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Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 756: Eine Frage der Einstellung

Erinnern Sie sich noch an sogenannte Motivationstrainer, wie Jürgen Höller oder „Tschakaa“ Emile Ratelband? Lange her, nicht wahr? Sie traten auf vor vielen Tausend Zuschauern und versprachen: „Du kannst alles erreichen!“

Ich halte den Satz für Unfug. Man kann nicht „alles“ erreichen. Aber – und jetzt kommt mein Punkt: Man kann viel, viel, viel mehr erreichen als man meint. Man kann alles erreichen, was im Rahmen seines Talentfelds liegt.

Blickwinkelwechsel:

Was sich aktuell in der Gesellschaft abzeichnet, zumindest das, was in manchen Kreisen zu hören und in vielen Medien zu lesen ist, ist ein genau gegenläufiger Gedanke: „Was lohnt sich das schon?“, „Wir können eh nichts mehr erreichen.“, „Wir sind abgehängt.“, „Leistung lohnt sich nicht mehr.“, „Was soll der ganze Aufwand?“.

Wer hat jetzt Recht?

Ich weiß es nicht, es ist mir auch egal, denn wenn ich die Wahl habe zwischen den beiden Extremen „Du kannst alles erreichen“ und „Nichts lohnt mehr“, weiß ich genau, in welchem Team ich bin. Lieber lebe ich mit der Illusion, alles erreichen zu können, auch wenn es nicht vollständig aufgeht, als mit der Depri-Haltung „Das hat alles keinen Sinn mehr“.

Werden uns Steine in den Weg gelegt? Jawohl. Sind einige Steine davon nicht aus dem Weg zu räumen? Jawohl. Dann räumen wir sie eben nicht weg, sondern nehmen uns die Zeit und klettern darüber.

Ich weiß, dass es ein schmaler Grat ist, denn wenn ich an der Hochschule lehre, dann treffe ich auch oft auf Studenten, die sich völlig fehleinschätzen, vielleicht, weil sie ihr ganzes Leben lang gesagt bekommen haben: „Du kannst alles erreichen, Du bist der Beste, nein, nein, Du machst keine Fehler, warte, ich gehe zum Lehrer.“ Diese jungen Menschen sind dann erstaunt, wenn sie durch eine Prüfung fallen, weil sie sich ganz offenbar nicht vorbereitet haben und ich das sanktioniere.

Das meine ich aber nicht. Ich spreche von einem gesunden „Mindset“ im Gegensatz zu dem ganzen Schlechtreden. Ich möchte einen Kontrapunkt setzen, nicht aus Prinzip – naja, vielleicht auch aus Prinzip –, sondern vor allem, weil ich jedes Jahr Dutzende von Unternehmern sehe, treffe, spreche, die anders denken. Unternehmer, die Sorge dafür tragen, dass Dinge vorangehen. Unternehmer, die positiv in die Zukunft schauen.

Die Mandat-Zukunftsdialoge, die wir 2023 ins Leben gerufen haben, beinhalten ganz viel von diesem positiven Blick in die Zukunft. Auf unserem Internationalen Marken-Kolloquium sprüht es förmlich vor Zukunftsmut und Lust auf Zukunft. In unserer Beratung? Wie sollten wir Unternehmen des gehobenen Mittelstands in Bezug auf ihr Wachstum und ihre Zukunft beraten, wenn wir nicht einen positiven Blick auf diese Zukunft hätten?

Wir können vielleicht nicht alles erreichen, aber wenn ich die Wahl habe, … siehe oben.

Wir können nämlich viel mehr erreichen, als wir gemeinhin meinen.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle

Mandat Wachstums-Wochenstart Nr. 752: So geht Team

Alle reden von Team. „Wir sind ein großes Team.“ – „Wir sind eine Familie.“ – „Wir halten zusammen.“ Und wenn es dann mal drauf ankommt? Feierabend, große Leere, keiner mehr da. Von wegen „Team“.

Situationen wie die folgende sind echte Prüfsteine für die Frage, ob man ein Team ist oder nicht. Team bedeutet ja, dass jeder auch ein Interesse am Erfolg des anderen hat, Hochleistungsteam bedeutet: „Wenn einer von uns scheitert, scheitern wir alle“.

Doch der Reihe nach:

Wir haben bei Mandat im Jahr 2023 das Format „Mandat-Zukunftsdialoge“ erfunden. Wir treffen uns bei einem Klientenunternehmen oder einem Unternehmen, das uns auf andere Weise nahesteht, an einem Nachmittag, 16 oder 17 Uhr, für vier Stunden und sprechen über die unternehmerische Zukunft, über Wachstum, über Nachfolge, über Unternehmertum. Teilnehmer sind – neben der Unternehmensführung des Gastgebers – acht bis fünfzehn Unternehmer, Geschäftsführer, Vorstände, meist aus dem regionalen Umfeld. Wir wollen sprechen, keine Großveranstaltung. Und wir wollen über Zukunft sprechen, nicht lamentieren, denn sonst hieße das Format ja „Mandat-Lamentogespräche“. Lamentiert wird genug.

Zukunftsdialog Waldemar Behn - Guido Quelle

Bisher waren fast 200 Teilnehmer bei den Zukunftsdialogen und wir waren schon an tollen Orten. So sollte es auch am vergangenen Mittwoch sein. Geplant war, dass Mittwochnachmittag der Mandat-Zukunftsdialog zu Gast bei der Waldemar Behn GmbH in Eckernförde stattfinden sollte, den meisten sind das Produkt ‚Kleiner Feigling‘ und einige der vierzehn anderen Spirituosen- und Likörmarken bekannt; außerdem gehören ein großer Getränkefachgroßhandel und eine österreichische Tochtergesellschaft für Nahrungsmittel zum Familienunternehmen.

Alles war tipptopp vorbereitet, alle freuten sich. Aber: am Dienstagvormittag stand plötzlich alles in Frage.

Linda und Fabian, die für Mandat den Zukunftsdialog leiten wollten, waren derart erkrankt, dass sie nicht reisefähig waren, und der Zukunftsdialog stand auf der Kippe. Als ich es erfuhr, textete ich Linda: „Gib mir eine halbe Stunde“. Guter Rat war teuer. Was wollten wir machen? Absagen? Verschieben? Fünfzehn Enttäuschungen erzeugen? Oder doch machen? Aber wie?

Der Mittwoch sollte mein erster Urlaubstag sein, also stimmte ich mich mit meiner lieben Frau, Susanne, ab, die – wie so oft, eigentlich sollte ich „wie immer“ sagen – einverstanden war, dass ich den Tag investieren würde. Aber allein? Es ist misslich, eine solche Veranstaltung als Einzelner sowohl inhaltlich zu gestalten als auch organisatorisch zu betreuen. Wer könnte mitkommen? Moritz? Abflug in den Urlaub am Mittwochnachmittag. Pascal und Sebastian? Bei Klienten in Konstanz. Kerstin und Dennis? In der Nachbereitung des Internationalen Marken-Kolloquiums. Ana? Abreise in den Urlaub am Mittwoch. Also drehte Anne ihren Mittwoch „auf links“ und sagte zu, mich zu begleiten. Unterstützt wurden wir aus der Ferne von Linda, Ana und Dennis, die uns Vorbereitungsmaterial sandten, denn für uns war es ja „Impro“.

Zusammen fuhren wir nach Eckernförde, hatten einen tollen Zukunftsdialog mit Familie Behn – vielen Dank an Euch, lieber Rüdiger, liebe Lisa und lieber Asmus, Ihr lest hier ja mit – und weiteren Unternehmern und Geschäftsführern aus dem Norden. Einstieg, etwas noch Geheimes, Produktionsbesichtigung, inhaltlicher Impuls, Eingehen auf Fragen, was gesprochen wurde, sollte im Raum verbleiben. Das war klasse. Danach hieß es für Anne und mich, zurück nach Dortmund, wo wir noch vor ein Uhr morgens ankamen. Let’s call it a day.

So geht Team. Nicht quatschen. Machen. Bin sehr happy.

Auf eine gute Woche!

Ihr und Euer

Guido Quelle