Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 727: Und was bleibt übrig?

Wenn Sie sich die Meldungen, Nachrichten, Beiträge über Künstliche Intelligenz anschauen, was stellen Sie dann fest? Sehen Sie eher Optimismus und Zuversicht? Oder sehen Sie eher Bedenken und Sorge? Wie ist Ihre eigene Einstellung zu KI?

Das es „die KI“ nicht gibt, habe ich bereits in einem meiner Wachstums-Wochenstarts thematisiert. Heute geht es mir um den Umgang mit Künstlicher Intelligenz und ich bin mir bewusst, dass ich nicht in die Zukunft sehen kann. Auch werde ich nicht darüber befinden, was „richtig“ oder „falsch“ ist. Aber ich möchte dennoch ein wenig Seriosität in die Debatte bringen.

Können wir uns darauf verständigen, dass „KI“ nicht mehr „weggeht“? Dass KI keine vorübergehende Erscheinung ist, wie der eine oder andere sogenannte Zukunftsforscher das seinerzeit über das Internet behauptete?

Können wir uns weiterhin darauf verständigen, dass wir erst ganz am Anfang „der KI“ stehen? Dass LLMs (Large Language Models, wie zum Beispiel ChatGPT) und die anderen Werkzeuge, die wir als User sehen, erst ein Beginn einer größeren KI-Welle sind?

Gut. Wir sehen also hier eine Innovation, die sich durchsetzt und weite Teile unseres Lebens beeinflussen wird.

Es handelt sich um ein wachstumsimmanentes Prinzip: Eine Innovation wird als nützlich bewertet und setzt sich durch. Dampfmaschine, industrielle Revolution, Arbeitsteilung, Automobil, Personal Computer, Fabrikautomatisierung, Internet, Smartphone, Musik-Streaming, jetzt also KI.

Die Automatisierung, der Ersatz von Menschen durch Computer, ist oft als Bedrohung aufgefasst worden. Ja, es wurden Jobs ersetzt. Und? Heute sind mehr Menschen beschäftigt als früher. Wird KI Jobs ersetzen? Ja. Wird KI auch hochwertige Jobs mindestens drastisch verändern, vielleicht sogar ersetzen? Jawohl.

Und?

Wir dürfen nicht stehenbleiben, wir müssen uns weiterentwickeln. Wo steht geschrieben, dass wir vierzig Jahre lang dasselbe tun sollen, dürfen, müssen? Richtig: Nirgends. Der Luxus von heute ist der Standard von morgen. So, wie heute (fast) niemand mehr sagt „Ich gehe ins Internet“, wird bald niemand mehr sagen „Ich nutze KI“, es wird schlicht normal sein und unsere Arbeitswelt wird sich darauf einstellen.

Natürlich gibt es Risiken. Ersatzloser Wegfall bestimmter Stellen, wir haben ethische Fragen zu beantworten, wir haben rechtliche Fragen zu beantworten, es ist sicherzustellen, dass KI nicht unbemerkt Fake News verbreitet und dass KI nicht den  Menschen beherrscht. Aber reden wir nicht immer vom Fach- und Arbeitskräftemangel? Reden wir nicht davon, dass manche Jobs gar nicht mehr gemacht werden wollen? Sprechen wir nicht darüber, dass wir produktiver werden müssen? Sind wir nicht intelligent genug, KI in ethisch angemessenen Grenzen zu halten?

Die Chancen überwiegen. Die in der Überschrift gestellte Frage: „Und was bleibt übrig?“ wird sich nicht stellen, weil es mehr Chancen als Risiken, mehr Optionen gibt, als wir meinen.

Wir arbeiten bei Mandat intensiv an unserem Umgang mit KI und werden Sie auf dem Laufenden halten. Was machen Sie eigentlich in Sachen „KI“?

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle