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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 422: Tue es ganz.

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 422: Tue es ganz.

Vor einigen Wochen habe ich den Vorplatz unseres Hauses, also unsere PKW-Stellplätze und Zugänge zum Haus, gekärchert. Es war eine Arbeit, die ich mir auf zwei Tage aufgeteilt hatte, weil ich derlei „Mikro-Aufgaben“ nicht soooo sehr mag. Das Wiederbefüllen der Lücken zwischen den Pflastersteinen mit Sand haben meine Frau und ich gemeinsam gemacht, Fuge für Fuge. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, es ist richtig schön geworden.

Vor einigen Tagen habe ich mir die Holzterrasse vorgenommen, mit Schlauch und Besen, um den Schmutz und das Moos aus den Rillen zu bekommen. Wieder eine dieser Mikro-Arbeiten, die ich nicht soooo sehr mag. Aber: Ich machte es ja freiwillig und wollte es auch nicht „outsourcen“.

Bei allen Arbeiten dieser Art kommt mir immer wieder etwas in den Sinn, das mit Wachstum zu tun hat: Wenn Du etwas tust, wenn Du Dich für etwas bewusst entschieden hast, dann tue es ganz. Umgekehrt wird auch ein Schuh daraus: Wenn Du etwas nicht ganz tun kannst, dann lasse es, weil Du Dich über die verschwendete Zeit ärgern wirst, denn das Resultat wird „mau“.

Sie kennen mich: Ich bin kein Freund von Perfektion, weil wir in kaufmännischen Bereichen nie perfekt sein werden und Perfektionsstreben dazu führt, Zeit in Optimierungen zu investieren, die keine Wertschätzung erfahren, aber ich bin ein Freund davon, Dinge wirklich ganz zu tun. Ja, auch Mikro-Aufgaben. Wenn man sich einer Aufgabe angenommen hat, dann soll man sie mit ganzer Aufmerksamkeit und ganzem Herzen tun. Dann wird sie gut, dann kann sich das Resultat sehen lassen, dann ist die Zeit, die wir nur einmal investieren können, gut investiert.

Dies gilt für große, bedeutende Aufgaben, aber auch für Aufgaben, die einer gewissen Lästigkeit nicht entbehren. Muss die Aufgabe sein? Bin ich verantwortlich? Muss (oder soll oder will) ich es selbst machen? Wenn dreimal „Ja!“ ertönt, dann gilt: Tue es ganz.

Und (Tipp aus meiner Selbstmanagement-Vorlesung): Fasse jeden Vorgang nur einmal an …

Wie sieht’s aus in Ihrem Unternehmen? Werden Dinge oft halb, dafür aber doppelt gemacht? Stellen Sie fest, dass lästige Aufgaben furchtbar oft hin und her geschoben werden? Wird Ihre eigene To-Do-Liste eventuell auch mitunter länger und länger? Das sind alles Wachstumsbremsen.

Tue es ganz.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „

„Durch welche der folgenden Aussagen wird Ihr Unternehmen charakterisiert?
Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

In der letzten Woche haben wir gefragt: „Wie stellt sich Ihr Unternehmen aktuell (01 bis inkl. 04/2020) wirtschaftlich dar?“

Ihre Antwort:

  • Deutlich besser als im Vorjahreszeitraum. – 17 %
  • Ungefähr auf Vorjahresniveau. – 41 %
  • Schlechter als im Vorjahreszeitraum. – 25 %
  • Deutlich schlechter als im Vorjahreszeitraum. – 17%

 

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© 2020, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.
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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 421: Engagieren, nicht arrangieren!

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 421: Engagieren, nicht arrangieren!

Wir sind immer noch in der durch „Corona“ bestimmten Zeit und ich habe heute eine wichtige Zukunftsaufgabe für alle Unternehmenslenker und Führungskräfte zur Hand. Es besteht nämlich angesichts der zunehmenden – nennen wir sie einmal künstlichen – Normalität die latente Gefahr, dass diese – trotz der Tatsache, dass in vielen Unternehmen positive Unruhe und Bewegung herrscht – als „tatsächliche Normalität“ angesehen wird. Dies ist ein gefährlicher Irrtum.

Wir sind derzeit dabei, einen Mangelzustand zu verwalten und das Beste aus einer überaus misslichen Situation zu machen und die Beschäftigung damit gaukelt uns manchmal vor, dass dies ausreichend sein möge. Aber: Das Geld kommt nicht vom Himmel und auch nicht vom Staat, es muss erwirtschaftet werden. Ein Unternehmen braucht Aufträge, Kunden, eine Kultur des Zusammenhaltens, eine Identität, es braucht keine Springer, die mal hier mal da arbeiten und denen das Unternehmen eigentlich egal ist. Das Reisen ist nichts, das zu verteufeln ist, denn persönliche Begegnungen haben ein anderes Bindungspotenzial als eine Videokonferenz (vom Urlaub will ich noch gar nicht reden).

Schreckhaft zur Seite zu springen, wenn ein Radfahrer (langsam) etwas dichter im Wald vorbeifährt oder ein Kunde im Laden einmal nicht auf die – natürlich exakt einzuhaltende – 1,50-Meter-Grenze achtet (neulich las in einem Laden „Abstand drei Meter“ und fragte mich, wie das gehen soll), einander mit einem Mund-Nase-Schutz zu begegnen, Kurzarbeitergeld zu beziehen, viel weniger (oder ersatzweise auch viel mehr) zu arbeiten als zuvor, all das mag „künstlich normal“ sein; gleichwohl: es ist nicht das „Normale“.

Wir arrangieren uns. Das ist auch gut so, es ist wichtig, aber wir müssen vermitteln, dass wir das so nicht auf Dauer wollen und können. Immer wieder erscheinen Beiträge und es kommen dem einen oder anderen vielleicht Gedanken auf, wie „Was ich mir aus der Krisenzeit erhalten will“, das ist auch okay, aber der Status aktuell ist nicht der Wunschstatus und wir brauchen uns auch nicht der Sozialromantik hinzugeben, dass irgendwann, wenn die Gefahr gebannt ist, alle Mundschutze fallen und wir einfach weiter Geld von irgendwem bekommen, fröhlich weiter über das bedingungslose Grundeinkommen und andere soziale Guttaten fabulieren und im Übrigen zuhause sitzen und darauf warten, dass das Telefon für den nächsten Auftrag klingelt.

Wir müssen uns engagieren, nicht nur arrangieren und je länger die künstliche Normalität anhält, desto mehr sind wir Unternehmenslenker und auch unsere Führungskräfte gefragt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Stange zu halten, Perspektive zu zeigen, auch Erfolge miteinander zu teilen und an Zukunftserfolgen zu arbeiten. Das nächste „Normal“ wird ein anderes sein als im Januar oder Februar – man nennt das „Wachstum“ – aber wir dürfen uns nicht davon verleiten lassen, das künstliche Normal als Maßstab zu nehmen.

Bleiben Sie positiv unruhig, engagieren Sie sich, lassen Sie nicht zu, dass Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich nur arrangieren. Das reicht nicht für Wachstum.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „

„Wie stellt sich Ihr Unternehmen aktuell (01 bis inkl. 04/2020) wirtschaftlich dar?
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In der letzten Woche haben wir gefragt: „Wie ist es um Ihre Strategiearbeit bestellt?“

Ihre Antwort:

  • Wir haben eine top aktuelle Strategie, die wir regelhaft justieren. – 60 %
  • Wir täten gut daran, unsere Strategie wieder einmal auf Vordermann zu bringen. – 20 %
  • Wir haben nicht, das man als „Strategie“ bezeichnen würde, sondern eher Fragmente. – 20 %

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 420: Das Wachstum erleichtern

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 420: Das Wachstum erleichtern

Ich erinnere mich noch an die Zeiten, in denen das Wort „Strategie“ ein Unwort war. „Herr Quelle, wir brauchen keine Strategie, wir brauchen Umsatz“, das war noch eine der höflicheren Ablehnungen, wenn wir mit potenziellen Klienten darüber sprachen, dass diese gut beraten wären sich ein wenig mehr in Richtung Zukunft zu entwickeln – und das systematisch, mit einer Strategie. Weitere Ablehnungen gab es natürlich gegenüber Beratern, die ja – huuuu, der alte Witz – den Klienten die Uhr abnehmen, um ihnen dann gegen Honorar zu sagen, wie spät es ist … Gähn.

Heute ist das anders. Die Tatsache, dass Unternehmen eine Strategie benötigen, dass sie gut beraten sind, die Zukunft nicht nur hemdsärmelig (das kann auch mal geboten sein), sondern vor allem gezielt anzugehen, ist in den Unternehmen längst angekommen. Auch dass es hilfreich sein kann, sich mit einem Dritten zusammenzusetzen, der Erfahrung hat, der Rat gibt, dabei aber die unternehmensindividuellen Eigenschaften nicht „plattmacht“, den Prozess also nicht dominiert, ist in vielen Unternehmen als richtig anerkannt. Wir sind und waren als solche Dritte in viele strategische Entwicklungen eingebunden.

Jetzt ist die nächste Lernstufe an der Reihe, denn viele Unternehmen sind enttäuscht darüber, dass die Strategie nicht funktioniert und dass sie die Strategie immer wieder neu entwickeln müssen. Sie sind strategiemüde.

Hier kommt ein Dreifachtipp, der das Wachstum deutlich erleichtert.

Erstens: Denken Sie deutlich hinter die Ziellinie, wie beim Sport. Die Strategie ist nicht erfolgreich, wenn sie zu Ende entwickelt ist. Es bedarf eines Umsetzungsprojektes. Wohlgemerkt (Zusatztipp): EINES Umsetzungsprojektes, nicht mehrerer. Erst dann kann die Strategie zeigen, ob sie wirklich gut ist, oder nur auf dem Papier gut aussieht. Gegebenenfalls muss sie justiert werden.

Zweitens: Denken Sie in kürzeren Zeiten. Die Strategieentwicklung muss irgendwann abgeschlossen sein, das darf keine never-ending-Story werden.

Drittens, und hier können wir eine Anleihe im Haushalt machen: Wenn Sie den Keller (alternativ die Garage oder den Dachboden) aufräumen, ist das ein Projekt, ein Kraftakt. Wenn Sie keinen Prozess dahinter legen, der dazu dient, die Ordnung zu halten, haben Sie in zwei Jahren (je nach Anzahl der Haushaltsmitglieder) das gleiche Theater, nämlich einen Riesenberg und ein schlechtes Gewissen, denn man müsste ja mal aufräumen. Mit der Strategie ist es genauso: Ein sauber aufgegleister Prozess zur Justage der Strategie, der sicherstellt, dass sie stets entrümpelt und aktuell ist, ist ein echter Wachstumstreiber.

Mit unseren Klienten tun wir all das: Wir entwickeln die Strategie, genau am Unternehmen orientiert, tun dies so schnell, wie es geboten erscheint, planen ein Realisierungsprojekt und begleiten dies auch (wenn dies gewünscht ist) und wir setzen einen Strategieprozess auf, damit nicht immer ein Kraftakt erforderlich ist.

Jetzt dürfen Sie raten, warum unsere Klienten regelhaft erfolgreicher sind, als andere Unternehmen.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Wie ist es um Ihre Strategiearbeit bestellt?
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In der letzten Woche haben wir gefragt: „Wann haben Sie mit Ihren Mitarbeitern zuletzt über den Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz gesprochen?“

Ihre Antwort:

  • Erst kürzlich. – 38 %
  • Ist schon etwas länger her und wieder einmal an der Reihe. – 54 %
  • Noch gar nicht. – 8 %

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 419: Das Ergebnis zählt

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 419: Das Ergebnis zählt

Die meisten von Ihnen wissen, dass wir Leonberger-Hunde haben und viele wissen, dass wir zwei Welpen aus unserem eigenen Wurf, den wir im September bekommen haben, in unserer Familie behalten haben. Die beiden sind eine wahre Freude, spielen herrlich miteinander, auch ihre Hundemama und unsere alte Hündin werden mit Freude und Liebe bedacht. Die beiden haben aber auch richtig viel Schabernack im Kopf, der uns manchmal fragen lässt: „Wie ist’s denn nur möglich?“

Eines der diesbezüglichen „Highlights“ ereignete sich vor vielleicht zwei Wochen, als wir im Garten einige schwarze Plastikteile fanden. Einige dieser Teile hatten noch die Originalform, die untrüglich darauf hindeutete, dass es sich um Kappen handelte, die zum Schutz der Rad- bzw. Felgenmuttern unseres Wohnmobils dienen. Genauer: Bis dato gedient hatten. Unser Wohnmobil steht seit Mitte März – wie wohl die meisten Wohnmobile – auf dem Grundstück und wartet auf seine nächste Reise.

Die genaue Inaugenscheinnahme offenbarte die Richtigkeit der ohnehin schon nicht mehr in Frage stehenden Vermutung: Einer der beiden Junghunde hatte sich fröhlich die hintere rechte Alufelge vorgenommen und ganz sauber, ohne Kratzer an der Felge zu hinterlassen, die Abdeckungen für die Radmuttern abgepflückt. Eine nach der anderen. Sechs an der Zahl. Nun muss man wissen, dass diese Abdeckungen nicht etwa prominent hervorstehen. Nein, sie sind in Mulden eingelassen, so dass man sie mit bloßen Fingern nicht herausbekommt, zum Lösen der Abdeckungen gibt es ein besonderes Werkzeug. Offenbar geht es aber auch anders: Man versucht einfach mit spitzer Schnauze und starken Zähnen in den Kunststoff zu beißen, bis man die Kappe zu greifen bekommt und dann zieht man so lange, bis das gewünschte Resultat erreicht ist. Jenes ist optisch nicht ganz so schön, wie es wäre, wenn man es mit dem passenden Werkzeug gemacht hätte, aber: Die Kappen sind ab. Fertig, aus.

Wir waren natürlich froh, dass wir alle Kappen haben einsammeln können, auch wenn sie vom Originalzustand doch mitunter deutlich entfernt waren, haben dank Wohnmobilhändler und Fahrzeughersteller bereits neue Kappen bekommen und ich habe wieder einmal festgestellt:

Das Ergebnis zählt, auch wenn die Ausführung mitunter umständlich ist und vielleicht sogar unerwünschte Nebeneffekte hat. Erst effektiv, dann effizient. Zunächst gilt es, die richtigen Dinge zu tun („diese Kappen müssen ab“), erst dann kommt die Nebenbedingung („unzerstört“).

Mit einem Augenzwinkern wünsche ich uns allen eine gute Woche.

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Wann haben Sie mit Ihren Mitarbeitern zuletzt über den Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz gesprochen?
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In der letzten Woche haben wir gefragt: „Wie würden Sie die Haltung Ihres Unternehmens aus jetziger Sicht mit Blick zurück „vor Corona“ einstufen?“

Ihre Antwort:

  • Wir haben uns mit einer ganzen. Reihe von Themen beschäftigt, die im Nachhinein eigentlich Luxusthemen („nice to have“) waren. – 40 %
  • Wir haben uns ausschließlich auf das konzentriert, was auch sinnvoll und geboten erschien, Luxusthemen gab es bei uns auch in den Wachstumsjahren fast keine. – 47 %
  • Wir haben uns im Wachstum trotz der guten Zeiten zu knapp gehalten und würden jetzt besser dastehen, wenn wir das anders gehandhabt hätten. – 13 %

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 418: Selbstzufriedenheit

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 418: Selbstzufriedenheit

Es gibt Menschen, die sind nie zufrieden. Weder sind sie mit sich selbst zufrieden, noch mit ihrer Umwelt, noch mit Fortschritten in gewissen Dingen; sie sind einfach nicht zufrieden. Häufig fehlt diesen Menschen ein Kompass und – viel wichtiger – ein Ziel. Häufig handelt es sich dabei sogar um Menschen, die von außen betrachtet als erfolgreich eingestuft würden und werden.

Dann gibt es Menschen, die sich in Selbstzufriedenheit ergehen.  Ganz unabhängig von erreichten Resultaten, völlig unabhängig von – meist überschätzten – eigenen Leistungen sind sie unreflektiert permanent zufrieden, auch wenn die Welt um sie herum – teilweise durch sie selbst verschuldet – zusammenbricht. Sie sehen Erreichtes als selbstverständlich an und vergessen, dass das Erreichte immer noch einer gewissen Energie bedarf, um es zu halten. Stattdessen schwelgen sie in Luxusthemen, die nicht an der Reihe sind, lösen vermeintlich Probleme, die gar nicht vorhanden sind und entfernen sich zunehmend von der Realität.

Jetzt, in der Krise, sehen wir, dass weder die eine noch die andere Extremposition eine erstrebenswerte Position ist.

Wir stellen fest, dass eine gewisse Zufriedenheit mit den Dingen, über die wir verfügen, mit dem Zustand, in dem wir uns befinden, durchaus meist angebracht ist. Wir stellen aber auch fest, dass wir uns vor der „Corona-Krise“ mit vielerlei Themen beschäftigt haben, die nun nicht mehr relevant sind.

Wir stellen fest, dass Wachstum nicht selbstverständlich ist, dass es aber zwingend erforderlich ist. Wir stellen fest, dass Wachstum nicht von allein entsteht.

Wir stellen fest, dass wir vieles als selbstverständlich hingenommen haben, das mitnichten selbstverständlich ist. Wir stellen fest, dass wir aufstehen müssen, bevor wir uns bewegen können. Und wir stellen fest, dass Bewegung zwingend erforderlich ist.

Es bedarf einer guten Balance zwischen Zufriedenheit mit dem Erreichten, insbesondere wenn spezielle Ziele erreicht wurden und einer gewissen Unruhe, die jene Energie erzeugt, die wir benötigen, um in Bewegung zu kommen und in Bewegung zu bleiben. Unreflektierte Selbstzufriedenheit ist ein schlechter Berater, ebenso wie permanente Unzufriedenheit den Blick auf das Erreichte verstellt.

Nehmen Sie sich diese Woche einmal 15 Minuten Zeit, um darauf zu schauen, was sie – vielleicht sogar insbesondere während der aktuellen Krise – schon erreicht haben und schauen Sie auch darauf, wo das Unternehmen in der Phase des starken Wachstums der letzten Jahre möglicherweise eine zu hohe Selbstzufriedenheit aufgebaut hat und formulieren Sie Maßnahmen, wie sie dies künftig vermeiden werden.

Auf eine gute Woche und bleiben Sie gesund!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Wie würden Sie die Haltung Ihres Unternehmens aus jetziger Sicht mit Blick zurück „vor Corona“ einstufen?
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In der letzten Woche haben wir gefragt: „Wie sollte die Politik Ihrer Auffassung zufolge dem Mittelstand nach dem Ende des Lockdowns Wachstumsimpulse geben?“

Am Dienstag habe ich Impulse zum Wachstum nach der Krise in der Kommission der Mittelstands- und Wirtschaftsunion eingebracht. Vielen Dank für Ihre Antworten, die gute Anregungen enthalten haben!

 

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 417: Vorsicht vor dem „one trick pony“

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 417: Vorsicht vor dem „one trick pony“

Kennen Sie das „one trick pony“? Richtig: Streng genommen ist es ein Pony, das nur einen einzigen Trick auf der Pfanne hat, den aber richtig gut beherrscht. Unsere amerikanischen Freunde und Kollegen nutzen diesen Begriff aber als Metapher für Menschen, die nur eine Sache gut können und Unternehmen, die nur eine Leistung oder ein Produkt anbieten.

Insbesondere in unserer Branche, der Beraterbranche, sind one trick ponies keine Seltenheit. Das ist jetzt für mich als Berater ein ganz schmaler Grat, aber sei’s drum, es muss ja nicht immer kuschelig zugehen: Nicht selten findet man ehemalige Manager, die sich selbstständig machen und mit ihrem „einen Trick“ meinen, sie könnten alle möglichen Unternehmen in allen möglichen Belangen beraten. Nicht selten sind es Beratungsgesellschaften, die genau eine Sache gut können, sich aber im Zuge einer schlechten Diversifizierung breiter aufstellen, leider ohne Expertise, als Beispiel – häufig erlebt – Marketing- und Werbeagenturen, die plötzlich aus dem Nichts strategische Beratung anbieten, ohne die erforderliche Expertise zu haben, was nicht zum Vorteil des beratenen Unternehmens sein muss.

Natürlich gibt es Gegenbeispiele, glücklicherweise. Erstens kann man mit seinem „einen Trick“, wenn man ihn richtig gut macht, ein sehr spitzes Profil erhalten und richtig gute Leistung abliefern und zweitens starten viele mit „einem Trick“ und erarbeiten sich substanziell in weitere Arbeitsgebiete hinein. Aber vor denen, die einen Trick können und meinen, sie könnten trotzdem überall mitreden, sollten Sie sich hüten.

Das gilt übrigens nicht nur für Externe. Auch bei Mitarbeitern kann, sollte und muss man aufpassen: Wer hat nur eine Fachexpertise, nur einen Arbeitsstil, vor allem: Wer hat nur einen Führungsstil drauf? Vorsicht vor Beförderung! Dem Fachexperten eine Fachkarriere zu vermitteln, kann eine gute Idee sein, aber eine Führungskraft mit nur einem Führungsstil? Das ist brandgefährlich und über die Erfordernis des flexiblen Führens habe ich häufig schon unter dem Begriff der „situativen Führung“ geschrieben.

Hüten Sie sich also vor one trick ponies und – wir sind ja unter uns: Sorgen Sie dafür, dass Sie selbst keines sind. Konzentrieren Sie sich nicht auf den „Trick“, konzentrieren Sie sich auf das, was Sie schaffen wollen: Nutzen! – wo auch immer Sie wirken. Dann kommen mit viel Training automatisch viele Tricks hinzu und ich bin sicher, dass die Leserinnen und Leser des Wachstums-Wochenstarts genau so arbeiten …

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Heute dient die Wachstumsfrage der Woche meiner Vorbereitung auf eine Sitzung der Wirtschaftskommission der Mittelstandsunion und ich freue mich über Ihr Mitwirken. Es handelt sich nicht um eine Auswahlfrage, sondern Ihre individuelle Einschätzung:

Die Frage der Woche: „Wie sollte die Politik Ihrer Auffassung zufolge dem Mittelstand nach dem Ende des Lockdowns Wachstumsimpulse geben?
Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

Bitte beantworten Sie mir diese Frage heute, also am Montag, oder spätestens bis zum Dienstagnachmittag, damit ich Ihre Antwort entsprechend verarbeiten kann. Bitte antworten Sie kurz, gerne auch in Stichworten, das hilft mir.

In der letzten Woche haben wir gefragt: „Haben Sie in dieser Corona-Zeit unerwartet neue Angebote oder Leistungen entwickelt (also nicht nur bereits zuvor begonnene Entwicklungen fertiggestellt)?“
Ihre Antwort:

Ja, wir bekommen sogar Geld für diese Angebote oder Leistungen. – 15 %
Ja, es sind aber unentgeltliche Angebote oder Leistungen. – 62 %
Nein, dazu haben wir im Augenblick keine Zeit. – 23 %

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 416: Das Gestaltbare

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 416: Das Gestaltbare

Ostermontag. In diesem Fall ein besonderer Ostermontag, vermutlich ohne Besuch, wir sind immer noch in der Zeit der Corona bedingten Kontaktdistanz. Manch einer wird inzwischen nachdenklich sein: Wann und wie wird es weitergehen? Ich schreibe dies einige Tage vor Ostern mit Blick über einen Teil von Dortmund, bei strahlend blauem Himmel, die Birken bekommen jetzt rasant ihr Blattwerk.

Im „Mittelstands-Mittwoch“, meiner neuen Live-Sendung auf Zoom und auf meinem YouTube-Kanal, jeden Mittwoch von 13 Uhr bis 13:15 Uhr, habe ich abschließend einen Tipp der Woche gegeben und diesen Gedanken möchte ich mit Ihnen heute, zu Ostern, auch teilen:

Lassen Sie uns auf das Gestaltbare konzentrieren.

Egal, wie die Empfehlungen zu einem „Exit“ (Wieso heißt das eigentlich so? Wir wollen doch nur langsam zurück in die Normalität!) aussehen: Wir können sie nicht beeinflussen. So, wie wir das Wetter nicht beeinflussen können und wir uns daher entsprechend anziehen, müssen wir auch die Maßnahmen rund um Corona und den sogenannten „Exit“ (ich würde es wirklich lieber „Wiederherstellung“ nennen), zur Kenntnis nehmen und damit bestmöglich umgehen.

Es lohnt sich nicht, sich über Dinge aufzuregen, die wir nicht beeinflussen können. Falsch: Es lohnt sich nicht nur nicht, es ist auch hochgradig kontraproduktiv, weil Machtlosigkeit und Frust uns in der Regel herunterzieht.

Aber: Andersherum wird ein Schuh daraus. Setzen wir uns doch in der Familie und auch mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen und denken gezielt darüber nach, was wir tatsächlich gestalten können, wo unser Spielraum ist und wie wir diesen nutzen wollen. Dann kommen wir in Bewegung oder wir bleiben in Bewegung. Beides ist gut, denn Wachstum hat etwas mit Bewegung zu tun.

Nutzen wir also, so schwer es auch in der einen oder anderen Situation fallen mag, unsere Intelligenz, und unsere Zeit, um zu gestalten, nicht zu lamentieren.

Frohe Ostern, beste Gesundheit! Und vielleicht hören oder sehen wir uns ja am kommenden Mittwoch beim Mittelstands-Mittwoch auf meinem YouTube-Kanal www.youtube.de/guidoquellemandat oder bei Zoom: https://zoom.us/j/508362678?pwd=Um9hdzgrd1NTcjVyNTFjamtvNFNVQT09 (Der Zoom-Link gilt für jede Woche.)

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Haben Sie in dieser Corona-Zeit unerwartet neue Angebote oder Leistungen entwickelt (also nicht nur bereits zuvor begonnene Entwicklungen fertiggestellt)?
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In der letzten Woche haben wir gefragt: „Haben (einzelne) Kunden oder Lieferanten von Ihnen jetzt, in der Krise, die Geschäftsbeziehung einseitig verändert?“
Ihre Antwort:

Ja – 33%
Nein – 67%

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 415: „Das tut man nicht“

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 415: „Das tut man nicht“

Meine Omi mütterlicherseits ist seinerzeit 98 Jahre alt geworden und war in vieler Hinsicht Vorbild. Neben der Tatsache, dass sie bis ins hohe Alter Gartenarbeiten verrichtete, regelmäßig ihre Einkäufe erledigte, selbstverständlich inklusive des obligatorisch-wöchentlichen Friseurgangs, hatte sie auch eine klare Wertvorstellung von den Dingen, die sie umgaben. Eine ihrer Formulierungen, die ich bis heute im Ohr habe, war „Das tut man nicht“, wenn sie sich über Dinge entrüstete, die gegen ihr Werteverständnis verstießen. Der Satz hat für mich eine besondere Bedeutung. Er wiegt schwer.

Genau dieses „Das tut man nicht“ kam mir in den Sinn, als ich einige Corona-Krise-bedingte Unarten zur Kenntnis bekam. Da schreibt ein Kunde seinen Lieferanten, dass sie nun einen Beitrag zu leisten hätten und dies durch die Verlängerung des Zahlungsziels stattzufinden hätte (ein solches Schreiben liegt uns vor). Wir sprechen also in einer Liquiditätskrise von einer einseitigen Vertragsänderung ohne (!) Absprache mit den Lieferanten.

Das tut man nicht.

Oder, was ja hinreichend durch die Presse ging: Unternehmen zahlen die Miete (temporär) nicht mehr, ob gestundet oder gestrichen, weil sie ihre Läden temporär schließen mussten und Liquiditätsprobleme haben – ohne Rücksprache mit dem Vermieter und trotz der Möglichkeit in der Vergangenheit, Liquiditätspositionen aufzubauen.

Das tut man nicht.

Man kann auch nicht in den Aldi gehen, zehn Rollen Toilettenpapier aus dem Regal nehmen und dann an der Kasse vorbeirauschen mit den Worten „Das zahle ich nicht“, oder „Das zahle ich später“. Auch an der Tankstelle wird man mit der Später- oder Garnichtzahlung nicht weit kommen. Im Onlinehandel oder bei telefonischer Bestellung ist das Geld meist abgebucht, bevor die Ware da ist.

Nein, so kann man sich im Geschäftsleben nicht aufführen. Das Gespräch suchen? Klar. Wenn eine wirtschaftliche Notsituation vorliegt, sollte man reden. Aber eine einseitige Vertragsänderung? Bereits gelieferte Waren einfach nicht bezahlen? Einen Mietgegenstand einfach nicht mehr als solchen betrachten? Geld zurückfordern? Das geht so nicht und das tut man nicht.

Bei schönem Wetter segelt es sich leicht. Partnerschaften zeigen sich insbesondere in der Krise, sie zeigen sich, wenn es nicht so rund läuft, wenn der Wind rauer wird. Wer das Gespräch sucht, sollte nicht abgewiesen werden, aber wer den anderen einseitig benachteiligt, den sollte man sich dringend merken für die Zeit, wenn alles wieder „rund“ läuft. Man trifft sich immer zweimal. Wie heißt es so schön: In guten, wie in schlechten Zeiten.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Haben (einzelne) Kunden oder Lieferanten von Ihnen jetzt, in der Krise, die Geschäftsbeziehung einseitig verändert?
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In der letzten Woche haben wir gefragt: „Wie beherrschen Sie den Umgang mit Unsicherheit?“
Ihre Antwort:

Sehr gut. – 37%
Okay, wir müssen uns verbessern. – 63%
Nicht besonders gut, wir erleben immer wieder Rückschläge. – 0%

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 414: Sicherheit durch eigenes Handeln

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 414: Sicherheit durch eigenes Handeln

Ich bin sehr sicher, dass ich im Wachstums-Wochenstart schon über den Umgang mit Unsicherheit geschrieben habe, aber das Thema ist derzeit vielleicht aktueller denn je, obwohl es gar kein Modethema ist. Wir veranstalten einmal im Jahr das Gipfeltreffen der von uns gegründeten „Seeoner Gilde“, dieses Meeting hätte am 1. und 2. April wie immer auf Schloss Bensberg sein sollen und es stand unter dem – bereits vor Monaten festgelegten – Thema „Entscheiden unter Unsicherheit“. Der Seeon Summit ist mit gleichem Thema auf 2021 verschoben, die Aktualität des Themas indes ist ungebrochen.

In dieser im Rahmen von „Corona“ durch Ausgehbeschränkungen, Kontaktverbote und andere, unsere Grundrechte einschränkenden Maßnahmen gekennzeichneten Zeit ist es wichtig, für Stabilität zu sorgen, eine gewisse Sicherheit zu vermitteln, auch und vor allem in Richtung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aber: Die Betonung liegt auf „ein gewisse“ [Sicherheit]. Weder ist es hilfreich, diese „gewisse“ Sicherheit jeden Tag neu zu definieren auf Basis dessen, was über den Ticker läuft, noch ist es hilfreich, sich als wissender Anker in der stürmischen See zu definieren und so zu tun, als ob man wisse, wie das alles weitergeht. Wir wissen es nicht.

Nein, im Gegenteil: Der Umgang mit Unsicherheit muss spätestens jetzt geübt werden, denn die Vergangenheit können wir ja nicht wieder zurückholen. Sicherheiten, die wir derzeit haben, sind:

  • Wir haben es mit exponentiellem Wachstum im Rahmen einer Pandemie zu tun. Sie lässt sich nicht stoppen, nur verzögern, was derzeit getan wird, um das Gesundheitssystem nicht zu überfordern und die meisten Menschen sind in exponentiellem Denken nicht geübt. Wenn sich die Anzahl der Seerosen auf einem See jeden Tag verdoppelt, was geschieht, wenn der See halb voll ist?
  • Wir haben Beschränkungen auferlegt bekommen, die in der Regel bis mindestens nach den Osterferien währen. Ob sie länger währen, wissen wir nicht.
  • Wir sitzen mit unseren Lieferanten und Kunden im gleichen Boot (der Gesellschaft).
  • Die meisten von uns haben einen gesunden Geist und gesunde Hände.

Umgang mit Unsicherheit bedeutet aus Führungssicht heute, dass wir unseren Mitarbeitern nicht vermitteln, wir wüssten alles, sondern dass wir ihnen vermitteln, dass wir alle zusammen die Mittel und Wege finden werden, um aus dieser Situation wieder herauszukommen, ja mehr noch: Um in dieser Situation Vorteile zu entdecken. Nein, das war kein Euphemismus und schon gar kein Zynismus.

Natürlich denken die Mitarbeiter im „WIE“: Wie geht’s mit dem Unternehmen, vor allem mit meinem Job, weiter? Wie sollen wir das schaffen? Wie, wie, wie? Das sind alles berechtigte Fragen, die ihren Raum brauchen, aber der beste Weg, um sich selbst Sicherheit zu verschaffen, ist die Tat, das Handeln unter gegebenen Rahmenbedingungen. In Bewegung zu bleiben, ist essentiell für Wachstum.

Es gibt keine Sicherheit. Weder gibt es sie jetzt noch gab es sie vorher. Die Konzentration auf das Gestaltbare und das gemeinsame, konzentrierte Handeln ist immer noch wichtig. Die Ablenkung durch hektisch gepostete Neumeldungen ist dem abträglich. Mit unseren Klienten sprechen wir auch in dieser Zeit über das Gestaltbare, unsere strategischen und unsere persönlichen Beratungsmandate laufen ebenso weiter, wie viele Wachstumsinitiativen. Sie laufen anders, aber sie laufen weiter. Und nebenbei entwickeln wir bei Mandat neue Leistungen und Angebote, denn:

Es gibt eine Zeit nach „Corona“ und unsere Klienten und wir wollen dafür gerüstet sein. Sicherheit? Die suchen wir durch eigenes Handeln.

Geben Sie diesen heutigen Gedanken einmal an Ihre Mannschaft. Wie können Sie das in Ihr Handeln, in Ihre Führung übersetzen?

Bleiben Sie gesund!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Wie beherrschen Sie den Umgang mit Unsicherheit?“ Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

In der letzten Woche haben wir gefragt: „Wie sind Sie gerüstet für die Zeit NACH der Corona Krise?“
Ihre Antwort:

Darauf sind wir bereits heute bestens vorbereitet. – 85,71%
Darum können wir uns aktuell noch nicht kümmern, wir sind mit Schadensbegrenzung beschäftigt. – 14,29%
Wir wissen gar nicht, ob wir die Zeit nach der Corona-Krise mit unserem Unternehmen überleben. – 0%

 

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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 413: Whataboutism

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 413: Whataboutism

Kennen Sie „Whataboutism“? Ich bin sicher, dass sie es kennen, nur der Begriff ist vielleicht nicht so geläufig.

Es handelt sich bei Whataboutism um eine sehr weit verbreitete Unart, genauer ist es sogar ein rhetorisch-technisches Mittel, das meist hervorragend funktioniert. Konkret wird mit Whataboutism eine Anschuldigung, eine Frage, eine Kritik nicht beantwortet, sondern in eine Gegenanschuldigung, Gegenfrage, Gegenkritik gewandelt und damit wird gezielt vom Thema abgelenkt. Das Ziel: Diskreditieren des Punkts des Gegenübers und zwar ohne jegliche inhaltliche Auseinandersetzung mit dessen Punkt, dabei mit dem Nebeneffekt, die Diskussion auf ein genehmeres Gleis zu führen.

In unserer Gesellschaft ist ein Beispiel die Reaktion auf rechte oder linke Gewalt. Nehmen wir einmal an, es läge ein rechtsradikaler Anschlag vor und jemand äußert die Ansicht, dass es zu viel zu viele dieser Anschläge gäbe. Whataboutism angewendet sagt man dann: „Ja, mein Lieber, ich höre immer nur davon, dass man gegen Rechtsradikale stärker vorgehen soll, die Linksradikalen werden völlig vergessen, oder was?“ – Zack, das Prinzip wirkt. Man diskutiert nicht mehr über die Frage, wie man den rechtsradikalen Anschlägen beikommen kann, sondern dass es neben Rechts- auch Linksterrorismus gibt. Verstehen Sie mich recht: das Ganze (rechts / links) kann man auch umdrehen.

Der Punkt ist: Beides ist wichtig, aber es wird von dem ersten wichtigen Punkt komplett abgewichen (und von dem zweiten auch, weil man sich dann darüber streitet, was wichtiger ist).

Jetzt kennen Sie Whataboutism auch begrifflich. Nun sprechen wir über Whataboutism im Wachstumskontext, wir erleben regelmäßig folgendes:

  • „Wir müssen im Vertrieb viel effektiver werden.“ – „Haben Sie schonmal überlegt, dass die Marketingmaßnahmen vorher wirksamer werden müssen?“
  • „Wir brauchen im Wachstumsprojekt unbedingt einige starke Vertriebsmitarbeiter.“ – „Sollen die im Meeting sitzen, oder Markt machen?“
  • „Unsere Kampagnen müssen wesentlich schneller in den Markt gebracht werden.“ – „Die Produktion konnte doch so schon nicht schnell genug liefern, mal ganz abgesehen von der schwachen Logistik.“
  • „Wir erwarten von der Entwicklungsabteilung einen viel schnelleren Innovationsprozess.“ – „Wann wurden eigentlich das letzte Mal innovative Prozesse in der Produktion eingeführt?“
  • „Wir müssen uns darum bemühen, dass wir gute Fachkräfte bekommen.“ – „Und was tun wir, um die bestehenden Fachkräfte zu halten?“

Das sind allesamt Whataboutisms. Ärgern Sie sich nicht mehr darüber, machen Sie sich einen Spaß daraus, Whataboutisms zu entlarven, das kann richtig Freude machen, einmal ganz abgesehen davon, dass manch einer sich der Tatsache, dass er gerade vom Thema massiv abweicht und damit keines der beiden Themen löst, gar nicht bewusst ist.

Auf eine gute Woche, trotz Covid-19 und der damit verbundenen Implikationen!

Ihr und Euer
Guido Quelle

 

Die Frage der Woche: „Wie sind Sie gerüstet für die Zeit NACH der Corona Krise?“ Um an der Umfrage teilzunehmen klicken Sie einfach auf: Wachstumsfrage der Woche

In der letzten Woche haben wir gefragt: „Wie begehen Sie Erfolge?“
Ihre Antwort:

Gar nicht. Wir gehen zur Tagesordnung über. – 17%
Selten. Über bedeutende Erfolge werden die Mannschaft und die Öffentlichkeit informiert. – 50%
Wir feiern Erfolge oft und regelmäßig. – 33%

 

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