Schlagwortarchiv für: Beratungsmandate

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 731: Nur, wenn es dramaturgisch Sinn ergibt

Fünf Wochen wird es her sein, dass ich über unsere Begegnung mit dem Ensemble Modern schrieb, das uns auf unserem Seeon Summit derart bereicherte. Der Wochenstart hieß „Jeder Ton zählt“, wenn ich mich richtig erinnere. Ich habe bei der Interaktion mit den beiden Mitgliedern des Ensembles so vieles mitgenommen wie selten, daher teile ich hier noch einen Punkt.

Auf die Frage, ob das Ensemble denn ausschließlich moderne Musik spiele oder auch klassische Musik, erhielten wir folgende Antwort: „Wir spielen auch klassische, ältere Musik, aber nur, …“ – und jetzt Achtung! – „… wenn es dramaturgisch Sinn ergibt.“

Ist das nicht ein großartiger Satz?

Ist das nicht ein klares Bekenntnis?

Ist das nicht strategisch und taktisch klug?

Wie oft versuchen Menschen, alles mitzuteilen, was sie wissen, alles anzuwenden, was sie können, wie oft versucht der Vertrieb das ganze Angebot zu platzieren? Wie oft geschieht das? Sehr oft, meiner Erfahrung zufolge. Es wird viel zu wenig hinterfragt, was „dran“, was an der Reihe ist, was „dramaturgisch Sinn ergibt“.

Interessanterweise sind gerade sehr erfahrene Menschen gefährdet, anderen alles das zu erzählen, was sie wissen, statt sich darauf zu konzentrieren, was „dramaturgisch Sinn ergibt“. Mein Coach hat mir gesagt, als ich meine Keynote-Praxis aufgebaut habe: “Guido, one final thing: Don’t tell the people in the audience everything you know. Tell them, what they need to know in this specific situation.”

Exakt das habe ich mir zu Herzen genommen und ich habe es auch in unsere Gespräche mit Unternehmern, Geschäftsführern und Vorständen zu möglichen Beratungsmandaten integriert. Wir können bei Mandat so vieles, wir haben in 600 Beratungsmandaten für sicher 300 Unternehmen in 40 oder 50 Branchen so viele Themen vorangebracht, Bremsen gelöst, so vielfältig für Wachstum gesorgt, dass wir stundenlang darüber referieren könnten. Dieser Gefahr bin ich mir und sind sich meine Kollegen bewusst und so fragen wir mehr als wir reden.

Es ergibt keinen Sinn, einem Unternehmen, das gern eine schnelle und schlanke Organisation hätte, die Vorteile der Erneuerung der Strategie zu vermitteln. Es ergibt keinen Sinn, einem Unternehmen, das erhebliche Bremsen im Vertrieb hat, die Wirkung eines Markenkerns zu erläutern. Schauen wir uns doch erst einmal den Wunsch des potenziellen Klienten an. Dann schauen wir, was gemeinsam Sinn ergäbe. Oft kommen wir in der Zusammenarbeit zu benachbarten Themen. Aber wir bieten nicht „dies und jenes“ an.

Im klassischen Verkaufsgespräch gilt dasselbe: Wenn ein Unternehmen Schrauben nachfragt, sind erst einmal Schrauben dran, zu weiteren Befestigungselementen kann man immer noch kommen. Vielleicht sind auch gar nicht „Schrauben“ der Wunsch, sondern die Befestigung von etwas und Sie haben eine andere Lösung. Wunderbar. Das ergibt dann „dramaturgisch Sinn“.

Schauen Sie in Ihren nächsten Gesprächen – übrigens auch in Personalgesprächen –, was „dramaturgisch Sinn ergibt“. Dann profitieren Sie auch von meinen Einsichten durch das Ensemble Modern.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 708: „Das können wir selber“

Wissen Sie, wer unser stärkster Wettbewerber ist? Nein, es sind nicht die großen Beratungen, es sind auch nicht die Beratungen mit ähnlichem Fokus – weder die kleinen noch die mittelständisch geprägten wie wir. Es sind auch nicht die Prioritäten, die sich manchmal im Verlauf der Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit verändern.

Nein, der stärkste Wettbewerber ist … die interne Überzeugung, dass man das, was wir anbieten, auch selber tun könne.

„Wir haben uns entschieden, dass wir das selber machen.“ – „Meine Mitarbeiter haben gesagt, dass sie das selber versuchen wollen.“ – „Wir wollen erst einmal selber anfangen.“ – „Wir meinen, das können wir selber.“ Das sind Sätze, die wir immer wieder hören und zwar in Unternehmen ganz unterschiedlicher Größenordnung.

Was sollen wir entgegnen? „Nein!“? Falsche Antwort. „Glauben wir nicht“? Auf das Feld der Mutmaßung wollen wir uns nicht begeben. Wir antworten oft das Folgende: „Es geht nicht darum, ob Sie das können oder nicht können. Sie werden auf jeden Fall ein Resultat erzielen. Was sie mit uns erhalten, ist die Erfahrung aus einigen Hundert vergleichbaren Beratungsmandaten in einigen Dutzend Branchen mit Unternehmen Ihrer und anderer Größenordnung. Sie erhalten Geschwindigkeits- und Qualitätsvorteile. Wenn Sie es selber machen wollen, ist das Ihre Entscheidung. Sagen Sie uns, wenn Sie unterwegs feststellen, dass ein Kraftverstärker Sinn ergeben kann. Sie wissen, wo Sie uns finden. Möglicherweise finden wir auch spezifische Teile, an denen wir gemeinsam ansetzen wollen, zum Beispiel …“

Wir führen keine Gegenrede, weil sie keinen Sinn ergibt. Wenn einer der obigen Sätze gefallen ist, dann ist dies das Resultat eines internen Prozesses. Was soll die Unternehmensführung, deren Mitarbeiter das Thema selbst angehen wollen, ihnen sagen? „Nein, das könnt Ihr nicht, wir nehmen den Externen“? Keine sonderlich vertrauensvolle Antwort. „Nein, ich will das nicht“? Zurück zur direktiven Führung.

Es ist gar nichts dagegen zu sagen, auch wenn wir beweisen können, dass es mit uns schneller, besser und nachhaltiger wird. Gegenrede ist sinnlos. Jeder entscheidet frei.

Eine Gefahr besteht. Sollte es nämlich mit den internen Ressourcen nicht klappen, sei es, weil die Thematik doch zu komplex ist, sei es, weil die Mitarbeiter plötzlich in zu vielen Themen spielen müssen und keine Resultate mehr erzeugt werden, sei es, weil Mitarbeiter gehen, die Führung die Geduld verliert oder das Thema nicht mehr passt: Der Gang zurück zum Externen fällt dann enorm schwer, müsste man doch sagen „Es hat nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben.“

Da können wir Mut machen: Gute Externe sind uneitel und helfen, wo sie gebraucht werden und Wert schaffen können.

Wir sind große Freunde externer Unterstützung und machen nur das, wofür wir interne Kernkompetenzen haben (oder brauchen), selbst. Den Rest dürfen gern Externe tun. Auch wenn wir manches selbst könnten, können es die, die es jeden Tag tun, schneller, besser, wirksamer.

Wie denken Sie darüber?

Auf eine gute Woche

Ihr und Euer

Guido Quelle

Mandat Wachstums Wochenstart Nr. 647: Auf dem Spielfeld bleiben

Deutsche Politiker und sogenannte Experten beschäftigen sich intensiv und öffentlichkeitswirksam mit dem vermeintlichen oder wahrscheinlichen oder bedenklichen oder was-auch-immer-Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA. Kürzlich waren Wahlen in einigen deutschen Bundesländern und Politiker aus anderen Bundesländern oder gar aus der Berliner Blase haben sich wochenlang trefflich darüber ausgelassen, was in den „Wahl-Bundesländern“ nun zu tun und zu lassen sei. Bürger, die eine bestimmte Partei – ganz egal welche – nie im Leben wählen würden, sagen, was genau jene Partei zu tun und zu lassen habe.

Was soll das?

Jetzt könnte man meinen, dies beschränke sich auf die Politik. Mitnichten ist dies so. In Unternehmen: Der Vertrieb sagt der Produktion, wie sie zu arbeiten habe, damit endlich die Aufträge abgearbeitet würden, die Produktion sagt dem Einkauf, dass er schneller zu liefern habe, damit man produzieren könne, der Einkauf sagt dem Vertrieb, dass es bei den dauernden Veränderungen bis zum finalen Auftrag – sei es durch Mengenänderungen, Artikeländerungen oder Spezifikationsänderungen – nicht verwunderlich sei, dass man erst spät einkaufen könne.

Der Kunde kauft nicht wie gewohnt und es werden Erklärungsansätze erarbeitet, warum der Kunde sich anders verhalten müsste und auch sollte. Der Wettbewerb verhält sich anders und man lamentiert über den Wettbewerb. Über das Wetter haben wir noch gar nicht gesprochen. Und: Ja, die Politik, lasst uns ‘mal machen!

Was soll das?

Wenn wir Beratungsmandate in Unternehmen annehmen, die zu gesundem profitablen Wachstum führen sollen, ganz unabhängig davon, ob wir über eine Strategie(weiter)entwicklung, eine Umorganisation, eine Strategierealisierung, eine Vertriebsoffensive sprechen, dann räumen wir diese Bestrebungen, das eigene Spielfeld zu verlassen, so gut wir können ab. Es ist sonst multiple Energieverschwendung.

Unsere erfolgreichsten Klientenunternehmen akzeptieren, was sie nicht ändern können. Sie suchen Alternativen und arrangieren sich mit Umständen, die außerhalb ihres Einflussbereichs liegen. Das kann auch dazu führen, dass Geschäftsfelder aufgegeben werden, es kann aber eben auch dazu führen, dass ganz neue Geschäftsfelder auftauchen, an die man zuvor – aus Bequemlichkeit, weil es immer schon so war, wie es war – nicht gedacht hat.

Bleiben Sie auf Ihrem Spielfeld. Das bedeutet nicht, dass wir kein Interesse an den Randthemen oder an den Themen, die sich unserem unmittelbaren Einflussbereich entziehen, haben sollten, aber dort den Verantwortlichen für unser Glück und Unglück, unseren Erfolg und Misserfolg zu suchen, das ist zu kurz gesprungen. Außerdem lenkt es vom Wesentlichen ab. Wir können jede Stunde nur einmal einsetzen.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

Mandat Wachstums-Wochenstart® Nr. 473: Neiiiin, das geht nicht!

Mandat Wachstums-Wochenstart® Nr. 473: Neiiiin, das geht nicht!

Meine erste europaweite Telefonkonferenz habe ich 1993 initiiert, in einer europäischen Forschungskooperation, innerhalb derer wir operative logistische Allianzen untersucht haben. Ich war Deutschlandleiter der Initiative und es waren Institute aus den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien beteiligt. Damals mussten wir die Telekom noch zur Hilfe bemühen und die Telefonstunden waren unerhört teuer.

In den fast 30 Jahren seitdem habe ich Tausende Telefonkonferenzen, national und international geführt. Mit Teilnehmern aus Deutschland und Dutzenden anderer Länder in der ganzen Welt, auf allen Kontinenten habe ich mich ausgetauscht, wir haben Ideen verglichen, Konzepte geschmiedet, Angebote besprochen, von Klienten Beratungsmandate erhalten, wir selbst sind beraten worden, alle diejenigen, die das hier lesen, wissen, wovon ich spreche. Telefonkonferenzen sind super.

Und wie war das Mitte der 90er? „Unnnnnnnvorstellbar!“ „Neiiiiin, das kann doch nicht gehen, man muss sich treffen, um Konzepte zu erarbeiten.“ So und so ähnlich waren die Vorbehalte.

Das ist Geschichte.

Seit vielen Jahren – weit vor der weltweiten Corona-Pandemie – führen wir schon Videokonferenzen durch. Erst, sehr früh, via Skype, später auch via Webex, Gotomeeting, Zoom und wir haben auch einen Livestream Account, den wir auch über unsere externe Videokamera nutzen können. Dies ist vor allem unseren vielfältigen internationalen Aktivitäten und Partnern geschuldet. Insbesondere unsere Gesprächspartner in den USA waren (und sind) stets viel weiter vorn als wir in Deutschland und Europa.

Und wie war das kurz vor der Pandemie? „Unnnnnnnvorstellbar!“ „Neiiiiin, das kann doch nicht gehen, man muss sich treffen, um Konzepte zu erarbeiten.“ So und so ähnlich waren die Vorbehalte.

Das ist ebenfalls Geschichte.

Ich möchte jetzt bitte auch keine Vorwände der Art „Jaaaaa, aaaaber es ist doch besser, wenn man sich trifft“ oder „Neiiiiiin, Beziehungen kann man per Video nicht knüpfen“ hören. Richtig: Es ist leichter, mit bestehenden Kontakten per Video zu sprechen, wenn man sich sicher ist, dass man eine Beziehung zu dem Gesprächspartner hat und dass derselbe nicht parallel E-Mails abarbeitet – es sind ja unheimlich viele vermeintliche Multitasker am Start –, aber wir haben Beratungsmandate von neuen Klienten per Videokonferenz erhalten und fulminante Gespräche geführt. Überdies haben sich Möglichkeiten ergeben, die viele von uns sich nicht hätten träumen lassen.

Was lehrt uns dies?

Es lehrt uns, dass die Vermutung mehr als statthaft ist, dass es zahlreiche – viele! – weitere Dinge gibt, von denen wir heute meinen, sie seien „unnnnnnnvorstellbar“, die aber nur einfach ausprobiert werden wollen. Etwas geht nicht, bis jemand zeigt, dass es geht. Lassen Sie uns diese Lehren nutzen, um mutig neue Dinge auszuprobieren, von denen wir heute meinen, sie seien nicht möglich. Nicht alle werden sich als erfolgreich herausstellen, aber die Dinge, die funktionieren, entschädigen für den Rest.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle


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© 2021, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.
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Mandat Wachstums-Wochenstart #121: „Es könnte etwas Interessantes drin sein …“

Mandat Wachstums-WochenstartLesen Sie Zeitschriften, Fachmagazine, Zeitungen – ganz unabhängig davon, ob online oder als Printausgabe? Haben Sie auch schon das eine oder andere Mal keine Gelegenheit gehabt, das Magazin, die Zeitung sofort zu lesen oder einen Link sofort zu verfolgen? Die Zeitungen, Zeitschriften, Magazine, Links werden dann üblicherweise mit jedem Tag älter und gleichzeitig immer weniger in Ihrem Kopf präsent, aber sie schlummern noch auf dem Schreibtisch, am Nachttisch, im Browser als Lesezeichen. Haben Sie manchmal gedacht: „Das muss ich noch lesen“? Oder „Da könnte etwas Interessantes drin sein?“

Vergessen Sie es.

Haben Sie manche Zeitungen, Magazine, Zeitschriften wiederum unabhängig davon, ob als Print- oder Onlineversion, abonniert, weil Sie sie schon immer abonniert haben, weil sie zu einem gegebenen Zeitpunkt einmal interessant waren, weil Sie vergessen haben, sie abzubestellen, weil sie einfach dazugehören, aber Sie lesen sie nicht mehr?

Bestellen Sie sie ab.

„Aber es könnte etwas Interessantes drin sein!“ Jawohl, und das ist wahrscheinlich sogar der Fall – mindestens von Zeit zu Zeit. Die Frage ist die des Preises: Stapelbildung? Ein Stapel sagt „Du schaffst mich nicht!“ Eine lange Lesezeichenliste im Browser? Das gleiche Signal. E-Mails mit interessanten Beiträgen, gern im Ordner „to read“, „act on“, „to do“, „lesen“, „wichtig“? Nicht selten Selbsttäuschung, weil monatelang nur etwas hinzukommt, aber nichts abgearbeitet wird. Wenn die Leseliste dann abgearbeitet wird, dann unter Stress: „Jetzt muss ich das mal lesen“.

Sie bekommen heute alles, was Sie brauchen, per Knopfdruck. Jedes gute Magazin, jede gute Zeitung hat ein Archiv und 1,95 Euro und vier Mausklicks später ist der Artikel dann bei Ihnen, wenn Sie ihn brauchen. Fokussieren, nicht zerstreuen. Bestimmen Sie selbst, was wann für Sie wichtig ist. Pull statt Push, Sog statt Druck. Auch das gehört zu Wachstum – und wieder hat es etwas mit Weglassen zu tun, wie im letzten Wachstums-Wochenstart. Nicht nur auf unternehmerischer Ebene, in unseren Beratungsprojekten zu profitablem Wachstum, sondern auch den wenigen persönlichen Mentoring- und Coachingmandaten, die ich annehme, spielen die Themen „Fokus“ und „Weglassen“ eine immer zunehmendere Rolle – und sie zeigen eine immer größere Wirkung.

In vier Wochen geht es los, noch haben Sie die Chance auf höchstem Niveau dabei zu sein: Reservieren Sie sich jetzt noch einen der wenigen freien, strikt limitierten Plätze auf dem 11. Internationalen Marken-Kolloquium im Kloster Seeon. Diskussionen im kleinen Kreis auf Augenhöhe über Wachstum, Strategie, Marke. Umfassende Informationen zu Referenten und auch Stimmen von Teilnehmern und Referenten gibt es hier, oder Sie senden mir eine E-Mail.

© 2014, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.
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