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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 745: Die Nachfolge regeln – Nein, nicht nur Ihre!

Die Anzahl der Beratungsmandate, die wir erhalten, um als unabhängige Dritte in Familienunternehmen bei der Nachfolgeregelung zu unterstützen, steigt. Das mag daran liegen, dass wir „seniorer“ geworden sind, daran, dass ich auch bereits begonnen habe, meine eigene Nachfolge zu regeln – und das bereits vor sieben Jahren –, es mag darauf zurückzuführen sein, dass unsere bestehenden Klienten älter werden und sich über die Jahre das entsprechende Vertrauen aufgebaut hat, es mag daran liegen, dass allgemein händeringend Nachfolger gesucht werden. Jedenfalls stellen wir eine wachsende Anzahl entsprechender Beratungsmandate fest.

Ich habe einiges zum Thema Nachfolge veröffentlicht, ein Buch zum Thema ist in Arbeit, in Vorträgen sage ich etwas als Keynote-Speaker dazu (mein Lieblingstitel lautet „Wegsterben ist keine Option!“), die umfangreichen Erfahrungen lassen uns Muster erkennen, von denen unsere Klienten profitieren.

Familienunternehmer haben folgende Optionen:

  1. Müssen wir, aber ist als Lösung des Nachfolgethemas eine miserable Option.
  2. Abschließen. Ist die zweitschlechteste Option, untauglich, denn es wurde Wert aufgebaut.
  3. Naja … Was ich davon halte, ahnen Sie.
  4. Jawohl, eine tragfähige Option mit Nebenoptionen (intern, extern, teilweise).
  5. Das meist Naheliegende in der Familie, aber bitte ohne Zwang auf beiden Seiten. Sollte realistisch gesehen werden.
  6. Sonderfall: Eine Stiftung gründen. Dies ist in den meisten Fällen, die ich kenne, eine überromantisierte Idee mit unabsehbaren Konsequenzen.

Es kristallisiert sich in der Rechtsprechung der Fall der „Gesellschaft im Verantwortungseigentum“, oder, wie die Rechtsform jetzt wohl heißen soll „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“ (GmbH-gebV) heraus, bei der die Gesellschaft sich selbst gehört, das Vermögen gebunden und die Gesellschaft unverkäuflich ist. Aus meiner Sicht ist dies eine sozialistisch-romantisierte Form eines Wirtschaftsgutes, die ich nicht gutheiße. Ein Unternehmen muss ein bewegliches Wirtschaftselement bleiben und auch Möglichkeiten der Gewinnausschüttung erlauben.

Unsere Klienten beschäftigen sich mit der Art der Nachfolge, mit dem Zeitpunkt, mit ihren Präferenzen und immer kommen wir in der Beratung zu neuen Erkenntnissen. Auch gehört unsere Einschätzung der potenziell zur Verfügung stehenden Familienmitglieder im Hinblick auf die Nachfolge oft zu unserem Mandat. Das ist ein schmaler Grat, aber wir teilen unsere Beobachtungen.

Ein strukturiertes Projekt, bei dem „Recht“ und „Steuern“ ausdrücklich nicht die höchste Priorität haben, sondern der unternehmerische Wille, ist das ideale Vehikel. Wir plädieren immer dafür, dies mit deutlichem Vorlauf vor dem Zeitpunkt „X“ zu starten. Außerdem soll die Nachfolge geregelt werden, wenn es dem Unternehmen gut geht und wenn es dem Unternehmer gut geht. Das ist sehr wichtig und erhöht die Entscheidungsqualität.

Jetzt aber noch ein Punkt: Wie sehr kümmern Sie sich denn um die Nachfolge von internen Schlüsselpositionen? Wir erleben immer wieder Überraschungen der Art „Oh, Frau Meier geht in zwei Jahren spätestens in Rente, da haben wir ein Problem!“ Haben Sie Nachfolgen geplant? Und, noch wichtiger: Sind diese in die Zukunft gerichtet, also darauf, wie der Job, um den es geht, aussehen wird, nicht nur, wie er heute aussieht? Vielleicht gibt es ihn auch gar nicht mehr? Unserer Erfahrung nach sieht es in vielen Unternehmen diesbezüglich „mau“ aus.

Wenn Sie also schon dabei sind, sich um Ihre Nachfolge zu kümmern, schauen Sie sich auch direkt Ihre Schlüsselmitarbeiter an. Das ist für die internen Nachfolger mindestens ebenso wichtig wie im Falle eines Verkaufs.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

Nachfolge: Ist bei Ihnen alles geregelt?

Nachfolge ist ein Thema, das gerne der operativen Hektik untergeordnet wird. Seien Sie ehrlich: Existiert für jede Schlüsselposition in Ihrem Unternehmen Klarheit darüber, wann diese neu besetzt werden muss? Wissen Sie sicher, dass dies geregelt ist und nicht dem Zufall überlassen wird? Und wie sieht es mit Ihrer Nachfolge aus?

Sie stehen in vorderster Front, sind Geschäftsführerin, Vorstand, Inhaberin, Gesellschafter, wesentlicher Aktionär in einem (Familien-) Unternehmen. Sie haben das Unternehmen vielleicht in Gänze oder in großen Teilen aufgebaut oder sind – im Rahmen einer Erb- oder sonstig gestalteten Nachfolge – an die Spitze gekommen. Wie ist Ihre Nachfolge geregelt?

Nur wenige Themen sind emotional so stark belegt wie die Nachfolge. Zum Thema Unternehmensnachfolge sind in diesem Monat gleich zwei Beiträge von mir veröffentlicht worden, die ich mit Ihnen teilen möchte:

In der aktuellen Folge des inno99 Podcast „Zukunft Mittelstand“ stand ich Felix Aschenbrücker zum Thema Nachfolge Rede und Antwort. Hören Sie selbst:

 

 

„Mit Wachstumsschub in die nächste Generation“ – so lautet der Titel meines Fachartikels, der in der gerade erschienenen Ausgabe der Unternehmeredition veröffentlicht wurde. Den Beitrag finden Sie hier.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und Gewinn beim Lesen und Hören.
Lassen Sie uns gerne in den Dialog treten, wenn dies ein Thema ist, dass Sie aktuell umtreibt.

Herzliche Grüße
Prof. Dr. Guido Quelle

PS: Ein Tipp noch – Die besten Regelungen treffen Unternehmenslenker dann, wenn sie selbst noch stark sind.


© 2021, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH, Dortmund, London, New York.
© Bildmotiv: inno99

Der Wachstums-Wochenstart #26: Nachfolger bestimmen

Ihr Fokus in dieser Woche: Bestimmen Sie Nachfolger für jede relevante Position in Ihrem Unternehmen oder Verantwortungsbereich.

Wenn Sie sich bisher keine Gedanken über Nachfolgeregelungen in Ihrem eigenen Unternehmen oder Ihrem Verantwortungsbereich gemacht haben, wird es Zeit. Zu häufig gehen Unternehmer und Führungskräfte von der irrigen Annahme aus, dass nicht nur alle Positionen gut besetzt seien (was ja stimmen mag), sondern dass dies auch so bleiben müsse (was sich nicht in Ihrer 100%-igen Kontrolle befindet).

Schnell hat ein leistungsfähiger Mitarbeiter – aus welchem Grund auch immer – gekündigt und die große Suche geht dann los. Headhunter werden beauftragt, Anzeigen werden geschaltet, hektische Betriebsamkeit startet. Dies kann vermieden werden.

Ich plädiere nicht dafür, dass Sie alle Stellen doppelt besetzt haben sollten, aber Sie müssen sich Gedanken darüber machen – und zwar kristallkar -, wer eine bestimmte Stelle übernehmen soll, wenn ein bestimmter Mitarbeiter kündigt – vorausgesetzt, Sie entscheiden sich, die Stelle zu behalten und nicht zu streichen, was mitunter auch eine gute Idee ist. Wenn Sie dies wissen, können Sie die potenziellen Nachfolger wesentlich effektiver entwickeln.

Starten Sie also mit einem leeren Blatt: Welches sind Schlüsselpositionen und was täte ich, wenn diese neu besetzt werden müssten?

Ihr Guido Quelle

(c) 2012, Prof. Dr. Guido Quelle, Mandat Managementberatung GmbH