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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 444: In die Tiefe gehen

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 444: In die Tiefe gehen

Neulich, beim Aufräumen meiner privaten Bibliothek, na, sagen wir beim Beginn des Umräumens als Vorstufe für das Aufräumen, es sind doch sehr viele Bücher geworden … ich schweife ab … Also: Beim sogenannten Aufräumen meiner Bibliothek fiel mir wieder einmal auf, dass es trotz der Vielzahl der Bücher nur wenige sind, die mich in meiner beruflichen Laufbahn oder persönlich wirklich weitergebracht haben. Ich habe dann weitergedacht und mich gefragt, warum dies der Fall ist.

Natürlich sind diese Bücher gutgeschrieben. Die Autoren haben sich Mühe gegeben, nicht einfach irgendetwas dahingeschrieben, der Sprachstil sitzt. Natürlich haben die Autoren auch Kenntnis von der Sache, um die es im jeweiligen Buch geht, sie haben eigenes Wissen verarbeitet, eigene Erkenntnisse und nicht nur wissenschaftliche Quellen zitiert. Es sind eigene Ideen und Konzepte, oder zumindest weiterentwickelte. Und natürlich passen die Bücher auch zu meiner beruflichen oder persönlichen Situation.

Das ist aber nicht alles. Ich habe wohl einige Tausend Bücher gelesen, allein einige Hundert für meine wissenschaftliche Arbeit, aber diejenigen, die mich wirklich beeinflusst haben, das sind diejenigen, die ich nicht nur „quergelesen“ (das ist übrigens ein gern genommener Euphemismus für „nicht gelesen“) oder „angelesen“ habe. Es waren und sind diejenigen, die ich in der Tiefe, stellenweise auch mehrfach, gelesen habe, es sind diejenigen, bei denen Bleistift und Notizzettel – oder das iPhone für Fotos oder Notizen – daneben lagen. es sind die Bücher, mit denen ich wirklich gearbeitet habe.

Ich traf mich einmal mit einem Unternehmenslenker einer österreichischen Familien-Holding. Mein vielleicht wichtigstes Buch „Profitabel wachsen“ lag auf seinem Schreibtisch und er betonte, es läge nicht nur dort zur Zierde, oder weil ich an jenem Tag zu Besuch käme, sondern weil er damit arbeite und er teilte mir offen mit, dass ein Teil seines Erfolgs und des Unternehmenserfolgs darin läge, dass er alles, was aus „Profitabel wachsen“ auf das von ihm geführte Unternehmen passen würde, anwende. Das fand ich großartig und das habe ich inzwischen mehrfach aus nahezu allen Teilen der Welt gehört.

Wir haben nicht zu wenige Informationen. Wir haben zu viele. Wir haben es mitunter verlernt, in die Tiefe zu gehen. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Ideen, manchmal kommt es mir vor wie eine Flucht. Es geht aber nicht darum, immer neue Ideen zu generieren, wenn die Ideen danach nicht auf die Straße kommen. Es genügt nicht, Konzeptriese zu sein, aber eben auch Umsetzungszwerg. Ob eine Idee gut ist, entscheidet sich nicht allein auf den ersten Blick. Die Qualität einer Idee ergibt sich aus der Realisierung derselben. Innovationen sind erst dann erfolgreich, wenn sie sich am Markt bewähren. Sonst sind sie einfach nur neu.

Wir müssen besser entscheiden, was wirklich wichtig ist, was sich zu vertiefen lohnt und wir brauchen in unseren Unternehmen den Mut, gewisse Dinge nicht zu tun, auch wenn sie verlockend erscheinen. Nur Mut, wir versäumen nichts, wenn wir nicht jede denkbare Information zu einem Thema haben (die hatten wir nämlich vor Google auch nicht) und stattdessen in die Tiefe gehen, um etwas wirklich zu durchdringen und umzusetzen.

Das ist übrigens auch der Grund, dessenthalben wir in unseren Wachstumsinitiativen mit unseren Klienten auch so darauf drängen, lange zu diskutieren, was getan werden soll, das dann aber in der Tiefe zu tun.

Wo bohren Sie ein wenig tiefer?

Auf eine gute Woche!

 

Ihr und Euer

Guido Quelle

 

 


Die Frage der Woche:

„In unserem Unternehmen“

Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

 

In der letzten Woche haben wir gefragt: “Wie gut ist Ihr Unternehmen auf absehbare oder wahrscheinliche Entwicklungen bei Ihren Lieferanten und Kunden vorbereitet?”

Ihre Antwort:

  • sehr gut – 31 %
  • gut– 44 %
  • verbesserungswürdig – 25 %
  • verbesserungswürdig – 0 %

 

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© 2020, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.
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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 443: Fahrlässige Unvorbereitung

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 443: Fahrlässige Unvorbereitung

Die meisten von Ihnen kennen eine meiner Lieblingswendungen: „Vorbereitung lässt sich nicht nachholen“. So intuitiv klar und vielleicht trivial der Satz klingt, ist es doch immer wieder überraschend, wie Dinge in Unternehmen aus Fahrlässigkeit oder Liederlichkeit (das ist das gleiche) unvorbereitet angegangen werden.

Meetings werden nicht gut genug vorbereitet, sei es seitens der Meetingverantwortlichen (ist eigentlich geklärt, wer den Hut für das Meeting auf hat?) oder auch durch die Teilnehmer, die im Meeting beginnen, Unterlagen zu lesen. Fahrlässig. Das Meeting kann man sich sparen.

Innovationen werden nicht gut genug vorbereitet: Es wird nicht gut genug geschaut, gegen welches Produkt oder welche Dienstleistung die Innovation am Markt antreten soll. DOCH, es gibt immer einen Wettbewerb, nämlich den, den die Kunden empfinden. Es wird nicht priorisiert, welche Innovation wann an der Reihe ist. Es wird nicht präzise genug mit den beteiligten Fachbereichen über die Machbarkeit gesprochen. Die Nachbewertung der Innovation wird nicht vorbereitet, wichtige Daten gehen verloren.

Die Abwicklung neuer Aufträge wird nicht gut genug vorbereitet: Der Vertrieb akquiriert neue (Groß-)Aufträge und alle im Unternehmen sind überrascht, was damit zusammenhängt. Die Folge: Zwist und Schuldzuweisungen zwischen den Fachbereichen und Frust beim Vertrieb und beim Kunden.

Es wird sich nicht gut genug auf offensichtliche Marktentwicklungen vorbereitet. Eine Branche boomt (wie zum Beispiel die Reisemobilbranche). Der Zubehörhandel kann antizipieren, dass mehr Kunden mehr Zubehör benötigen. Was passiert? Die Läger laufen leer. Entgangener Umsatz, frustrierte Kunden.

Legen Sie Wert auf gute Vorbereitung. Jawohl, man kann sich durch Perfektionsanspruch auch verrückt machen, aber mit den obigen Beispielen sind wir ja von Perfektion noch sehr, sehr weit entfernt. Lassen Sie nicht zu, dass in Ihrem Unternehmen das Wachstum durch Fahrlässigkeit oder Liederlichkeit gebremst wird. In den von uns betreuten Wachstumsinitiativen erreichen wir bei unseren Klienten stets und regelhaft ein ganz neues Verbindlichkeitsniveau, das direkt auf Wachstum einzahlt. Geld gespart, Zeit gespart, Ressourcen gespart, freudvolles Miteinander und freudige Kunden.

Geht doch.

Auf eine gute Woche!

 

Ihr und Euer

Guido Quelle

 

 


Die Frage der Woche:

„Wie gut ist Ihr Unternehmen auf absehbare oder wahrscheinliche Entwicklungen bei Ihren Lieferanten und Kunden vorbereitet?“

Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

 

In der letzten Woche haben wir gefragt: “In unserem Unternehmen…”

Ihre Antwort:

  • wissen die weitaus meisten (weit mehr als drei Viertel) der Mitarbeiter, wofür die Unternehmensmarke steht – 47 %
  • wissen maximal die Hälfte der Mitarbeiter, wofür die Unternehmensmarke steht – 33 %
  • wissen weniger als die Hälfte der Mitarbeiter, wofür die Unternehmensmarke steht – 20 %

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 442: Die Marke gibt Sicherheit

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 442: Die Marke gibt Sicherheit

Vor einigen Tagen wollte ich eine größere Datenmenge von einem Rechner auf einen anderen Rechner transportieren, es waren ein paar Hundert Gigabyte Filmmaterial und ich hatte keine große Lust, es in Tranchen aufzuspielen, also suchte und fand ich in unserem Wohnmobil die 1 Terabyte-Platte, die ich seinerzeit für exakt solche Zwecke erworben hatte.

Dumm war, dass ich nach der letzten Nutzung offenbar vergessen hatte, den USB-Stecker aus der Platte herauszuziehen und so durfte ich zur Kenntnis nehmen, dass der Stecker die auf der Platine der Platte verlötete Buchse herausgehebelt hatte. Die Platte war jedenfalls nicht mehr brauchbar. Schade.

Ok, das Vorhaben wurde vertagt, aber eine neue Platte musste her. Besser 2 als nur 1 Terabyte. Und, um Mechanik auszuschalten, dann bitte auch eine SSD-Technologie, also Speicherung auf Chips statt auf mechanischen Platten. Wie aber würde ich auf die schnelle ein brauchbares Speichermedium finden?

Die Chipkarten für meine Kameras sind von jeher von Sandisk, haben mich nie enttäuscht und sind – Entschuldigung – rattenschnell. Also: Frage an Google, das passende und schnellste Produkt von Sandisk ausgewählt, gekauft, zwei Tage später war die Platte da und sie funktioniert genau so, wie ich es mir vorgestellt habe: Extrem schnell. Überdies ist sie extrem klein und leicht.

Die Marke hat wieder einmal geholfen. Warum sollte ich mich mit einem zeitraubenden Vergleich auseinandersetzen? Ich suchte ja nicht das allerbeste Produkt, sondern das beste für meine Zwecke. Die Marke „Sandisk“ hat mir geholfen, eine schnelle Entscheidung zu treffen. Habe ich bei der Recherche auch günstigere Produkte angeboten bekommen? Jawohl, aber es ging mir auch nicht um den letzten Euro. Wird es „bessere“ Produkte geben? Bestimmt, aber „besser“ beinhaltet nie nur „technisch besser“, sondern das Gesamtpaket muss stimmen.

Wir alle, die wir Unternehmen leiten, sind gehalten, kontinuierlich an der Unternehmensmarke zu arbeiten. Sie gibt unseren Kunden (wir nennen unsere „Kunden“ ja „Klienten“) Sicherheit, sie hilft, Geschwindigkeit in Prozesse zu bringen und jeder Kauf stärkt die Marke weiter.

Ehrlich gesagt, verstehe ich überhaupt nicht, warum Unternehmen die Marke viel zu operativ behandeln, ja mitunter einfach administrieren. Richtig geführt ist eine Marke eines der wichtigsten Hilfsmittel dabei, die Strategie zu realisieren und profitables Wachstum zu generieren, denn eines ist auch klar: Einer starken Marke bleibt das Verhandeln um den Preis sehr oft erspart.

Und denken Sie daran: Die Marke gehört zunächst bei der Unternehmensführung auf die Agenda und erst dann beim Marketing.

Auf eine gute Woche!

 

Ihr und Euer

Guido Quelle

 

 


Die Frage der Woche:

„In unserem Unternehmen…“

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In der letzten Woche haben wir gefragt: “Wie schätzen Sie die Zielklarheit Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insgesamt ein?”

Ihre Antwort:

  • sind sich in großen Teilen sehr klar über ihre beruflichen und privaten Ziele – 59 %
  • haben eine ungefähre Vorstellung von ihren Zielen, benötigen aber Unterstützung bei der Konkretisierung – 18 %
  • haben eher eine vage Vorstellung, also eher Wünsche als Ziele – 23 %

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 441: Zielklarheit, Dankbarkeit und noch einiges anderes

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 441: Zielklarheit, Dankbarkeit und noch einiges anderes

Donnerstag, 1. Oktober 2020, kurz vor 9 Uhr: Zurück von einer Tour mit dem Reisemobil zur Deutschen Leonberger Clubschau – Open Air, mit strengem Corona-Hygienekonzept – sitze ich am Schreibtisch und erinnere mich daran, dass ich noch einen – diesen – Wochenstart zu verfassen habe, damit Vanessa ihn für Montag zum Versand vorbereiten kann. Hm, worüber schreibe ich? Was ist mir aufgefallen? Themen gibt’s genug, also schreibe ich über das „streckende“ Produkt? Über die Frage, was man tun muss, um so zu erscheinen, wie man gesehen werden möchte? Mit beiden Themen sind Erlebnisse verbunden.

Halt, welches Datum ist heute? Der 1. Oktober. Kurze Denkpause. Heute vor dreißig Jahren begann mein Weg bei und mit Mandat. Heute vor dreißig Jahren, an einem Montag, trat ich meinen Dienst als studentische Hilfskraft an, total gespannt darauf, was mir bei Mandat begegnen würde. Die Zusage für die Stelle hatte ich just ein paar Tage zuvor erhalten.

Dreißig Jahre, 10.958 Tage, mehr als mein halbes Leben lang arbeite ich für und mit Mandat. Ich habe Dutzende Kolleginnen und Kollegen kommen und gehen sehen, bin den Weg Studi, Berater, Geschäftsführer, Gesellschafter, Alleingesellschafter gegangen und habe im letzten Jahr erste Anteile abgegeben, um gemeinsam mit meinen Kollegen Linda und Fabian sicherzustellen, dass Mandat weitere Gesellschafter bekommt, die dafür sorgen, dass Mandat stets top leistungsfähig ist. Wir haben heute ein Team, das ich mir besser kaum wünschen könnte. Dreißig, drei, null, Jahre …

Aber, wollen wir nicht zu sentimental werden. Was ist mein Punkt? Ich habe auf diesem Weg als Berater zahlreiche Job-Angebote bekommen, von Klienten und von Headhuntern. Es waren stets hochdotierte und hochinteressante Jobs als Bereichsleiter, Geschäftsführer, Vorstand und ich habe all die Angebote immer wieder – nach reiflichem Überlegen und Austausch mit meiner Frau – höflich dankend abgelehnt, stets mit dem Hinweis, ich sei bei Mandat „noch nicht fertig“. Manche meiner Freunde fragten mehr oder weniger direkt, ob ich noch alle Tassen im Schrank hätte.

Jawohl, hatte ich, und zwar sehr geordnet. Mir war glockenklar, dass ich bei und mit Mandat meine eigenen Ziele wesentlich besser verfolgen können würde, als anderswo. Ich wollte nämlich frei arbeiten, ohne große Zwänge, wollte konzeptionell und umsetzend direkt mit Klienten arbeiten, wollte ein eigenes Unternehmen entwickeln, wollte promovieren, Hochschullehrer werden, ehrenamtlich arbeiten und wollte – im übertragenen Sinne – niemanden fragen müssen, ob ich Urlaub bekommen kann. Die Selbstbestimmtheit des Handelns, das war mir enorm wichtig. Überdies war Mandat eine ganze Weile lang von mir allein abhängig, mein Weggang hätte das Ende des Unternehmens bedeutet.

Heute sind viele meiner damaligen Ziele erreicht, ich habe natürlich neue, die gehören aber nicht hierher, darüber kann ich dann in dreißig Jahren schreiben, ich hoffe, Sie lesen dann noch mit – oder lassen es sich vorlesen. Ich blicke heute auf eine starke Mannschaft, auf gemeinsam gelebte Werte, auf viele, viele Klientenunternehmen, die in der Zusammenarbeit mit uns noch erfolgreicher geworden sind, als sie es schon waren, auf Dutzende und Aberdutzende O-Töne, Video-Statements und Briefe, die Auskunft darüber geben, wie zufrieden unsere Klienten mit uns waren und sind. Ich blicke heute darauf, dass wir stolz auf all unsere Klienten sind.

Das macht mich dankbar.

Was nehmen wir also heute mit in Sachen Wachstum? Ein paar bekannte Dinge, die aber gar nicht oft genug benannt werden können: Klarheit (die viele gar nicht haben!) über den eigenen Antrieb ist der stärkste Motor, es bedarf dringend der Zielklarheit, um Entscheidungen bewusst zu treffen und gelegentlich einmal dankbar auf das Geschaffene zu schauen, ohne sich dabei „abzufeiern“, ist wichtig, um das große Ganze im Auge zu behalten.

Sie alle, die Sie diesen Wochenstart lesen, sind Teil der Mandat-Wachstumsgemeinschaft. Für Sie alle tun wir das. Ihnen und Euch allen eine gute Woche! – und nächsten Montag gibt’s wieder etwas noch Fachlicheres …

Ihr und Euer

 

Guido Quelle

 

 


Die Frage der Woche:

„Wie schätzen Sie die Zielklarheit Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insgesamt ein? “

Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

 

In der letzten Woche haben wir gefragt: “Unser Unternehmen ist in Sachen Kundenservice…”

Ihre Antwort:

  • extrem schnell und verlässlich. – 82 %
  • durchschnittlich. – 18 %
  • verbesserungswürdig. – 0 %
  • stark verbesserungswürdig. – 0 %

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 440: Der kleine, große Unterschied

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 440: Der kleine, große Unterschied

Kloster Seeon, vor zweieinhalb Wochen, Mittwoch Nachmittag: Ich komme mit dem Auto dort an, wo unser 17. Internationales Marken-Kolloquium einige Stunden später beginnen soll und mein Bordcomputer weist darauf hin, dass ich Kühlmittel nachzufüllen hätte. Mein Geduldsfaden in Sachen „Autofehler“ ist inzwischen äußerst kurz, ich rufe direkt meine Vertragswerkstatt an. Nein, fahren sollte ich damit nicht mehr, erst sollte ich bei abgekühltem Motor nachsehen, ob noch genügend Flüssigkeit im Ausgleichsbehälter sei. Wenn nicht, könne ich etwas nachfüllen und es daheim überprüfen lassen. Endlich eine Aufgabe! Aber: Es ergibt ja Sinn.

Drei Stunden später: Der Blick in den Ausgleichsbehälter führt in eine tiefe Leere, während eine Etage tiefer ein Wasserstrahl munter auf meine Schuhe sprudelt. Als interessierter Technik-Laie diagnostiziere ich: Loch in einem der Kühler. Offenbar verursacht durch einen Steinschlag. Das ist jetzt natürlich genau der richtige Ort und Zeitpunkt, um sich darum zu kümmern.

Meine Assistentin, Anne Hausen, wie das gesamte Team ebenfalls vor Ort, übernimmt die Regie. Ein Markenbetrieb in der Nähe wird identifiziert, Mercedes-ME hilft auch am späten Abend bei der Koordination.

Donnerstag, 8 Uhr: Mein Auto wird nach Traunstein in die Werkstatt geschleppt. Können Sie sich vorstellen, wie viele der Teilnehmer des Internationalen Marken-Kolloquiums mich fragen, ob ich falsch geparkt habe, als sie sahen, dass ein Mercedes mit Dortmunder Kennzeichen mit dem Transporter vom Klostergelände gefahren wird? Ich sehe das alles nicht, denn ich möchte ja zu gerne das Kolloquium pünktlich eröffnen – was auch gelingt.

Donnerstag, später Vormittag: Anne gibt News aus der Vertragspartnerwerkstatt bekannt. Jawohl, ein Steinschlag, der Kühler muss ersetzt werden, ist bestellt, wird erledigt. Den Spoiler davor, der im letzten Jahr einen kleinen Schaden erlitt, könnten sie direkt mit erneuern. Jawohl, machen, bitte. Und es ist nicht schlimm, wenn’s schnell geht. Zugesichert wird mir in jedem Fall, dass ich irgendwie nach Hause komme. Das Kolloquium verläuft derweil fabelhaft.

Freitag, später Mittag, das Kolloquium ist hocherfolgreich zu Ende gegangen: Das Fahrzeug ist fertig, der Betrieb kennt Mandat als Kunden aber nicht und braucht entweder das Geld für die Reparatur cash oder ein Obligo seitens unserer Stamm-Vertragswerkstatt, die bestätigt, dass wir immer artig zahlen. Anne ruft bei unserem Betrieb an, bei dem wir sehr gut bekannt sind. „Da wenden Sie sich mal an die Buchhaltung, beziehungsweise das Rechnungswesen“, hören wir von einem Mitarbeiter, der uns gut kennt. Um 14 Uhr, am Freitag? Ein aussichtsloses Unterfangen. Danke fürs Gespräch.

Ich rufe bei der Geschäftsleitung an und erreiche jemanden, den ich nicht kenne, der mir mitteilt, dass er unterwegs und erst in einigen Stunden wieder im Betrieb sei, ich aber die Servicenummer oder direkt in Maastricht anrufe könne. Erneut: Danke fürs Gespräch, ich möchte jetzt nach Hause. Der Anruf bei der Servicenummer führt dazu, dass ich zweimal 5 Minuten Lebenszeit in der Warteschleife verschwende und auf einen Anruf in Maastricht verzichte ich.

Anne besorgt per Mail die Rechnung des Betriebs in Traunstein, wir stimmen uns ab, ich gehe in mein Hotelzimmer, überweise dem Betrieb den Betrag von meinem privaten Konto und eine halbe Stunde später steht das Auto wieder vor der Tür. Annes Mühe hat sich gelohnt, der Betrieb hat das Problem gelöst, der Kunde ist zufrieden.

Zufrieden? Nicht ganz. Mit „Traunstein“ bin ich zufrieden, sie haben mein Problem prima gelöst, obwohl die Werkstatt sicher auch nicht auf einen Dringlichkeitsfall gewartet hat. Dass sie sich mit der Zahlung absichern wollten, sehe ich ihnen nach.

Mit meiner Vertragswerkstatt daheim bin ich aber überhaupt nicht zufrieden und das habe ich der Geschäftsleitung gegenüber auch noch am gleichen Tag per Mail zum Ausdruck gebracht. Jeder bei Mandat, egal in welcher Position, hätte in einem solchen Fall gesagt: „Jawohl, ich kümmere mich und melde mich in 15 Minuten wieder“, da lege ich mich fest. Keiner von uns hätte einen Kunden so dermaßen hängen lassen. Dass sich niemand (!) im Nachgang mehr bei uns gemeldet hat, ist nur das I-Tüpfelchen.

Der kleine Unterschied zwischen den beiden Betrieben – die einen handeln im Sinne des Kunden, die anderen nicht – hat nicht nur dazu geführt, dass wir uns im Nachhinein in Traunstein noch ausdrücklich bedankt haben, er wird auch dazu führen, dass ich in unserem Stamm-Betrieb aller Voraussicht nach kein Auto mehr kaufen werde. Es gibt noch andere Händler.

Manchmal ist es eben der kleine Unterschied (kümmern oder nicht), der den großen Unterschied (kaufen oder nicht) ausmacht. Lassen Sie uns das immer vor Augen haben, wenn wir über Wachstum sprechen. Das gute Produkt ist längst nicht mehr ausreichend.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

 

 


Die Frage der Woche:

„Unser Unternehmen ist in Sachen Kundenservice…“

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In der letzten Woche haben wir gefragt: “Wir haben in der Corona-Krise…”

Ihre Antwort:

  • konsequent nach vorne geschaut und nach Geschäftsmöglichkeiten gesucht. – 77 %
  • uns vorwiegend damit beschäftigt, einigermaßen unbeschadet aus der Krise zu kommen. – 23 %
  • uns zu viel mit uns selbst beschäftigt. – 0 %

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 439: Mit Abstand so nah wie möglich

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 439: Mit Abstand so nah wie möglich

Jetzt wird es doch mal ein Wochenstart mit Corona-Bezug … Ich freue mich jeden Tag, wenn ich sehe, dass Veranstaltungen wieder zunehmend möglich sind. Ja, einige Infektionszahlen lassen nicht jubeln, ja, ich bin enttäuscht darüber, dass das Bundesland Wien, wo ich im Oktober einen Vortrag halten möchte, seit kurzem Risikogebiet geworden ist – mal sehen, wie wir das alternativ deichseln –, ja, ich bin ebenso enttäuscht darüber, dass wir nicht nach Frankreich zur französischen Clubschau der Leonberger-Hunde fahren, worauf wir uns sehr gefreut hatten und ja, ich werde die Pandemie auch weiter ernst nehmen.

Und: Wir müssen Wege finden, Schritt für Schritt wieder in den Tritt zu kommen. Der Caravan-Salon, die weltgrößte Messe für die mobile Freizeit, hat stattgefunden. Nicht mit allen Ausstellern, nicht mit so vielen Besuchern wie sonst, nur mit Voranmeldung, mit strengem Hygienekonzept, aber er hat stattgefunden. Zwei bedeutende Hersteller im Premium- und Luxussegment, Concorde und Phoenix, haben eine eigene Verkaufsveranstaltung organisiert – nein, was sage ich, im positiven Sinne aus dem Boden gestampft –, weil sie es zu riskant fanden, auf der Messe zu sein. Dadurch ist ein gänzlich neues Format, die Luxury Motorhome Days, entstanden und das scheint gut angekommen zu sein.

Die Creativa, eine bedeutende Messe in Dortmund, wird stattfinden. Die Fläche wird verdoppelt, um Raum zu schaffen, aber die Messe findet statt.

Wie sich all dies auswirkt, werden wir sehen, aber in Bewegung zu bleiben, wieder in Bewegung zu kommen, das ist jetzt wichtig. Wir können uns nicht permanent im Krisenmodus arrangieren, auch wenn wir darin jeden Tag unsere kleine Welt retten können.
Neues ist gefragt, Wachstumsintelligenz auch in dieser Zeit gefordert.

Vom 9. bis zum 11. September fand unser 17. Internationale Marken-Kolloquium unter dem Leitthema „Marke – hoch hinaus“ im Kloster Seeon statt. Wir haben addiert: „Mit Abstand so nah wie möglich“. Wir haben gebangt, ob es stattfinden darf, die Teilnehmer haben gehofft, haben uns gesagt, dass sie endlich wieder ein Stück Normalität genießen werden und genau so ist es gekommen. Wir hatten eine großartige Zusammenkunft. War das „Business as usual“? Mitnichten. Wir hatten eigens für das Kolloquium gefertigte Mund-Nase-Schutzmasken für die Teilnehmer, es waren buchstäblich viele Dutzend, vielleicht waren es sogar hundert, Veränderungen gegenüber einem „normalen“ Kolloquium erforderlich. Trotzdem haben wir uns durch diese Mühen gefräst, denn abzusagen, das war für uns keine Option, solange die Veranstaltung genehmigt war und die Regeln eingehalten werden konnten. Glücklicherweise war uns das Wetter auch hold, so dass wir uns auch draußen aufhalten konnten.

Das Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer? Überragend. Die Teilnehmer sind zufrieden, wir sind dankbar.

Es sind mitunter auch die kleinen Schritte, die zu einem besseren Umgang mit der Situation führen. Es ist die Suche nach strategischen und taktischen Lücken, die belohnt wird. Wir sehen es überall: Genehmigte Messen, eine Pop-Up-Kirmes, eine Veranstaltung, aber eben anders, pandemie-kompatibel.

Helfen Sie sich und Ihren Kunden dabei, nach Möglichkeiten zu suchen, statt dieselben Klagen zu wiederholen. Es gibt immer Wege. Manche führen in die Sackgasse, manche zu Wachstum. Welche die richtigen sind, erfahren wir nur, wenn wir es ausprobieren. Wenn ich im Regen ohne Schirm nach Hause gehe, bin ich nass, aber zuhause. Wenn ich stehenbleibe, bin ich nur nass.

 

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

 

 


Die Frage der Woche:

„Wir haben in der Corona-Krise…“

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In der letzten Woche haben wir gefragt: “Wie schätzen Sie die Innovationsfreudigkeit Ihres Unternehmens ein?”

Ihre Antwort:

  • Wir sind ein sehr innovatives Unternehmen, deutlich innovativer als die meisten Unternehmen unserer Branche. – 40 %
  • Wir sind ungefähr genauso innovativ, wie die meisten Unternehmen unserer Branche – 10 %
  • Wir müssten sehr viel innovativer sein, um noch zukunftsfester zu werden. – 50 %

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 438: Gewohntes wertschätzen

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 438: Gewohntes wertschätzen

Tesla baut eine Fabrik in Brandenburg. Wochenlang ist die Presse voll von Nachrichten darüber. Tesla hier, Tesla da, Elon Musk: Verrückter, sagen die einen, Superheld, sagen die anderen.
Die Nachrichten gehen teilweise auch kritisch mit der neuen Fabrik um, aber die meisten Berichterstatter sind voll des Lobes. Alles neu, alles schnell, alles super.

Ich möchte das an dieser Stelle gar nicht bewerten, aber ich möchte etwas anderes hervorheben: Daimler hat mit der Vorstellung der neuen S-Klasse, dem Auto, das keinen geringeren Anspruch hat, als das beste Auto der Welt zu sein, eine neue Fabrik eröffnet: Die Factory56. Digital, flexibel, grün. Das Werk ist mit 5G vernetzt, die Montage erfolgt papierlos, Big Data, Predictive Maintenance, es ist komplett CO2-neutral, es ist für die neue S-Klasse gebaut, kann aber flexibel auch andere Fahrzeuge herstellen. Daimler hat sich diese neue Fabrik eine Dreiviertelmilliarde Euro kosten lassen und der scherzhafte Satz „Selbst die Schraubenschlüssel sind hier vernetzt“ ist gar kein Scherz. Gebaut wurde das Werk im Hochlohnland Deutschland in einer Hochlohnregion, Sindelfingen.

Meldungen darüber? Ich möchte nicht sagen „spärlich“, aber der Hype, den Tesla erzeugt hat mit dem Brandenburger Bau, der wurde mit der Factory56 nicht erzielt.

Ich finde das schade. Es ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Gewohntes (Daimler baut ein Werk) oft nicht genug wertgeschätzt wird. Daimler hätte in einem Billiglohnland produzieren können, Daimler hätte die Dreiviertelmilliarde an die Aktionäre ausschütten können, aber sie haben sich, gemäß dem Anspruch „Das Beste oder nichts“ anders entschieden. Ich hätte mir mehr Meldungen dazu gewünscht.

In unseren Unternehmen ist es das gleiche und in allen Wachstumsinitiativen, die wir begleiten, achten wir darauf, dass auch das Bestehende Wertschätzung erfährt. Sei es die kontinuierlich gute Leistung eines Fachbereichs oder einer Person, seien es bestehende Beziehungen unserer Klienten zu deren Kunden, was auch immer: Es ist nicht immer das Neue allein, das attraktiv ist. Häufiger als man meint gilt es, bestehende Leistungen zu würdigen, kontinuierliche Verbesserungen, die teilweise bemerkenswert sprunghaft sind, positiv hervorzuheben und nicht nur das auffällige Neue.

Das bedeutet nicht, dass das Neue keine Würdigung erfahren soll. Aber es bedarf der Balance. Das Tesla-Werk ist mutig, das Daimler-Werk aber auch.

Schauen Sie sich in dieser Woche einmal in Ihrem Unternehmen um: Wo können, wo sollten Sie einmal wieder „Bestehendes“ mehr würdigen?

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

 

 


Die Frage der Woche:

„Wie schätzen Sie die Innovationsfreudigkeit Ihres Unternehmens ein?“

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In der letzten Woche haben wir gefragt: “In unserem Unternehmen…?”

Ihre Antwort:

  • gibt es die richtige Menge an Regeln, die auch jeder (soweit für sie/ihn relevant) kennt – 29 %
  • gibt es die richtige Menge an Regeln, die aber nicht jeder kennt und deren Einhaltung nicht hinreichend kontrolliert wird – 50 %
  • gibt es zwar sinnvolle Regeln, es sind aber zu viele – 21 %
  • gibt es zu viele sinnlose Regeln – 0 %

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 437: Gesetze und Regeln und das Maß

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 437: Gesetze und Regeln und das Maß

Neulich beim Geldabheben: Ein älterer Mann steht am Automaten neben mir, ohne „Alltagsmaske“. Ich, nebenläufig: „Sie haben Ihre Maske vergessen.“ Er, ruhig: „Ich weiß, als ich hier eintrat, fiel’s mir auf.“
Ich: „Kann passieren.“ Ich gebe an meinem Automaten meine PIN ein, er entnimmt am anderen Automaten sein Geld und verlässt den Raum. Der Abstand zwischen uns beiden war hinreichend, die gemeinsame Zeit an den beiden Automaten sehr gering, kein Grund für Aufregung. Ich war sicher, er meinte es ernst. In der Tat: Es kann passieren, dass man seine Maske vergisst, nicht jeder hat sie dauernd um den Hals hängen. Wobei ich vermutlich erst meine Maske geholt hätte und nicht ohne eine solche eingetreten wäre, obwohl mich das Tragen und das Denken an die Maske wirklich inzwischen nervt. Aber ich halte es eben für richtig. Es ist ein bisschen wie im Stau: Man nimmt nicht den Standstreifen, um kilometerlang an allen vorbeizufahren.

Der Mann war offenkundig kein „Verweigerer“, sonst wäre er vermutlich vehementer in das Gespräch eingestiegen. Maß halten, das ist ein Gebot der Stunde, wie ich finde. Wir brauchen so viele Gesetze und Regeln, weil es immer wieder genügend Deppen gibt, die Freiheit mit Verantwortungslosigkeit und Egofokussierung verwechseln. Ich spreche dabei noch gar nicht von Kapitalverbrechen, aber warum muss offensichtlich sinnvolles Verhalten mit Gesetzen versehen und mit Strafen bewehrt werden? Weil es keine Einigkeit darüber gibt, was das richtige Vorgehen ist. Weil Menschen sich profilieren, weil sie Recht haben wollen. Weil Menschen sagen: „Ha, was interessiert’s mich? Mir passt’s nicht, ich mache es nicht.“

Ich würde mir wünschen, und dazu habe ich mehrfach auch schon geschrieben, dass wir eine bessere Urteilsfähigkeit in der Gesellschaft erlangen. Das mag eine hehre und (zu) große Absicht sein, aber ich möchte daran mitwirken und das tue ich auch, sowohl in unserer Firma als auch im Ehrenamt als auch an der Hochschule. Hätten wir eine solche, benötigten wir weniger Gesetze und vielleicht sogar weniger Regeln. Davon bin ich überzeugt. Viele sind aber inzwischen im Vollkaskostaat gewohnt, dass man uns vieles vorschreibt, wir müssen uns nur an die immer mehr werdenden Regeln und immer mehr werdenden Gesetze (gab es eigentlich mal die Idee des Überprüfungs- und Verfalldatums?) halten und alles ist gut. Wohin das führt, sieht man in China. Wir müssen dringend – und daran können wir alle arbeiten – darauf hinwirken, dass das Dauervorschreiben nicht erforderlich ist. Unsere Demokratie lebt vom Denken, nicht vom dummen Befolgen. Ja, das ist schwieriger, aber lohnend.

Da der Wochenstart (fast) immer einen Unternehmensbezug haben soll: Schauen Sie einmal in Ihr Unternehmen: Wo sind „Gesetze“ eingebaut, die möglicherweise durch ein klügeres Miteinander und eine Regel ersetzt werden können? Wo sind Regeln eingebaut, deren Einhaltung nicht kontrolliert wird? Wo sind Menschen, die sich notorisch nicht an Sinnvolles und Verabredetes halten?

Das Unternehmen ist ein Bestandteil und in vielerlei Hinsicht auch ein Abbild unserer Gesellschaft. Tragen Sie dazu bei, dass es weniger Gesetzen und Regeln bedarf, dass im Unternehmen Klarheit darüber besteht, was „Maß halten“ bedeutet und dass Sie dadurch im Endeffekt viel, viel schneller werden.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

 

 


Die Frage der Woche:

„In unserem Unternehmen…“

Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

 

In der letzten Woche haben wir gefragt: “Wie ist Ihr Eindruck in Ihrer Branche?”

Ihre Antwort:

  • Die Unternehmen unserer Branche schauen eher optimistisch in die Zukunft und gestalten diese aktiv. – 50 %
  • Die Unternehmen unserer Branche schauen eher neutral in die Zukunft und warten eher ab, was geschieht. – 50 %
  • Die Unternehmen unserer Branche schauen eher pessimistisch in die Zukunft und beklagen sich stark. – 0 %

 

Balance


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© 2020, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.
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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 436: Klagen statt handeln

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 436: Klagen statt handeln

Es ist ja nicht genug damit, dass einige Unternehmen die derzeitige Corona-Pandemie bemühen, um eigene Unfähigkeiten zu kaschieren und die Krise schlicht als Ausrede für indiskutable Schlechtleistungen zu nutzen. Mitnichten: Ganze Branchen nutzen die Gelegenheit zur Klage, statt nach innen zu schauen und auf eigene Potenziale zu achten.

Nein, ich spreche nicht von der Veranstaltungsbranche und auch nicht von der Hotellerie und Gastronomie. Diese Branchen haben Grund, sich zu beklagen. Und dennoch: Viele Unternehmen der Branche schauen, was in ihrer Macht steht, schauen, „was geht“. Zumindest ist das meine Wahrnehmung. Hotels haben sich mit Öffnungsmöglichkeit auf die Hinterbeine gestellt und geöffnet – oder die Öffnung im Voraus verschoben und damit auch Klarheit geschaffen –, Restaurants haben Lieferservices eingerichtet, Veranstalter sind zu virtuellen Events übergegangen.

Das ist alles kein Business wie zuvor, aber es ist Handlung. Viele haben auch die Lockdown-Zeit genutzt, um den eigenen Laden auf Vordermann zu bringen.

Was aber ist mit der Automobilbranche? Hier höre ich viele Klagen und sie mögen ja berechtigt sein, denn was macht man mit Aufträgen, die nicht ausgeführt werden können, weil die Zulassungsstellen geschlossen sind, der Kunde das Auto also nicht bezahlt, jenes Auto aber bereits beim Hersteller bezahlt ist? Was macht man mit Autos, die einem den Hof vollstellen – alle bezahlt? Ich möchte die Situation also nicht schönreden, aber vieles ist auch hausgemacht. Hier einige Erfahrungen der letzten Zeit, denn ich bin auf der Suche nach einem neuen Fahrzeug für das Frühjahr 2021:

– Eintritt in ein Autohaus für mehrere Marken eines Konzerns, in Freizeitkleidung. Niemand der vier Mitarbeiter, die sich an einem Schreibtisch unterhalten, nimmt Notiz von mir. Dann doch: „Können wir Ihnen helfen?“ – „Ja, vermutlich, ich interessiere mich für das Modell xy“ – „Die Treppe hoch.“ Achso.

– Gleiches Autohaus: „Ich möchte das Fahrzeug probefahren.“ – „Das geht nicht, wir haben kein Probefahrzeug.“ – Es handelt sich um einen Händler mit 12 Niederlassungen in Deutschland.

– Anderer Händler, gleiche Marke: „Wenn die [der große Händler] schon kein Probefahrzeug haben, ich habe auch keins.“

– Erneuter Anruf bei dem großen Händler: „Nein, wir haben wirklich kein Probefahrzeug in der Region. Wir haben eines in Frankfurt. Kommen Sie doch dahin.“ Nein, komme ich ganz sicher nicht. „Bringen Sie das Auto doch nach Dortmund.“ – „Nein, das ist nicht vorgesehen.“ Ich bin sprachlos.

– Mailverkehr mit der deutschen Markenzentrale (nach vorherigem 15-minütigen Verweilen in der Warteschleife am Telefon): „Nein, wir haben kein Probefahrzeug.“ Wohlgemerkt: Die deutsche Markenzentrale. Es folgt eine lange nutzlose und haltlose Erläuterung, warum das der Fall ist.

– Anruf der Marke bei mir auf der Mailbox: Man kümmere sich jetzt doch (allerdings um das falsche Auto, wenn die Dame das meinte, was sie sagte).

– Anruf und Mailverkehr mit einer anderen Marke, anderes Auto. „Wie kann ich das Auto yz probefahren?“ – „Wir haben gerade zwei Fahrzeuge da.“. Ok, ich melde mich, bin gerade im Urlaub.

– Einige Zeit später, ich melde mich: Der Verkäufer ist im Urlaub, drei Wochen. Ich rufe einen vermeintlichen Vertreter an (lt. Website des Händlers, übrigens einer Marken-Niederlassung). Gutes Telefonat, er würde sich kümmern und sich spätestens Montag melden (es ist Freitag).

– Heute ist auch Montag, allerdings fünf Wochen später. Ich habe nichts gehört. Weder von dem ersten noch von dem zweiten Ansprechpartner.

Wachstum kommt von innen. Zu viele Unternehmen klagen derzeit, statt zu handeln. Es gibt so viel zu tun. In unseren Beratungsmandaten sind wir mit unseren Klienten immer auf der Suche nach Handlungsfeldern, nicht nach Klagefeldern. Das sollte Schule machen.

 

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

 


Die Frage der Woche:

„Wie ist Ihr Eindruck in Ihrer Branche?“

Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

 

In der letzten Woche haben wir gefragt: ” Wie sind Sie in Sachen Homeoffice ein- und aufgestellt?”

Ihre Antwort:

  • Wir setzen konsequent darauf, dass die Mehrheit unserer Mitarbeiter weitaus überwiegend bis ausschließlich im Homeoffice arbeiten wird. – 4 %
  • Wir bieten das Homeoffice als Option an, die Regel ist aber die Arbeit vor Ort. – 64 %
  • Wir bieten Homeoffice nicht oder nur ausnahmsweise (und nach Abstimmung) an. – 32 %

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 435: Homeoffice? #WFH? Ja, aber…

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 435: Homeoffice? #WFH? Ja, aber…

Bereits vor der Corona-Pandemie haben zahlreiche, meist größere, Unternehmen darüber gesprochen, dass sie Homeoffice-Arbeit forcieren wollen und sich dabei als modern dargestellt. In Wirklichkeit war es – meiner festen Überzeugung zufolge – hinreichend oft ein Vorwand für Kostenersparnis, denn weniger Leute im Büro benötigen weniger Büroraum und selbst bei Wachstum gilt: Gleiche Bürofläche, mehr Mitarbeiter. Gleiches gilt für das unsägliche Prozedere, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich morgens erst einmal im Büro ihren Rollboy schnappen und dann auf die Suche nach einem freien Arbeitsplatz gehen. Modern? Sicher, aber nicht hilfreich für Mitarbeiterbindung.

Das Homeoffice, inzwischen ja schon als Hashtag #wfh (working from home), als Allheilmittel zu deklarieren ist nicht passend. Natürlich haben wir im Zuge der physischen Distanzierung während der immer noch währenden Corona-Pandemie viele Vorteile des Homeoffices kennengelernt. Natürlich hat die Digitalisierung (wenn wir zunehmenden Einsatz von Computern, die es schon vorher gab, mit Hilfsmitteln, die es auch schon vorher gab einmal als „Digitalisierung“ bezeichnen wollen – wir bei Mandat verstehen doch schon ein wenig mehr darunter) einen Vorschub erfahren. Aber das Homeoffice als „die“ Art und Weise der Zukunft der Arbeit? Nein.

Völlig durcheinander gerät der Kompass, wenn Teile der Bundesregierung – und nicht nur diese – nun ein Recht auf Homeoffice gesetzlich festlegen wollen. Das ist ein fundamentaler Eingriff in die unternehmerische Freiheit der Festlegung der Art und Weise der Leistungserstellung. Es folgt dem Bild, dass Arbeit etwas Böses ist, dass man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Arbeit fernhalten müsse, damit sie sich nicht so stark damit belasten. Es folgt dem Bild, dass Unternehmerinnen und Unternehmer böse sind und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausbeuten, zwingen zur Arbeit zu kommen.

Vielleicht kommen Menschen ja sogar gerne zur Arbeit? Vielleicht freuen sich Menschen, ihre Kollegen zu treffen? Vielleicht ist das soziale Miteinander am Arbeitsplatz sogar ein wesentlicher Teil für Zufriedenheit? Nachdenkenswert.

Das Homeoffice hat natürlich seinen Platz, aber man muss es als eine Variante der Arbeitserbringung einordnen. Wir bei Mandat haben ein klares Verständnis darüber, wie wir es als Produktivitätshilfe nutzen können. Die Geschäftsführung hat freie Hand in der Arbeitsplatzwahl, alle Berater sind mobil voll ausgerüstet, sollen sich aber mit den jeweiligen Vorgesetzten abstimmen, wenn sie im Homeoffice arbeiten wollen und im Assistenzbereich gilt Homeoffice als abstimmungsbedürftige Ausnahme. Wir haben in der scharfen Phase des Corona-Lockdowns alle sehr viel aus dem Homeoffice gearbeitet und irgendwann wieder Schritt für Schritt auf persönliche Begegnungen umgestellt. Das beginnt im Mandat-Team und inzwischen findet auch das eine oder andere Meeting mit Klienten wieder persönlich statt.

Wer ausschließlich oder mehrheitlich auf das Homeoffice setzt, vergibt sich über die Jahre hinweg Chancen, intern echte Beziehungen aufzubauen, emotionalen Klebstoff herzustellen, die Marke durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die füreinander einstehen, zu stärken. Es ist ein schleichender Prozess: Wenn sich alle kennen, scheint noch vieles zu funktionieren. Kommen neue Kolleginnen und Kollegen hinzu, wird die emotionale Distanz größer. In der Endausbaustufe (alle im Homeoffice) ist man als Unternehmen austauschbar.

Mir wurde in diesem Zusammenhang schon entgegnet, dass #wfh doch super funktioniere. Tut es auch. Aber nicht dauerhaft und nicht auf der wachstumsrelevanten Langzeitachse.

Es ist wie immer: Eine Alternative – und mehr ist das Homeoffice nicht – ist gut, wenn sie einem Ziel dient und sie in Maßen eingesetzt wird. Dauerhaftes Homeoffice als Lösung für alle Arbeitssituationen? Keine gute Idee für Wachstum.

PS: Übrigens, über gute, individuelle Möglichkeiten den emotionalen Klebstoff trotz eines hohen Anteils Homeoffice-Tätigkeiten zu schaffen, wird Anna Yona, Geschäftsführerin der Wildling Shoes GmbH auf dem diesjährigen Internationalen Marken-Kolloquium berichten.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

 


Die Frage der Woche:

„Wie sind Sie in Sachen Homeoffice ein- und aufgestellt?“

Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

 

In der letzten Woche haben wir gefragt: ” Welchen Begriff wird es ihrer Auffassung nach nicht mehr geben?”

Die meistegenannten Anworten:

  • Registrierkasse
  • Auto
  • Tankstelle
  • Work-Life-Balance

Balance


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