Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 732: Mit dem Gegenwind umgehen
Es ist der erste Montag im Monat und heute Nachmittag erscheint wieder unser monatlicher Mandat-Growthletter. Das Fokusthema lautet diesmal „Gegenwind“ und in meinem monatlichen CEO-Tipp geht es vor allem um Turnaround-Situationen.
Lassen Sie uns etwas bei dem Gedanken des Gegenwinds verweilen: Wir in der Wirtschaft erleben aktuell einen ganz schön deutlichen Gegenwind. Nicht nur geschäftlich, auch in der Politik. Selten, dass einmal die Rede davon ist, dass irgendetwas für uns Unternehmer verbessert werden soll, von Selbstständigen ganz zu schweigen. Mehr noch: Der eine oder die andere meint wohl, dass Unternehmer ohnehin nicht ganz „sauber“ sind.
Mittelstandspolitisch, wirtschaftspolitisch würde es Sinn ergeben, wenn das Unternehmertum weniger Gegenwind erführe. Man kann nicht einerseits Startups fordern und feiern und andererseits Unternehmer und Unternehmen schlechtreden und sogar beeinträchtigende Gesetze verabschieden. Meine Arbeitsgruppe „Wertschätzung des Mittelstands“ vor einigen Jahren in der Bundes-Wirtschaftskommission der MIT hatte genau dieses Thema zum Inhalt und wir haben daraus die MIT-Mittelstandsampel entwickelt, die heute noch schneller – auch dank ChatGPT & Co. – analysiert, ob Gesetze gut oder schlecht für Unternehmen sind.
Gegenwind muss aber gar nicht immer schlecht sein. Regnet und stürmt es draußen, wappnen wir uns mit entsprechender Kleidung und stemmen uns gegen den Wind. Solange es kein Sturm ist, kann das Freude machen. Man kommt beschwerlicher voran, aber es geht und hinterher ist man doch am Ziel, ordentlich durchgepustet.
Flugzeuge – auch darauf verweise ich im CEO-Tipp – starten und landen gegen den Wind, weil Start und Landung durch Rückenwind ungünstig – und potenziell gefährlich – beeinflusst werden.
Im täglichen (Geschäfts-) Leben sollten wir selbst „Gegenwind“ erzeugen und nicht einfach alles durchwinken. Wir sollten tradierte Ansichten herausfordern, auf den Prüfstand stellen, neue Facetten aufbringen, als Beitrag zur Weiterentwicklung.
Wie oft habe ich schon gesagt: „Wachstum kommt von innen, nicht von außen“, „Wachstum ist unabdingbar“, aber auch „Tagessätze sind etwas für Amateure“, „Qualitätsmanagementsysteme helfen vor allem dem Qualitätsmanager“, „Bürokratie wird nie enden, weil zu viele Unternehmen davon leben“? Oft.
Ich tue dies nicht, um zu provozieren, sondern um ein Gespräch zu eröffnen, das neue Perspektiven zeigt. Man muss in der Lage sein, seine konträren Positionen zu verteidigen und bei der einen oder anderen Position habe ich auch schon Erkenntnisse gewonnen, die mich veranlasst haben, meine Position zu überdenken. Ohne den „Gegenwind“ der anderen Seite wäre das gar nicht geschehen.
Wie geht Ihr Unternehmen mit Gegenwind um? Mehr noch: Wie erzeugt Ihr Unternehmen Wind gegen den Mainstream? Können Sie Ihre Positionen verteidigen? Wir arbeiten mit unseren Klienten im Rahmen der Strategieschärfung stets auch erfolgreich an solchen Themen.
Auf eine gute Woche!
Ihr und Euer
Guido Quelle
Übrigens, à propos „CEO-Tipp“: Wenn Sie den Mandat Growthletter noch nicht erhalten, sagen Sie es mir, geht ganz schnell. Einige Tausend Leser abonnieren ihn schon sehr lange.
