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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 732: Mit dem Gegenwind umgehen

Es ist der erste Montag im Monat und heute Nachmittag erscheint wieder unser monatlicher Mandat-Growthletter. Das Fokusthema lautet diesmal „Gegenwind“ und in meinem monatlichen CEO-Tipp geht es vor allem um Turnaround-Situationen.

Lassen Sie uns etwas bei dem Gedanken des Gegenwinds verweilen: Wir in der Wirtschaft erleben aktuell einen ganz schön deutlichen Gegenwind. Nicht nur geschäftlich, auch in der Politik. Selten, dass einmal die Rede davon ist, dass irgendetwas für uns Unternehmer verbessert werden soll, von Selbstständigen ganz zu schweigen. Mehr noch: Der eine oder die andere meint wohl, dass Unternehmer ohnehin nicht ganz „sauber“ sind.

Mittelstandspolitisch, wirtschaftspolitisch würde es Sinn ergeben, wenn das Unternehmertum weniger Gegenwind erführe. Man kann nicht einerseits Startups fordern und feiern und andererseits Unternehmer und Unternehmen schlechtreden und sogar beeinträchtigende Gesetze verabschieden. Meine Arbeitsgruppe „Wertschätzung des Mittelstands“ vor einigen Jahren in der Bundes-Wirtschaftskommission der MIT hatte genau dieses Thema zum Inhalt und wir haben daraus die MIT-Mittelstandsampel entwickelt, die heute noch schneller – auch dank ChatGPT & Co. – analysiert, ob Gesetze gut oder schlecht für Unternehmen sind.

Gegenwind muss aber gar nicht immer schlecht sein. Regnet und stürmt es draußen, wappnen wir uns mit entsprechender Kleidung und stemmen uns gegen den Wind. Solange es kein Sturm ist, kann das Freude machen. Man kommt beschwerlicher voran, aber es geht und hinterher ist man doch am Ziel, ordentlich durchgepustet.

Flugzeuge – auch darauf verweise ich im CEO-Tipp – starten und landen gegen den Wind, weil Start und Landung durch Rückenwind ungünstig – und potenziell gefährlich – beeinflusst werden.

Im täglichen (Geschäfts-) Leben sollten wir selbst „Gegenwind“ erzeugen und nicht einfach alles durchwinken. Wir sollten tradierte Ansichten herausfordern, auf den Prüfstand stellen, neue Facetten aufbringen, als Beitrag zur Weiterentwicklung.

Wie oft habe ich schon gesagt: „Wachstum kommt von innen, nicht von außen“, „Wachstum ist unabdingbar“, aber auch „Tagessätze sind etwas für Amateure“, „Qualitätsmanagementsysteme helfen vor allem dem Qualitätsmanager“, „Bürokratie wird nie enden, weil zu viele Unternehmen davon leben“? Oft.

Ich tue dies nicht, um zu provozieren, sondern um ein Gespräch zu eröffnen, das neue Perspektiven zeigt. Man muss in der Lage sein, seine konträren Positionen zu verteidigen und bei der einen oder anderen Position habe ich auch schon Erkenntnisse gewonnen, die mich veranlasst haben, meine Position zu überdenken. Ohne den „Gegenwind“ der anderen Seite wäre das gar nicht geschehen.

Wie geht Ihr Unternehmen mit Gegenwind um? Mehr noch: Wie erzeugt Ihr Unternehmen Wind gegen den Mainstream? Können Sie Ihre Positionen verteidigen? Wir arbeiten mit unseren Klienten im Rahmen der Strategieschärfung stets auch erfolgreich an solchen Themen.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

Übrigens, à propos „CEO-Tipp“: Wenn Sie den Mandat Growthletter noch nicht erhalten, sagen Sie es mir, geht ganz schnell. Einige Tausend Leser abonnieren ihn schon sehr lange.

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 731: Nur, wenn es dramaturgisch Sinn ergibt

Fünf Wochen wird es her sein, dass ich über unsere Begegnung mit dem Ensemble Modern schrieb, das uns auf unserem Seeon Summit derart bereicherte. Der Wochenstart hieß „Jeder Ton zählt“, wenn ich mich richtig erinnere. Ich habe bei der Interaktion mit den beiden Mitgliedern des Ensembles so vieles mitgenommen wie selten, daher teile ich hier noch einen Punkt.

Auf die Frage, ob das Ensemble denn ausschließlich moderne Musik spiele oder auch klassische Musik, erhielten wir folgende Antwort: „Wir spielen auch klassische, ältere Musik, aber nur, …“ – und jetzt Achtung! – „… wenn es dramaturgisch Sinn ergibt.“

Ist das nicht ein großartiger Satz?

Ist das nicht ein klares Bekenntnis?

Ist das nicht strategisch und taktisch klug?

Wie oft versuchen Menschen, alles mitzuteilen, was sie wissen, alles anzuwenden, was sie können, wie oft versucht der Vertrieb das ganze Angebot zu platzieren? Wie oft geschieht das? Sehr oft, meiner Erfahrung zufolge. Es wird viel zu wenig hinterfragt, was „dran“, was an der Reihe ist, was „dramaturgisch Sinn ergibt“.

Interessanterweise sind gerade sehr erfahrene Menschen gefährdet, anderen alles das zu erzählen, was sie wissen, statt sich darauf zu konzentrieren, was „dramaturgisch Sinn ergibt“. Mein Coach hat mir gesagt, als ich meine Keynote-Praxis aufgebaut habe: “Guido, one final thing: Don’t tell the people in the audience everything you know. Tell them, what they need to know in this specific situation.”

Exakt das habe ich mir zu Herzen genommen und ich habe es auch in unsere Gespräche mit Unternehmern, Geschäftsführern und Vorständen zu möglichen Beratungsmandaten integriert. Wir können bei Mandat so vieles, wir haben in 600 Beratungsmandaten für sicher 300 Unternehmen in 40 oder 50 Branchen so viele Themen vorangebracht, Bremsen gelöst, so vielfältig für Wachstum gesorgt, dass wir stundenlang darüber referieren könnten. Dieser Gefahr bin ich mir und sind sich meine Kollegen bewusst und so fragen wir mehr als wir reden.

Es ergibt keinen Sinn, einem Unternehmen, das gern eine schnelle und schlanke Organisation hätte, die Vorteile der Erneuerung der Strategie zu vermitteln. Es ergibt keinen Sinn, einem Unternehmen, das erhebliche Bremsen im Vertrieb hat, die Wirkung eines Markenkerns zu erläutern. Schauen wir uns doch erst einmal den Wunsch des potenziellen Klienten an. Dann schauen wir, was gemeinsam Sinn ergäbe. Oft kommen wir in der Zusammenarbeit zu benachbarten Themen. Aber wir bieten nicht „dies und jenes“ an.

Im klassischen Verkaufsgespräch gilt dasselbe: Wenn ein Unternehmen Schrauben nachfragt, sind erst einmal Schrauben dran, zu weiteren Befestigungselementen kann man immer noch kommen. Vielleicht sind auch gar nicht „Schrauben“ der Wunsch, sondern die Befestigung von etwas und Sie haben eine andere Lösung. Wunderbar. Das ergibt dann „dramaturgisch Sinn“.

Schauen Sie in Ihren nächsten Gesprächen – übrigens auch in Personalgesprächen –, was „dramaturgisch Sinn ergibt“. Dann profitieren Sie auch von meinen Einsichten durch das Ensemble Modern.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 730: Wie erreichen wir das Ziel?

Neulich hatten wir im Wochenstart das Thema „Durchschnitt“, die regelmäßigen Leser erinnern sich. Die Gedanken dazu haben mich zu diesem Wochenstart angeregt, heute geht es um Ziele.

Noch einmal kurz rekapituliert: Wir stellten den Tempomaten auf einer Wohnmobil-Reise auf 95 km/h und kamen mit einem Fahrt-Durchschnitt von 87 km/h, bzw. einem Reise-Durchschnitt von 74 km/h zuhause an.

Das Gedankenexperiment: Wenn wir mit einem 95er-Durchschnitt zuhause hätten ankommen wollen, auf welche Geschwindigkeit hätten wir dann den Tempomaten stellen müssen? Welche Geschwindigkeit hätten wir fahren müssen? Welchen Ankunfts-Schnitt habe ich bei Einstellung auf 95 km/h unterstellen können?

Die Antwort lautet: Wir wissen es nicht.

Es sind zu viele Unwägbarkeiten auf der Route. Wir kennen die Verkehrslage nicht, es können Baustellen entstanden sein, unfallbedingte Staus können die Weiterfahrt verzögern, dies wiederum kann dazu führen, dass mehr Pausen eingelegt werden müssen. Wir haben Hunde an Bord, die Pausendauer ist unterschiedlich, je nach Bedürfnissen der Hunde, eventuell müssen wir zwischendurch tanken oder sogar noch einen Zwischenstopp einlegen.

Wir wissen es nicht.

Blenden wir über in unser geschäftliches Umfeld, schauen wir auf das Schaffen von Wachstum. Ohne Ziele funktioniert Wachstum weniger gut als mit Zielen. Wenn wir Ziele setzen, woran machen wir sie fest? Dieses Thema habe ich auch schon an ähnlicher Stelle behandelt, denn zu oft sind es die „plus zehn Prozent“, die ausgerufen werden. Nehmen wir aber einmal an, die Ziele wären schon gesetzt: Wie erreichen wir sie?

Die Antwort lautet: Wir wissen es nicht.

Nein, nein, bleiben Sie dran. Natürlich haben wir Handwerkszeug, natürlich haben wir Erfahrung, natürlich haben wir Kunden vor Augen, die regelmäßig Bedarf anmelden, Wiederkäufer und Wiederkehrer, wir haben tolle Produkte und Dienstleistungen, alles bestens.

Aber im Verkehr ist es ähnlich: Wir haben ein tolles Auto, können super fahren, haben ein Online-Navi, Erfahrung zu Pausenorten und -dauer, und, und, und. Und trotzdem kann etwas dazwischenkommen. Nicht nur „etwas“. Vieles kann dazwischenkommen. Vieles, das gar nicht von uns abhängt.

Wie im Geschäft.

Hier ist mein Appell, meine Erfahrung was Ziele anbelangt und etwas, das die Zielerreichung deutlich erhöht. Es funktioniert allerdings nur in einem vertrauensvollen Umfeld.

Setzen Sie ambitionierte aber realistische Ziele, keine „Mondziele“ und streben Sie an, diese überzuerfüllen. Geben Sie Vollgas, übertreffen Sie die monatlichen Teilziele, sorgen Sie dafür, dass Sie einen Puffer für Imponderabilien haben, sorgen Sie dafür, dass Sie die Ernte früh einfahren. Dann, wenn es trocken ist, nicht, wenn es regnet. Im Gegensatz zur Landwirtschaft können die meisten von uns im Übrigen immer verkaufen und ernten.

Ja, große, schier unerreichbar erscheinende Ziele, die sind auch wichtig, das wäre aber Thema eines anderen Wochenstarts. Heute geht es erst einmal darum, wie Sie Ziele erreichen und sogar übertreffen.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 729: Machen Sie einen Unterschied

Ein Nachmittag in irgendeinem Saal in Deutschland. Mehrere Hundert Personen haben sich versammelt, die meisten aus der Wirtschaft, um einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zu folgen. Auf dem Podium: jeweils ein Spitzenvertreter aus jeder im Parlament vertretenen demokratischen Partei. Es sind Wahlzeiten, es ist Wahlkampf, die Politiker wollen ihre Positionen verdeutlichen und zeigen sich daher gern.

In der Mitte: Ein Moderator, dessen Aufgabe es ist, bei den Diskutanten nicht nur im Internet nachlesbare Positionen abzufragen, sondern auch Neues herauszufinden, idealerweise sogar eine kontroverse Diskussion zwischen den Diskutanten zu forcieren. Der Moderator macht das gut, einige auf dem Podium streiten fein, manch Neues wird bekannt. Prima.

Dann, der nächste Abschnitt: Fragen aus dem Publikum. Es erfolgen Wortmeldungen, das Mikrofon wird angereicht, eines pro Seite rechts und links des Mittelgangs.

Es passiert, was passieren muss: Statt einer Frage erfolgen Co-Referate, Positionsbekundungen, eigene Meinungen werden mitgeteilt. Manches ist interessant, das meiste nicht, das Allermeiste ist irrelevant. Mit etwas Glück kommt doch noch eine Frage, die dann, auf das Co-Referat eingehend, meist episch beantwortet wird. Die Zeit vergeht, die Stunde ist um, der Moderator verabschiedet die Kandidaten, wünscht ihnen Glück und bedankt sich bei allen.

Das hat der Moderator nicht so gut gemacht und die Co-Referenten haben das auch nicht gut gemacht.

Machen Sie einen Unterschied!

Wenn Sie in die Situation kommen, irgendeine Runde – das muss keine Wahlkampfrunde, keine riesige Veranstaltung sein – zu moderieren, machen Sie die Regeln klar. Sagen Sie den Teilnehmern, dass diese kurz und knapp antworten sollen, da Sie sie sonst unterbrechen werden. Sagen Sie den Teilnehmern, dass diese die Frage an den Anfang stellen sollen, weil Sie keine Co-Referate dulden werden. Das müssen Sie am Anfang tun, denn wenn erst einmal die erste ausschweifende Ausführung stattgefunden hat, haben Sie keine Grundlage mehr, den nächsten zu unterbrechen. „Warum durfte mein Vorredner so lange reden und ich nicht?“ – Berechtigte Frage.

Machen Sie einen Unterschied!

Wenn Sie als Teilnehmer in einer Runde sind, stellen Sie einfach eine Frage. Ohne zu beschreiben, warum Sie die Frage stellen. Ohne Brimborium. Sollte Kontext erforderlich sein, wird sich der Leiter der Runde die Information einholen.

Und jetzt kommt’s: Das gilt auch für interne Meetings. Das gilt auch für Beratungsgespräche. Ich stelle sowohl als Moderator von großen Diskussionsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Workshops als auch in der 1:1-Beratung von Unternehmern Regeln auf. Eine davon ist: Stellen Sie die Frage an den Anfang, ich hole mir schon die Infos, die ich brauche, sollte dies erforderlich sein. Als Experte in einer Diskussionsrunde versuche ich, mich kurz zu fassen und exakt auf die mir gestellte Frage zu antworten. Es fällt auf.

Einfach nur eine Frage zu stellen, einfach nur präzise zu antworten, das macht einen Unterschied, probieren Sie es aus.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 728: Die Krux mit dem Durchschnitt

Bei unserer kürzlichen Tour nach Berlin mit unserem Reisemobil hatten wir für den Rückfahrtag einen Sonntag gewählt. Aus bestimmten Gründen konnten wir nur einen Tag für die gesamte Reise aufwenden, es sind etwa 500 Kilometer. Sonst fahren wir gern in zwei Etappen, denn mit dem großen Auto sind wir doch deutlich langsamer unterwegs als mit dem PKW. Außerdem finden es die Hunde auch besser, wenn die Strecke nicht zu lang ist. Diesmal ging das aber nicht.

Beschlossen, getan. Es ging auf die Autobahn, wie gesagt, ein Sonntag, sehr geringer LKW-Verkehr, wenig PKW auf der Straße, die Autobahn ist dreispurig ausgebaut. Ich stellte den Tempomaten auf 95 km/h – wir dürfen 100 fahren – und ließ es rollen. Die Anzahl der Eingriffe in die flockige Fahrt hielt sich in Grenzen. Nach sehr guter Fahrt kamen wir so mit einem 87er Durchschnitt (reine Fahrtzeit) beziehungsweise einem 74er Schnitt inkl. Pause zuhause an. Das war sehr ordentlich.

Es liegt auf der Hand, wir alle wissen es, doch eines wurde mir wieder einmal transparent: Die Krux mit dem Durchschnitt. Der Durchschnitt begegnet uns ja auch im Geschäftsleben allerorten. Durchschnittliches Preisniveau, durchschnittliche Kundenfrequenz, durchschnittliches Wachstum. Diese Größen sind uns bekannt.

Der Durchschnitt verkennt aber Spitzen nach oben und nach unten. Bei unserer oben ausgeführten Fahrt fuhren wir anlässlich einiger Überholvorgänge zwischenzeitlich auch „echte 100“, mal ging es mit 75 oder 80 km/h daher, wenn wir hinter einem LKW nicht ausscheren konnten.

Bei Preisen, Frequenzen, Ausbringungsquoten, Wachstumsraten ist es dasselbe: Der Durchschnitt verstellt den Blick auf die Bandbreite, auf Spitzen, auf die Anzahl von Abweichungen. Ja, man kann bei Einzelereignissen mit dem Median arbeiten, aber auch dies relativiert die Sicht auf die Daten.

Der Durchschnitt ist in unseren Beratungen zu gesundem profitablen Wachstum selten hilfreich. Wenn wir Unternehmen beraten, schauen wir uns gern die Extreme an. Wo sind Ausschläge nach oben oder unten? Die nächste Frage ist dann: Waren die Ausschläge isolierte, singuläre Ereignisse oder unterlagen sie einer gewissen Häufigkeit?

Zwei weitere Fragen schließen sich an. Erstens: Was waren die Ursachen für die Ereignisse? Zweitens: lassen sich die Ausschläge (vorausgesetzt, sie sind positiv) systematisieren?

Sie kennen das: Mitunter gelingt es, höhere Preise durchzusetzen, mit Kunden größere Abschlüsse zu vereinbaren, das Qualitätsniveau dramatisch zu steigern, die Prozessgeschwindigkeit deutlich zu erhöhen, die Kosten für einen bestimmten Geschäftsvorgang sehr gering zu halten. Wir suchen in der Beratung unserer Klienten nach Möglichkeiten, dieses „mitunter“, diese Ausnahmen zur Regel zu machen.

Der Durchschnitt verstellt den Blick auf das, was möglich ist. In Planungsprozessen und Planungsupdates werden oft Konzessionen gemacht, vor allem im Vertrieb, wenn die geplanten Werte irgendwie erreicht werden. Die Menge der ergebniserzeugenden Vorgänge glättet aber die Ausschläge. Für strukturiertes, geführtes Wachstum ist dies eher hinderlich.

Schauen Sie bei dem nächsten Planungsupdate einmal genauer hin. Das erste Quartal ist vorüber, es ist ein guter Zeitpunkt.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 727: Und was bleibt übrig?

Wenn Sie sich die Meldungen, Nachrichten, Beiträge über Künstliche Intelligenz anschauen, was stellen Sie dann fest? Sehen Sie eher Optimismus und Zuversicht? Oder sehen Sie eher Bedenken und Sorge? Wie ist Ihre eigene Einstellung zu KI?

Das es „die KI“ nicht gibt, habe ich bereits in einem meiner Wachstums-Wochenstarts thematisiert. Heute geht es mir um den Umgang mit Künstlicher Intelligenz und ich bin mir bewusst, dass ich nicht in die Zukunft sehen kann. Auch werde ich nicht darüber befinden, was „richtig“ oder „falsch“ ist. Aber ich möchte dennoch ein wenig Seriosität in die Debatte bringen.

Können wir uns darauf verständigen, dass „KI“ nicht mehr „weggeht“? Dass KI keine vorübergehende Erscheinung ist, wie der eine oder andere sogenannte Zukunftsforscher das seinerzeit über das Internet behauptete?

Können wir uns weiterhin darauf verständigen, dass wir erst ganz am Anfang „der KI“ stehen? Dass LLMs (Large Language Models, wie zum Beispiel ChatGPT) und die anderen Werkzeuge, die wir als User sehen, erst ein Beginn einer größeren KI-Welle sind?

Gut. Wir sehen also hier eine Innovation, die sich durchsetzt und weite Teile unseres Lebens beeinflussen wird.

Es handelt sich um ein wachstumsimmanentes Prinzip: Eine Innovation wird als nützlich bewertet und setzt sich durch. Dampfmaschine, industrielle Revolution, Arbeitsteilung, Automobil, Personal Computer, Fabrikautomatisierung, Internet, Smartphone, Musik-Streaming, jetzt also KI.

Die Automatisierung, der Ersatz von Menschen durch Computer, ist oft als Bedrohung aufgefasst worden. Ja, es wurden Jobs ersetzt. Und? Heute sind mehr Menschen beschäftigt als früher. Wird KI Jobs ersetzen? Ja. Wird KI auch hochwertige Jobs mindestens drastisch verändern, vielleicht sogar ersetzen? Jawohl.

Und?

Wir dürfen nicht stehenbleiben, wir müssen uns weiterentwickeln. Wo steht geschrieben, dass wir vierzig Jahre lang dasselbe tun sollen, dürfen, müssen? Richtig: Nirgends. Der Luxus von heute ist der Standard von morgen. So, wie heute (fast) niemand mehr sagt „Ich gehe ins Internet“, wird bald niemand mehr sagen „Ich nutze KI“, es wird schlicht normal sein und unsere Arbeitswelt wird sich darauf einstellen.

Natürlich gibt es Risiken. Ersatzloser Wegfall bestimmter Stellen, wir haben ethische Fragen zu beantworten, wir haben rechtliche Fragen zu beantworten, es ist sicherzustellen, dass KI nicht unbemerkt Fake News verbreitet und dass KI nicht den  Menschen beherrscht. Aber reden wir nicht immer vom Fach- und Arbeitskräftemangel? Reden wir nicht davon, dass manche Jobs gar nicht mehr gemacht werden wollen? Sprechen wir nicht darüber, dass wir produktiver werden müssen? Sind wir nicht intelligent genug, KI in ethisch angemessenen Grenzen zu halten?

Die Chancen überwiegen. Die in der Überschrift gestellte Frage: „Und was bleibt übrig?“ wird sich nicht stellen, weil es mehr Chancen als Risiken, mehr Optionen gibt, als wir meinen.

Wir arbeiten bei Mandat intensiv an unserem Umgang mit KI und werden Sie auf dem Laufenden halten. Was machen Sie eigentlich in Sachen „KI“?

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 726: Jeder Ton zählt

Unser Seeon Summit, die jährliche Top-Veranstaltung unserer Seeoner Gilde, eine Zusammenkunft von Unternehmern, Geschäftsführern und Vorständen im kleinen Kreis – wir sind immer etwa 20 Personen –, ging am vergangenen Donnerstag zu Ende. Wir waren in Frankfurt am Main, im Steigenberger Frankfurter Hof und hatten, wie immer, am Mittwoch bereits eine Nachmittagsveranstaltung als „get-together“ und ein nachfolgendes Dinner mit regem Austausch, bevor es am Donnerstag in den fachlichen Austausch ging.

Unsere Nachmittagsveranstaltung wurde diesmal durch zwei fabelhafte Künstler des „Ensemble Modern“ gestaltet. Die Instrumente: Flöte und Horn. Schauen Sie ruhig einmal nach diesem Ensemble. Es gehört zu den weltweit führenden Ensembles für moderne Musik und existiert seit 1980 und ist damit sogar neun Jahre älter als unser Unternehmen.

Abgesehen von der musikalischen Inspiration und den interaktiven Teilen ist mir wieder aufgefallen, mit welcher Ernsthaftigkeit, Hingabe, Leidenschaft jeder einzelne Ton gespielt wurde – auch, wenn es nur ein einziger Ton war, den es zu spielen galt.

Jeder Ton zählt.

Es erinnerte mich an meine Zeit als Hobbymusiker in einer Rockband – lange ist’s her. Auch dort galt für mich als Gitarrist: „Du musst jeden einzelnen Ton Deines Solos, jeden Akkord, jedes Riff, gut spielen.“ – „Ein bisschen gut?“ Das reicht nicht. Ich möchte meine und unsere amateurhaften Darbietungen nicht mit den Weltklasse-Leistungen unserer musikalischen Gäste vergleichen, aber das Prinzip wurde mir am letzten Mittwoch wieder klar.

Jeder Ton zählt. Jeder einzelne Ton.

Spielst Du einen Ton oder mehrere Töne beiläufig, unkonzentriert, mechanisch, ohne Leidenschaft, wie wird das Stück dann werden? Richtig: Beiläufig, unkonzentriert, mechanisch, ohne Leidenschaft. Was denn sonst?

Du kannst Dich auch nicht darauf verlassen, dass die anderen im Orchester, im Ensemble oder in der Band es richten. Jeder Teil, jedes Instrument zählt. Und wenn alle beiläufig, unkonzentriert, mechanisch, ohne Leidenschaft spielen, weil es ja auch reichen könnte, wird man was sein? Richtig: Maximal genügend. Maximal.

Jeder Ton zählt.

Das gilt auch und umso stärker im geschäftlichen Kontext. Beiläufigkeit im Meeting? Es wird ein beiläufiges Meeting. Beiläufigkeit im Verkaufsgespräch? Es wird ein beiläufiger Abschluss, wenn überhaupt. Beiläufigkeit in der Produktentwicklung? Bestenfalls können Sie nachbessern, wenn die Aufmerksamkeit auf das Produkt groß genug ist. Schlechtestenfalls kommt ein weiteres beiläufiges Produkt heraus, das sich in die Reihe einer Vielzahl beiläufiger Produkte reiht.

Jeder Ton zählt.

Wenn wir Projekte für unsere und mit unseren Klienten planen, achten wir auf jedes Detail. Alles muss sitzen. Oft revidieren wir eine erste Struktur, weil sie nicht gut genug ist. Aber wenn das Projekt startet, dann sitzt alles. Projektrahmen, jedes Teilprojekt, jedes Arbeitspaket. Wenn wir Strategien erarbeiten, orchestrieren wir alles, bis alles sitzt. Jeder Ton zählt. So muss es sein. Das ist unser Anspruch.

Was machen Sie jetzt daraus?

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 725: Rausgehen

Auf Facebook und auch auf LinkedIn schreibe ich gern, wenn ich unterwegs bin. Auf Facebook ist dies mein, mit Augenzwinkern bespieltes „Paralleluniversum“ und ich poste dies nur für meine Facebook-Freunde, auf LinkedIn ist es für alle lesbar. Manchmal bin ich nur bei Mandat, mit oder ohne Hund, manchmal auf parlamentarischen Abenden oder Wirtschaftsveranstaltungen, manchmal treffe ich mich mit Menschen, mit denen ich verbunden bin, manchmal ist es ein Arbeitstreffen mit Klienten, bei Mandat oder außerhalb.

Immer wieder werde ich gefragt (ist Ihnen eigentlich aufgefallen, dass dieser Satzanfang inzwischen inflationär genutzt wird?), ob mir das keine Mühe macht, man weist mich darauf hin, dass meine Reisen aufwändig seien, viele wünschen mir eine gute Reise und manche sagen mir, ich soll es nicht übertreiben.

Es macht mir aber Freude.

Ich liebe es, rauszugehen, hinaus in mein Paralleluniversum. Seit über 35 Jahren bin ich bei Mandat, ich habe etwa 600 Unternehmen gesehen, mit etwa 300 Unternehmen gearbeitet und etwa 600 Beratungsmandate erhalten. Ich arbeite seit Ende der 1980er Jahre und seit 1999 durchgehend in mehreren Ehrenämtern und gehe gern „raus“. Raus aus dem Alltäglichen, auch wenn es nur ein paar Stunden sind. Irgendwo irgendetwas bewirken, das macht mir Freude.

Zahlt sich das immer wirtschaftlich aus? Nein. Das ist auch der falsche Ansatz. Aber die vielen tollen Menschen, die ich – und nicht nur ich, sondern meine Frau und ich – auf diese Weise kennengelernt haben, sind wunderbar und des Rausgehens allemal wert.

Wir müssen, davon bin ich überzeugt, gelegentlich rausgehen, gelegentlich das Gewohnte verlassen. Wir gewinnen dann Erkenntnisse für das „Innen“, die wir weiterverarbeiten können. Außerdem erweitert sich auf diese Weise der gesamte Horizont.

Ein Mittagessen in einem Club, ein Arbeitstreffen in Berlin, ein Meeting mit dem persönlichen Berater in Florida, Kollegentreffen in New York, Rhode Island, Monaco oder Hong Kong, ein Gespräch in der Heimatstadt, alles gehört dazu.

Bleiben Sie nicht nur zuhause. Gehen Sie raus!

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 724: Und es gibt sie doch!

Ich kann es nicht mehr hören: „Die Jugend ist faul“, die Gen-Z insbesondere, es werden neue „Gens“ erfunden, die noch fauler sind, blablablablabla.

Neulich, beim Tierarzt. Unsere Tierärztin ist eine extrem gute Diagnostikerin, immer mindestens auf der Höhe, oft weiter vorn, sie hat eine Praxis auf Klinikniveau aufgebaut mit sieben Tierärzten und 28 Mitarbeitern insgesamt. Wir hatten ein längeres Gespräch mit einer Anästhesiefachkraft. Wie alt mag sie sein? Anfang, Mitte 20? Welch ein begeistertes und begeisterndes Gespräch über Anästhesie bei Tieren, über Agonisten und Antagonisten, über Präferenzen, Steuerungsmöglichkeiten, lokale Einflussmöglichkeiten und dergleichen. Toll.

Die junge Frau ist vollauf begeistert über ihren Job. Welch eine Freude, mit ihr zu sprechen.

Diese junge Mitarbeiterin ist nicht allein. In der Praxis freuen sich viele, vielleicht alle, dabei zu sein, zu leisten, beizutragen.

Natürlich gibt es sie, die guten Mitarbeiter. Natürlich gibt es sie auch in jungem Alter. Das ganze Gerede von faulen Generationen ist ein großer Irrtum.

Bei Mandat haben wir nur leistungsfähige und leistungswillige Mitstreiter. Warum? Hier ist das Geheimnis: Ich bin der festen Überzeugung, dass man das anzieht, was man auch selbst verkörpert. Mandat ist seit seiner Gründung 1989 ein Ort der Leistung, der Motivation, des Willens, des Könnens und der Freude an der Arbeit. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass sich dies bis heute erhalten hat und dass man das spürt und dass dies auch die Wahl der Mitarbeiter – beidseits – beeinflusst.

Ja, wir hatten auch schon Kolleginnen und Kollegen, bei denen der Leistungswille nicht so ausgeprägt war, aber die sind auch nicht mehr bei uns. Das System sondert diejenigen, die nicht passen – das hat nichts mit der Beurteilung der Menschen zu tun – aus.

Fachkräftemangel hat zwei Dimensionen: Einerseits die Erkennbarkeit eines Unternehmens auf Basis seiner Strategie, seines Auftritts, seiner Klarheit – daran arbeiten wir regelhaft mit unseren Klienten mit großem Erfolg – und andererseits die Eindeutigkeit der Kultur. Kultur, indes ist ein langer Prozess, ein Prozess mit Historie, mit Wurzeln, weshalb wir auch „Kulturprojekte“ nicht empfehlen.

Es gibt sie. Es gibt die motivierten, leistungswilligen und leistungsstarken Mitarbeiter. Man muss sie nur finden. Und der einfachste Weg, sie zu finden, ist der, das vorzuleben, was man sucht: Motivation, Leistungswille, Leistungsstärke.

Ist gar nicht so schwer. Wo stehen Sie?

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 723: Es war noch nie so leicht

Neulich im Taxi: „Wohin?“ Ich nannte die Adresse und meinen Wunschweg. „Du kennst den Weg?“ – „Ja. Wir fahren wie folgt: …“ – „Hier geradeaus?“ – „Wie gesagt.“ – „Du hast gesagt, Du kennst Dich aus, dann musst Du sagen, wo wir herfahren, ich bin nicht GPS.“

Tja, da weißt „Du“ Bescheid.

Früher gab es von Amazon Sendungen mit beigefügter Rechnung. Die Zeiten sind lange vorbei, die Rechnung kann man sich fein herunterladen, selbst ausdrucken oder vom Plattformhändler besorgen, mitunter sehr umständlich. Viele andere Dienstleister haben nachgezogen. Die Aufgabe wurde auf den Kunden verlagert.

Wir finden dieses Phänomen auf vielfältige Weise in vielen Branchen und Geschäftsvorgängen: Arbeiten und Verantwortung werden auf den Kunden verlagert. Jüngstes Beispiel: Die Banken, welche die Verantwortung des exakten Adressatenabgleichs (IBAN hat immer funktioniert, der Name stimmt aber nicht buchstabenexakt überein) auf den Kunden verlagert. Funktioniert es mal nicht? Die Bank ist aus der Verantwortung heraus: „Wir haben es Ihnen ja gesagt!“

Früher befleißigte man sich einer eher gemäßigten Sprache. Mein Vorbild war immer die Sprache der Diplomatie. Das Äußerste, was dort genannt wird, wenn jemand wirklich kurz vor dem – Verzeihung – Ausflippen über einen Vorgang ist, ist das Wort „inakzeptabel“. Vorher kommt die Stufe „irritiert“, davor kommt „unangemessen“, davor kommt „überrascht“. Achten Sie einmal darauf, wie Außenminister, Botschafter, Regierungschefs reden. Jeder weiß, was gemeint ist.

Aktuell eskaliert Sprache im Alltag. Weil es nicht mehr darum geht, ob eine Sache als richtig oder falsch angesehen wird, sondern sofort ad hominem gesprochen wird, sind Menschen „Idioten“ und anderes mehr. Auch im Geschäftskontext werden immer mehr absolute Formulierungen gewählt. Das beginnt beim „Das ist unmöglich und das wissen Sie genau“ und hört beim „Isso!“ nicht auf.

Drittes Thema: Der Benimm. Früher war es selbstverständlich, dass man im ÖPNV den Platz denen angeboten hat, die ihn mehr benötigten als man selbst, zum Beispiel alte Menschen, heute fläzen sich manche Fahrgäste auf den Sitzen, nicht daran denkend, dass die Oma mit dem Einkaufstrolley vielleicht sitzen möchte. Türen aufhalten, jemanden an der Kasse vorlassen, jemanden in die eigentlich zu enge Lücke im Straßenverkehr lassen? Eher die Ausnahme als die Regel. Vom gesitteten Essen mit Messer und Gabel und dem vielleicht nicht auf den Tisch gelegten Arm habe ich dabei noch gar nicht gesprochen.

So. Da stehen wir nun. Wie gesagt, nicht verallgemeinert, aber verstärkt zu beobachten. Was machen wir nun damit? Sie kennen meinen Satz: „Früher war nicht alles besser, früher war nur vieles anders.“ Es geht nicht darum, ein „Früher“ schönzureden. Wir drehen den Spieß also einfach um, wie Sie es oft von mir und uns kennen.

Es war nämlich noch nie so leicht, einen Unterschied zu machen, wie heute. Es wird von Kunden – auch von unseren Klienten – sehr geschätzt, wenn man Aufgaben übernimmt, statt sie auf den Kunden abzuwälzen, es wird geschätzt, wenn man flüssig mit einem großen Wortschatz und dessen Bedeutung umgehen kann und es wird wertgeschätzt, wenn man Benimm zeigt, sei es im beruflichen Alltag, bei Tisch oder in privatem Umfeld.

Machen wir einen Unterschied! Es wird gesehen und wertgeschätzt. Davon können Sie ausgehen.

Ach, ja: Sagen Sie das auch Ihren Mitarbeitern!

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle