Vor kurzem habe ich dem Sprecher der Geschäftsführung eines namhaften Unternehmens mein Buch „Profitabel wachsen“ mit einer persönlichen Widmung gesendet, weil ich meine, dass das Buch dem Unternehmen helfen kann. Wer beschrieb mein Erstaunen, als das Buch mit einer Notiz retourniert wurde, die besagte, dass die Mitarbeiter des besagten Unternehmens generell keine Geschenke annehmen dürften. Wohlgemerkt, unterzeichnet vom Sprecher der Geschäftsführung, dem Adressaten.
Dies ist ein wunderbares Beispiel für mangelndes Gefühl für Angemessenheit. Selbst dann, wenn die Regel für ein 39,95-Euro-Buch wirklich Bestand haben sollte, hätten mehrere bessere Optionen bestanden. Hier sind vier:
- Der Adressat hätte uns einen Scheck über 39,95 Euro schicken oder um eine Rechnung bitten können.
- Er hätte den Betrag spenden und mich darüber informieren können.
- Er hätte das Buch für eine unternehmensinterne Tombola ausloben können.
- Er hätte das Buch in die unternehmenseigene Bibliothek stellen können, damit möglichst viele Mitarbeiter einen Nutzen davon haben.
Dieser Adressat hat sich aber dafür entschieden, mir das gewidmete Buch, das ich in der festen Überzeugung gesendet habe, dass es ihm helfen würde, an mich zurückzusenden. Ich nehme das nicht persönlich, finde es aber völlig über das Ziel hinausgeschossen. Wenn Compliance-Regeln die Angemessenheit nicht mehr berücksichtigen, wenn sie statt dessen die Mitarbeiter – bis hin zur Geschäftsführung – von Entscheidungen freistellen, das Urteilsvermögen also gar nicht mehr fordern, sind diese Regeln Ausdruck einer gedankenlosen Bürokratie. Glaubt wirklich jemand, dass Beratungsmandate im Wert von ein paar Hunderttausend Euro wegen eines gesendeten Buches vergeben werden? Ich bitte Sie, bleiben wir doch ernst.
Natürlich müssen Regeln durchgezogen werden, wenn sie einmal aufgestellt wurden, das ist nicht mein Punkt. Mein Punkt ist, dass die Regel in diesem Fall – und in vielen weiteren mir bekannten Fällen – unsinnig ist. Die Vermittlung von Angemessenheit, die intensive unternehmensinterne Diskussion über „richtig“ und „falsch“, die Vermittlung der Fähigkeit fallweise Entscheidungen aus einem gesunden Ethik- und Moralverständnis heraus zu treffen, ist eine wesentliche Führungsaufgabe. Zu häufig wird mit einer unternehmensweiten Compliance schlicht alles erschlagen. Den Mitarbeitern – erneut: bis hin zur Geschäftsführung – werden Entscheidungen abgenommen, über die es besser gewesen wäre, zu diskutieren.
Compliance ist ein wichtiges Thema. Verzichten Sie aber darauf, Ihre Mitarbeiter zu entmündigen. Sorgen Sie lieber für einen gesunden Dialog darüber, was das Unternehmen als richtig oder falsch ansieht. Dieser aktive Dialog, der ständig aufrechterhalten werden muss, sorgt dafür, dass im Unternehmen auch in anderen Fällen als dem der vermeintlichen Geschenkannahme, bessere Entscheidungen getroffen werden, weil sie eine ganzheitlichere Sicht enthalten. Lassen Sie sich nicht von Bürokraten einreden, alles müsse verboten werden. Halten Sie dagegen, dass Sie es mit mündigen Erwachsenen zu tun haben, die ein Recht darauf haben, darüber zu sprechen, was im Unternehmen geschehen soll und was nicht. Das Recht auf aktive Entscheidungen enthält auch die Pflicht zur Urteilsfindung. Diese beiden Faktoren sind wesentliche Säulen eines Wachstumsdenkens.
(c) 2013, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH
Der CEO-Tipp des Monats ist Auszug aus dem monatlich erscheinenden Mandat Growthletter, der kostenfrei bezogen werden kann: Anmeldung
Die aktuelle Ausgabe ist hier zum Download verfügbar (PDF, ca. 3 MB)
Die persönliche Sicht: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk – Unabhängig, überparteilich. Wirklich?
/inHört man manchen Radiosender im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, meint man, man würde einem Parteisender zuhören. Die eine Partei wird besonders gelobt, mitsamt ihrem exponierten Personal, die andere Partei kann es einfach nicht gut genug machen, um gelobt zu werden. Ist das richtig? Nein. Und ich möchte das auch nicht.
Von einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk können wir erwarten, dass er ausgewogen berichtet. Die Zeiten, in denen das Einstiegskriterium in einen Sender quasi ein Parteibuch war, müssen der Vergangenheit angehören – und das ist hoffentlich auch schon der Fall. Ich erwarte auch, dass die Redakteure gezielt auf Ausgewogenheit achten, denn dazu zahlen wir Rundfunkgebühren. Diese Gebühren ergeben nämlich nur dann einen Sinn, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk und das öffentlich-rechtliche Fernsehen den Bürger unabhängig von privatwirtschaftlichen Überlegungen und Interessen informieren. Jegliche parteiliche Ausrichtung ist zu unterlassen – Kommentare ausgenommen.
Im Übrigen hat die Politik auch nichts in Aufsichtsräten der Sender zu suchen, es sei denn, es besteht politische Ausgeglichenheit. Und nun versuche man bitte nicht, diejenigen, wie mich, denen die vermeintliche parteiliche Ausrichtung zunehmend auffällt, für dumm zu verkaufen und zu sagen, es gäbe keine Anhaltspunkte dafür. Die gibt es sehr wohl. Hören Sie ‚mal hin.
(c) 2013, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH
„Ich habe keine Schuld und Recht habe ich auch“ – Episode 2
/in Ich habe keine Schuld und Recht habe ich auch, Unternehmen, Wachstumsirrtümer & WachstumsbremsenWie versprochen: Dies wird eine neue Rubrik. In Episode 1 von „Ich habe keine Schuld und Recht habe ich auch“ ging es um eine E-Mail-Helpline eines Telefongeräteherstellers, heute ist ein Fensterhersteller Objekt der Betrachtung.
Episode 2: Fensterhersteller
Vor kurzem gab es ein merkwürdiges Geräusch von einem unserer Dachflächenfenster. Habe ich dem Geräusch initial auch keine Bedeutung beigemessen, ging ich beim zweiten Knacken nachsehen. Wer beschrieb mein Erstaunen, als ich sah, dass die Innenscheibe besagten Fensters zersprungen war und ein wunderbares „Spinnennetzmuster“ aufwies. Die Innenscheibe musste also ausgetauscht werden. Sie war ohne äußere Einwirkung zersprungen.
Ein Blick ins Internet brachte den Fehler an den Tag: Der Hersteller hatte bereits im vergangenen Jahr eine Produktwarnung für bestimmte Fenster eines bestimmten Jahrgangs herausgegeben. Das Problem war also bekannt. Nach Anruf bei der Hotline, während dessen ich auf eine Website zur Reklamation verwiesen wurde, füllte ich das Online-Formular aus und schickte es ab. Nicht einmal einen Tag später erhielt ich eine Eingangsmeldung: Man würde sich bei uns melden.
Nach einer Woche geschah … nichts. Ich schrieb eine E-Mail. Einige Tage später: immer noch nichts. Ich rief die Hotline an:
Herr an der Hotline: „Es ist viel zu tun. Wir haben die E-Mail aber weitergeleitet.“ („Ich habe keine Schuld und habe alles richtig gemacht.“)
Einige Tage später war nichts geschehen. Was tat ich? Richtig: Ich rief die Hotline an.
Das Gespräch lief ein wenig Ping-Pong-mäßig weiter, immerhin mit dem Resultat, dass einen Tag später der Techniker anrief, um einen Termin zu vereinbaren. Zur Ehrenrettung des Unternehmens sei gesagt, dass erstens Null Diskussion darüber stattfand, wer den Schaden trägt – nach Übermittlung der Fenster-Seriennummer war die Verursacherfrage zu Lasten des Unternehmens geklärt – und dass der Techniker eine ganz hervorragende Arbeit bei hoher Terminverlässlichkeit zeigte. Die Hotline aber hat Verbesserungsbedarf in der Kommunikation.
Wie steht es um Ihre Hotline? Haben Sie sie einmal anonym mit einem Problem konfrontiert? Wie sind die Reaktionen? Ist die Hotline ein Wachstumsmotor oder eine Wachstumsbremse?
… to be continued …
(c) 2013, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH
Der Wachstums-Wochenstart #39: Point of no return
/in Persönliches Wachstum, Wachstums-WochenstartIhr Fokus in dieser Woche: Machen Sie sich klar, dass es so etwas, wie einen „Point-of-no-return“ im normalen Leben nicht gibt.
Häufig wird argumentiert, dass man etwas nicht mehr ändern könne, weil der „Point-of-no-return“ überschritten sei, also der Punkt, ab dem man nicht mehr umkehren könne, weil man bereits zu weit fortgeschritten sei. Das ist in den allermeisten Fällen grober Unfug. Ein Bauvorhaben, das ganz offensichtlich zu teuer wird, kann gestoppt und abgerissen werden, eine geschäftliche Partnerschaft (und auch eine private) kann beendet werden, eine Entscheidung kann rückgängig gemacht werden.
Natürlich können die Konsequenzen in einzelnen Fällen sehr erheblich sein. Aber eben diese Konsequenzen, die ein Umdrehen zur Folge hätte, sind es, die meist gescheut beziehungsweise gar nicht erst durchdacht werden. In der Medizin, bei einer Operation zum Beispiel, gibt es einen solchen „Point-of-no-return“. Auch beim Fliegen gibt es ihn, es ist nämlich der Zeitpunkt, ab dem ein Startabbruch nicht mehr möglich ist, weil ein Totalschaden riskiert würde – Piloten kennen diesen Punkt sehr gut. Aber im Geschäftsleben, in der Politik und auch im privaten Bereich muss der „Point-of-no-return“ zu oft herhalten für den Mangel an Mut, eine Wahrheit auszusprechen, eine Kehrtwende zu vollziehen und die Konsequenzen zu tragen.
Haben Sie auch einen solchen vermeintlichen „Point-of-no-return“ vor Augen, den Sie gelegentlich bemühen?
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Die persönliche Sicht: Seminarsozialismus
/in Guidos persönliche Sicht, Guidos persönliche Sicht, Strategie & FührungZu Beginn des Jahres werden in vielen Unternehmen die Personalentwicklungs-Karten neu gemischt. Tja, wenn es sich denn ‚mal um Personalentwicklung handeln würde. Bedauerlicherweise ist die Zwangsbeglückungsabteilung meist in eigener Sache unterwegs und streut Seminare unter das Volk der Beschäftigten.
Ein neuer Kunde im Ausland? Dann müssen rasch noch alle Englisch lernen. Bilanzmodernisierungsgesetz noch nicht von jedem verstanden? Jetzt aber! Und erst die neuen Compliance-Regeln: Da müssen die Mitarbeiter aber schnellstens durch. Und wenn erst der QM-Auditor kommt: Jetzt aber schleunigst die Schulungspläne pflegen.
Zu viele Seminare laufen fehl. Gemein ist ihnen allen, dass sie Geld und – viel wichtiger – Zeit kosten. Nicht jeder aber braucht jedes Seminar, hier springen die meisten Personalabteilungen wesentlich zu kurz. Die Auswirkung der Zwangsbeglückung ist zum Beispiel, dass viele Fach- und Führungskräfte heilfroh sind, wenn sie einen guten Grund gefunden haben, der es ihnen erlaubt, an einer internen oder externen Fortbildung nicht teilzunehmen. Der Grund dafür ist auch rasch gefunden: zu viele sogenannte Personalentwicklungsinitiativen sind reiner Sozialismus: Alle bekommen das Gleiche und sie bekommen es zugeteilt.
Wachstumsorientierte Führung bedeutet, dass der direkte Vorgesetzte einen Teil seiner Zeit in 1:1-Gespräche investiert, um die einzelnen Talente der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entdecken, herauszuarbeiten und weiterzuentwickeln. Da ist für Seminarsozialismus wahrlich kein Platz. Personalabteilungen, die das nicht verstehen und unterstützen, gehören umbesetzt oder abgeschafft.
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Formel Eins statt Linienbus: Mandat-Telekonferenzen zum Unternehmenswachstum starten ins fünfte Jahr
/in Ankündigungen, TelekonferenzenDortmund, 16. Januar 2013
Ob ein Unternehmen ein Formel-Eins-Renner oder eher ein Linienbus ist, zeigt sich auch an dessen Wachstumsplänen. Wie ein fachgerechtes Tuning das Unternehmenswachstum fördern kann, steht 2013 im Fokus der Telekonferenzen der Dortmunder Mandat Managementberatung.
An neun Terminen – startend am 18. Februar 2013 – schaltet Geschäftsführer Prof. Dr. Guido Quelle live am Telefon die Start-Ampeln auf Grün. In komprimierten 30 Minuten öffnet Quelle seinen mehr als 20-jährigen Erfahrungsschatz rund um das Unternehmenswachstum. Mehr als 220 Teilnehmer sind bereits akkreditiert.
Neun Mal in den Wachstumsgang schalten
Die Impulsvorträge richten sich an Unternehmer, Vorstände, Geschäftsführer und seniorige Führungskräfte:
Live-Übertragung am Telefon und zum Nachhören als MP3
Seit dem Start in 2009 bilden die Mandat-Telekonferenzen ein in Deutschland einzigartiges Format, schnell auf praxiserprobtes Know-how rund um das Thema Unternehmenswachstum zuzugreifen. Der Live-Zugang zu einer Telekonferenz erfolgt von jedem beliebigen Telefon über das Festnetz mit Hilfe eines Pin-Codes.
Die Nutzer schätzen auch den Service einer MP3-Aufzeichnung, weiß Guido Quelle. Martin Gierse, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhospizvereins, beispielsweise stimmt sich auf dem Weg zu Terminen mit dem thematisch passenden Telko-Mitschnitt ein: „Das gibt mir oft ‚Schub‘ und unterstützt mich in der Logik und Klarheit meiner Argumentationslinie bei Führungsgesprächen.”
Weitere Informationen zu den Telekonferenzen, zu Terminen und Konditionen: /menu/produkte/telekonferenzen/
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Abdruck/Verwendung frei. Foto Prof. Dr. Guido Quelle ( © Mandat Managementberatung) unter /menu/presse-raum/photos-und-downloads/fotos-prof-dr-guido-quelle/
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Prof. Dr. Guido Quelle ist seit mehr als 20 Jahren Unternehmer. Als Berater, Autor, Redner und Experte für profitables Wachstum unterstützt er aktive Unternehmenslenker dabei, ihre Unternehmen auf nachhaltiges Wachstum zu trimmen. Sein aktuelles Buch „Profitabel wachsen – Wie Sie interne Bremsen lösen und Ihrem Unternehmen neuen Schub geben“ erschien 2011 bei Gabler, die englische Fassung Ende 2012 bei Springer. Quelle ist als erster Europäer Mitglied der Million Dollar Consultant® Hall of Fame und seit 2010 Honorarprofessor an der Hochschule für Logistik und Wirtschaft, Hamm.
Die Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, unterstützt ihre Klienten seit über 20 Jahren dabei, profitabel zu wachsen. Zu den mehr als 120 deutschen und multinationalen Klienten gehören ANZAG, Deutsche Post, DHL, Hornbach, Mercedes-Benz, Volkswagen oder die Erasmus Universität Rotterdam sowie zahlreiche mittelständische Unternehmen.
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Die, die es nicht mehr geben wird
/in Innovation, Wachstumsintelligenz & profitables WachstumHaben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass es einige Dinge, einige Begriffe, die uns heute noch geläufig sind, bald schlicht nicht mehr geben wird?
Beispiele:
Vor einigen Jahren waren meine Frau und ich für einige Tage im Crosby Street Hotel in New York. Es ähnelt beispielsweise dem Haymarket Hotel in London, weil es zur gleichen Hotelgruppe gehört. An einer Wand im Frühstücksbereich hängen sehr alte Telefone, natürlich mit einer Wählscheibe. Eine Familie, die offensichtlich am Abend zuvor mit ihren beiden Söhnen beim Baseballspiel war, saß am Nebentisch.
Der ältere Sohn: „Daddy, what’s that?“ – und zeigte auf die Telefone an der Wand.
Der Vater: „These are telephones.“
Sohn, lacht: „C’mon Dad, tell me what these things really are.“
Meine Frau und ich haben gelacht, der Vater hat gestutzt und dann auch gelacht.
Welche Produkte haben Sie, die derart alt sind, dass Ihre Kunden sie vielleicht schon heute, spätestens aber morgen nicht mehr verstehen? Welche Dienstleistungen haben Sie, die eigentlich schon heute alt sind? Bei welchen Produkten und Dienstleistungen handelt es sich im übertragenen Sinne um die Telefone an der Wand im Crosby Street Hotel? Warum bieten Sie sie noch an? Es sind die, die es künftig nicht mehr geben wird, weil sie niemand benötigt.
Räumen Sie Ihr Angebot auf. Und lassen Sie sich bei dieser Gelegenheit nicht vom Vertrieb erzählen, man brauche doch alles, weil ein besonderer Kunde das Eine oder Andere immer noch kaufe.
(c) 2013, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH
Der Wachstums-Wochenstart #38: Entscheiden Sie sich
/in Wachstums-WochenstartIhr Fokus in dieser Woche: Sie sind Entscheider. Entscheiden Sie also.
Entscheider entscheiden, sonst wären sie keine Entscheider. Was so selbstverständlich klingt, mutet in der Praxis mitunter gänzlich anders an. Lange Erörterungen münden in ein entschiedenes „Vielleicht“, unendlich mühselige Diskussionen verlieren sich abschließend in einem kompromisshaften „Sowohl-als auch“. Schade um die Zeit.
Die meisten Entscheidungen bedürfen einer Diskussion, einer Erörterung. Zwei Bedingungen dafür: Es müssen die richtigen Teilnehmer in der Diskussion, der Erörterungsrunde sein, denn sonst ist die Diskussion müßig und es muss abschließend eine Entscheidung getroffen werden, unabhängig davon, ob sie bequem oder unbequem ist.
Nutzen Sie in dieser Woche also gezielt Ihre Entscheidungskompetenz und entscheiden sie wichtige Dinge, Projekte, Entwicklungsthemen, Personalthemen. Sie werden sehen, dass sich an Ihrer Entscheidungsgeschwindigkeit das gesamte Unternehmen ausrichten wird.
(c) 2013, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH
Die persönliche Sicht: Luxus schafft Arbeitsplätze
/in Guidos persönliche Sicht, Wachstumsirrtümer & WachstumsbremsenAls wir in diesem Jahr zu unserem jährlichen Arbeitsmeeting mit unseren internationalen Kollegen in Monte Carlo waren, wurde mir wieder bewusst, wie wichtig Luxus auf dieser Welt ist. Nicht nur, dass es in Monte Carlo zum guten Ton gehört, einen Ferrari, mindestens aber einen Porsche, oder besser einen Bentley zu fahren, es sind auch andere Aspekte, die einfach besonders auffallen, denn in Monte Carlo muss man sich schon anstrengen, um aufzufallen.
Insbesondere in Deutschland wird angesichts der Luxus-Dimensionen in Monaco / Monte Carlo, aber auch schon wesentlich eher, schnell die Neiddebatte bemüht.
Dies sind nur die harmloseren Standardsprüche, die man immer wieder hört. Ich finde dies bedauernswert und nicht lauter. Vorausgesetzt, Geld ist legal verdient, darf jeder so viel davon haben, wie er verdienen kann und möchte. Mehr noch: Ich bin der festen Überzeugung, dass wir Luxus dringend brauchen, denn Luxus schafft Arbeitsplätze. Die Mitarbeiter in der Werft, in der die „A“ gebaut wurde, haben sich sicher über den Auftrag gefreut – erwähnte ich schon, dass es sich um eine deutsche Werft handelte? Die Innenarchitekten, Möbelschreiner, etc., werden sich ebenfalls gefreut haben.
Lassen Sie Neiddebatten nicht zu. Unterbinden Sie sie auch in Ihren Unternehmen. Sorgen Sie damit dafür, dass Leistung und entsprechende Belohnung dafür wieder wünschenswert wird. Dies ist ein weiterer Beitrag zu Wachstum.
(c) 2013, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH
Mandat Growthletter Nr. 73 „Angemessenheit“ erschienen
/in AnkündigungenGestern ist die aktuelle Ausgabe des Mandat Growthletters erschienen. Fokusthema: „Angemessenheit“. Die aktuelle Ausgabe ist hier zum Download verfügbar (PDF, ca. 3 MB)
Der Mandat Growthletter adressiert jeden Monat Wachstumsthemen unter den Rubriken
Der Mandat Growthletter kann kostenfrei und unverbindlich bezogen werden, wir haben derzeit mehr als 6.500 registrierte Leserinnen und Leser: Anmeldung
(c) 2013, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH
CEO Tipp des Monats Januar 2013: Starre Compliance Regeln oder Angemessenheit? Sie entscheiden.
/in CEO Tipp des MonatsVor kurzem habe ich dem Sprecher der Geschäftsführung eines namhaften Unternehmens mein Buch „Profitabel wachsen“ mit einer persönlichen Widmung gesendet, weil ich meine, dass das Buch dem Unternehmen helfen kann. Wer beschrieb mein Erstaunen, als das Buch mit einer Notiz retourniert wurde, die besagte, dass die Mitarbeiter des besagten Unternehmens generell keine Geschenke annehmen dürften. Wohlgemerkt, unterzeichnet vom Sprecher der Geschäftsführung, dem Adressaten.
Dies ist ein wunderbares Beispiel für mangelndes Gefühl für Angemessenheit. Selbst dann, wenn die Regel für ein 39,95-Euro-Buch wirklich Bestand haben sollte, hätten mehrere bessere Optionen bestanden. Hier sind vier:
Dieser Adressat hat sich aber dafür entschieden, mir das gewidmete Buch, das ich in der festen Überzeugung gesendet habe, dass es ihm helfen würde, an mich zurückzusenden. Ich nehme das nicht persönlich, finde es aber völlig über das Ziel hinausgeschossen. Wenn Compliance-Regeln die Angemessenheit nicht mehr berücksichtigen, wenn sie statt dessen die Mitarbeiter – bis hin zur Geschäftsführung – von Entscheidungen freistellen, das Urteilsvermögen also gar nicht mehr fordern, sind diese Regeln Ausdruck einer gedankenlosen Bürokratie. Glaubt wirklich jemand, dass Beratungsmandate im Wert von ein paar Hunderttausend Euro wegen eines gesendeten Buches vergeben werden? Ich bitte Sie, bleiben wir doch ernst.
Natürlich müssen Regeln durchgezogen werden, wenn sie einmal aufgestellt wurden, das ist nicht mein Punkt. Mein Punkt ist, dass die Regel in diesem Fall – und in vielen weiteren mir bekannten Fällen – unsinnig ist. Die Vermittlung von Angemessenheit, die intensive unternehmensinterne Diskussion über „richtig“ und „falsch“, die Vermittlung der Fähigkeit fallweise Entscheidungen aus einem gesunden Ethik- und Moralverständnis heraus zu treffen, ist eine wesentliche Führungsaufgabe. Zu häufig wird mit einer unternehmensweiten Compliance schlicht alles erschlagen. Den Mitarbeitern – erneut: bis hin zur Geschäftsführung – werden Entscheidungen abgenommen, über die es besser gewesen wäre, zu diskutieren.
Compliance ist ein wichtiges Thema. Verzichten Sie aber darauf, Ihre Mitarbeiter zu entmündigen. Sorgen Sie lieber für einen gesunden Dialog darüber, was das Unternehmen als richtig oder falsch ansieht. Dieser aktive Dialog, der ständig aufrechterhalten werden muss, sorgt dafür, dass im Unternehmen auch in anderen Fällen als dem der vermeintlichen Geschenkannahme, bessere Entscheidungen getroffen werden, weil sie eine ganzheitlichere Sicht enthalten. Lassen Sie sich nicht von Bürokraten einreden, alles müsse verboten werden. Halten Sie dagegen, dass Sie es mit mündigen Erwachsenen zu tun haben, die ein Recht darauf haben, darüber zu sprechen, was im Unternehmen geschehen soll und was nicht. Das Recht auf aktive Entscheidungen enthält auch die Pflicht zur Urteilsfindung. Diese beiden Faktoren sind wesentliche Säulen eines Wachstumsdenkens.
(c) 2013, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH
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