können – als über Sie, den „Empfänger“.

Interessant finde ich, dass uns solche Aussagen wieder dazu bringen, über Annahmen genauer nachzudenken. Welche Annahmen haben wir zu Situationen, zu Entwicklungen und welche Schlüsse ziehen wir daraus? Nicht umsonst sprechen wir bei Mandat bei jedem Projektstart auch über die Annahmen, die dem Projekt zugrundeliegen und es kommt immer etwas Spannendes dabei heraus.

Wenn Sie sich mit dem Thema Wachstum auseinandersetzen, schauen Sie immer auch auf die Annahmen, die Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Dann wird vieles klarer.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

 


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Mandat Growthletter® Nr. 181 „Unternehmensgesundheit”

Die aktuelle Ausgabe des Mandat Growthletters® „Eigenantrieb” ist erschienen.
Zum Download (PDF, ca. 2 MB).

Der Mandat Growthletter® adressiert jeden Monat Wachstumsthemen unter den Rubriken:

  • CEO-Tipp des Monats
  • Marke
  • Vertrieb & Expansion
  • Internationalisierung
  • Prozesse & Organisation
  • Internationales Marken-Kolloquium
  • Veranstaltungen & Veröffentlichungen
  • Mandat Intern

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(c) 2022, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York ***

Mandat Wachstums-Wochenstart® Nr. 506: Auf ein gutes neues Jahr

Mandat Wachstums-Wochenstart® Nr. 506: Auf ein gutes neues Jahr

 

Die erste Woche des neuen Jahres. Was tun Sie? Machen Sie noch Ferien, oder geht es schon wieder volle Kraft voraus?

Wir bei Mandat sind heute und morgen noch in den Ferien, starten Mittwoch bis Freitag mit unserer jährlichen Strategietagung voll durch und freuen uns auf Sie und den Dialog mit Ihnen in 2022.

Auf ein gutes, wunderbares neues Jahr, im Namen des gesamten Teams! Auf dass Ihre Vorhaben aufgehen. Und wenn wir daran mitarbeiten können, umso schöner.

Herzlichst
Ihr und Euer

Guido Quelle

 


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© 2022, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.
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